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Der Israelit · 1897-04-01 · Heft 26 (1.4.1897) · page 9

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 26 (1.4.1897)
Date
1897-04-01
Page
– (sequence 9)
Language
German
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f^jyysri r jfj-t XXXYIII Jahrgang. nr - Erste Skilaye ju 26 des „gatnriit“. Leitender Artikel Eine bevorstehende jüüisch-lilerarische Erscheinung von besonderer Bedeutsamkeit. „Ein anderes ist es, mit eigenen Geisteserzeugnissen vor die allgemeine Leserwelt zu treten, ein anderes, die eines nicht mehr Lebenden nur zu vermitteln. Aber mit voller Freude darf derjenige seines Amtes walten, der berufen ist, die Geistesfrüchte eines jener Männer darzubieten, deren Namen von einem Ende der Erde bis zum anderen von Israeliten mit Bewunderung und Stolz genannt werden/' Mit diesen Worten leitete Rabb. Dr. Pleßner im Jahre 1884 die Herausgabe der „Nachgelassenen Schriften von Salomon Pleßner" ein. In der Thal, je schwieriger sich die dem Zwecke des Drucks dienende Bewältigung des zurückgelassenen Manuscriptenmaterials darstellte, mit umso größerer Freude wurde damals die Veröffentlichung der „f ü r alle W och en absch nitt e bestimmten Sabbat - P r e d i g t e n" begrüßt; zugleich der umfassende Plan gehegt, alle vorhandenen Niederschriften Salomon Pleßners, die sich durch eine fast beispiellose Reichhaltigkeit und Vielseitigkeit der darin behandelten Materien auszeichnen, in absehbarer Zeit der mit Spannung harrenden Weil des literarischen Judenthums als Gemeingut zu übergeben. Denn Pleßners bleibende Bedeutung liegt nicht allein auf dem Gebiete der von ihm für die israelitische Kanzel in eigentlichem Sinne systematisch ausgestalteten Homiletik, sondern auch auf dem der ernsten Bibelexegese, der sinnigen Erklärung von Agadas und Midraschim, nicht minder der in seiner quellenlexikalischen Notizen sich offenbarenden Allbelesenheit innerhalb des gesammten jüdischen Schriftenthums, ein ebenso tiefgehendes, wie nach gewisser Richtung hin universelles wissenschaftliches Streben, durchhaucht von dem verklärenden Geiste durchaus poetischen Empfindens. Doch ungeahnte Schwierigkeiten, die nicht zu mindesten an der hie und da bereits starken Vergilbung der Manuscripte, sowie an den bisweilen nur skizzenhaften Entwürfen einzelner Aufzeichnungen lagen, verschleppten den Gang der fortzusetzenden Edition, und erst das Jahr 1890 zeitigte die Veröffentlichung einer zweiten Serie von „Festpredig ten." Später wurde die Wiederkehr des hundertsten Geburtstages Pleßners, der 19. Nissan 5657, als nächst sich bietender Zeitpunkt zur Herausgabe weiterer Schriften ins Auge gefaßt. Die nun fertige, im Drucke bereits befindliche Arbeit, eine Art Anthologie, wird nach wenigen Tagen der Oeffentlichkeit übermittelt werden. Wir hatten Gelegenheit, schon während der Drucklegung dieser mit Recht eine literarische Fundgrube zu nennenden Sammelschrift einen Einblick in dieselbe zu gewinnen, und sind so in der Lage, darüber vorher einiges bekannt zu geben, wobei wir auf diese bevorstehende für uns bedeutsame wissenschaftliche Erscheinung mit allem Nachdrucke aufmerksam machen. Dem Ganzen geht eine eingehende Biographie Salomon Pleßners aus der berufenen Feder seines Enkels, des bekannten Orientalisten Dr. W. Hirschfeld—London, voran. Das eigentliche Sammelwerk enthält zunächst eine ma1?» ins betitelte Schrift, vom Herausgeber an der Hand hinterlassener Papiere gegebene Mtttheilungen über die Beziehung des Jünglings Salomon Pleßner zu Salomon Tiktin (ivan nrw), Akiba Eger und Israel Jona Landau (ma-an pyo), Rabbiner in Kempen; hier dürfte das Ganze einleitende Lebensbild Salomon Pleßners um historischinteressante Details vervollständigt werden. Sodann folgen Anmerkungen zu den rwo mo ntw, zu den 'piv "N und zum 'vbLn-n rrux, ferner nns«2? dwi ,noin:n nn smoS ,'->vob ,^ns eV? .rmb'avbi vb*» Außerdem faßt das Sammelwerk, das Zeugniß sichtlich mühseligen Fleißes des in die Gedanken seines großen Vaters bis in ihre innersten Falten eingeweihten Herausgebers Rabb. Dr. Elias Pleßner— Ostrowo, noch das ganze Buch Rahum nebst Uebersetzung und Kommentar in sich. Als Stirnschmuck des ganzen Werkes prangt auf der Rückseite des Titelblattes das wohlgelungene Portrait Sal. Pleßners mit seinen markigen, kernhaften Zügen, dem äußeren Abdruck eines schöpferischen Kraftgeistes. Am Schlüsse dieser unserer literarischen Anzeige können wir nicht umhin, dem schon wiederholt allgemein geäußerten Wunsche, die Handschriftenschätze Pleßners thunlichst zu veröffentlichen, hier vollen Ausdruck zu geben. Wir erkennen die damit verknüpften Mühen und Schwierigkeiten in gebührendem Maße an; umsomehr Dank jedoch wissen wir dem Herausgeber, der sich um die jüdische Literatur durch diese ihre unschätzbaren Bereicherungen dauernden Verdienste erwirbt.

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