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Der Israelit · 1897-04-08 · Heft 28 (8.4.1897) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 28 (8.4.1897)
Date
1897-04-08
Page
– (sequence 2)
Language
German
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524 so sehr beherrscht dieses Gefühl die jüdische Brust, daß die ersten Worte lauten mit welchen wir den Jomim Nauroim, den furchtbaren Tagen in unserer Tephila Rechnung tragen: b2 bv 'pi?x ~r "p*0 P1 P21 "ly “jwö. O, bringe doch jene glückliche Zeit, wo die ganze Erde und ihre Bewohner durch ihre Furcht vor Dir, 0 Gott, ihren Glauben an Dich bezeugen. Wenn wir an Sabbaten und Festtagen vor dem eigentlichen Gebete durch eine Reihe herrlicher Psalmen unserer Festesstimmung Ausdruck verliehen haben, so trübt einen Augenblick unsere Freude die Erinnerung, daß uns unsere Jubelhymnen zum Schöpfer nicht der Chor aller Erdenbewohner begleitet, und nur der Ausblick auf die Zeit allgemeiner Gotteserkenntniß, den die Worte ^2 «mm j’p?« n ipv nx ”p2>n t; „die Seele aller Lebendigen preisen Dein Name Gott, unser Gott", wiedergeben, läßt uns in ungestörter Andacht das Gebet fortsetzen. Zu keiner Zeit des Jahres fühlen wir die Pflicht der Dankbarkeit unserem Gotte gegenüber so sehr, als am Abende des fünfzehnten Nrffan, der uns jenen ewig unvergeßlichen Moment iu's Gedächtniß zurückruft, wo in einer einzigen Mitternachtsstunde Gott uns aus tiefster Finsterniß zum hellsten Licht geführt hat, wo wir in Egypten, durch Sklaverei und Marter als Volk fast untergegangen, zur ewig lebenden Nation der wahren Gottesdiener gemacht wurden. Eine herrliche Reihe von Erzählungen, die sich in den Büchern der schriftlichen und mündlichen Lehre finden, haben unsere Weisen aneinandergesügt, damit wir durch die Wiederholung des Berichts über die Geschehnisse zur aufrichtigen Dankbarkeit für das Geschehene hingeführt werden. Die herrlichen Verse der Hallelpsalmen und das Halle! ha Gadol sollen ein Spiegelbild des reinen Dankes sein, der dann unser Herz erfüllt. Doch auch am Feste der Befreiung mitten im Dankesjubel halten wir ein. — Wie viele Völker bedeckt noch Finsterniß, wie viele Staubgeborene vermögen es auch heute noch nicht dem steten Gnadenspender den schuldigen Dank auszusprechen! — da hegen wir die Hoffnung, 'n brzv;, „die Seele alles Lebendigen möge preisen, wird preisen Deinen Namen 0 Gott, unser Gott." (Fortsetzung folgt.) Zeitungsnachrichten und Eorresponvenze« Deutschland. Königsberg. Dem diesjährigen Bericht der Religionsschule der Gemeinde Adaß Jisroel (Rabbiner Dr. Munk) geht eine größere, sehr intereffante Abhandlung „Ueber den Pentateuchunterricht" von A. Berlinger voran. Die Klaffenordnung hat im abgelaufenen Schuljahre die bezüglich ihrer Weiterentwicklung gehegten Hoffnungen erfüllt, was nur! durch das Engagement einer neuen Lehrkaft zu ermöglichen war. Sowohl die Knabenals die Mädchenschule erhielten eine neue Klaffe, so daß nunmehr die Knabenschule eine Selekta, sowie die Klaffen II, III, IV, V, VI, VII zählt, die Mädchenschule eine Selekta und die Klassen I, III, IV, V. Die Klaffe I der Knaben- und Klaffe II der Mädchenschule fehlten. Der Schulbesuch war wiederum fortgesetzt im Steigen begriffen. Es gehörten während des verstoffenen Jahres der Anstalt an 76 Schüler und 50 Schülerinnen, zusammen 126 Zöglinge (gegen 104 im Vorjahre.) Aus dem Unterstützungsfonds wurden bedürftige Zöglinge mit Schulmitteln versehen. Der Jugendgottesdirnst fand jeden Sabbat Nachmittag statt; deßgleichen am Purim. Jugendpredigten wurden am ersten Rosch Haschana-Tage und ersten Chanukkatage gehalten. An den periodisch wiederkehrenden Feiertagen sind die Schüler und Schülerinnen vom Besuche der deutschen Schule dispenstrt. Früher, als wir es zu hoffen wagten, hat sich die Schule zu einer Stabilität durchgerungen. Die mit der Neuschöpfung einer Lehranstalt erwachsenden technischen Schwierigkeiten dürfen nunmehr als überwunden betrachtet werden. Frankfurt a. M. Dem neunzehnten und zwanzigsten Jahresbericht des Mädchenftifts für die Jahre 1895 und 1896 entnehmen wir: Wiederholt hat sich auch in den beiden Berichtsjahren 1895 und 1896 das Bedürfniß herausgestellt, einen Fonds zur Verfügung zu haben, aus welchem in unvorhergesehenen Fällen — namentlich wenn Zöglinge wegen Krankheit oder aus sonstigen unverschuldeten Gründen nicht in der Lage sind, dem Erwerb nachzugehen und infolgedeffen mit den pflichtgemäßen Leistungen an die Anstalt im Rückstand bleiben — die erforderliche Vorlage oder der Ersatz für solche Ausfälle gedeckt werden könnte. In gewohnter Opferwilligkeit hat die Begründerin des Mädchenstiftes. Frau C hart 0 tt e Sv ey er, Anfangs des Jahres 1896 für diese Fälle der Anstalt ein Kapital von Mark 5000 gewidmet. Die Zahl der Zöglinge betrug von Anfang 1895 bis Ende 1896 ununterbrochen 24. — Von diesen 24 sind 2 elternlos, 7 vaterlos, 2 mutterlos, 18 haben beide Eltern. Im Jahre 1895 find 8 Zöglinge ausgetreten; von denselben sind 2 nach Amerika zu Verwandten gegangen, eine nach Rußland zu ihrer Mutter, zwei andere gingen nach Hause zurück, zwei sind Verkäuferinnen in hiesigen Geschäften, eine ist Buchhalterin. Im Jahre 1896 find drei Zöglinge ausgetreten, eine derselben hat ein ConfcctionS-Geschäft errichtet, die anderen zwei gingen nach Hause zurück. Der Herkunft nach vertheilen sich die Zöglinge wie folgt: Drei sind aus Frankfurt a. M., fünf aus Hessen-

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