Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 26 (1.4.1897)
- Date
- 1897-04-01
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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488 der Befriedigung irdischer Genüsse findet, verfolgt die Seele ganz äschere. Ziele, sie will wachen und wecken, durch das GehSr Gedanken aufnehmen und durch die Sprache solche wiedergeben, sie will Freiheit für sich und Andere erringen, sehnen und hoffen und durch die Hoffnung neuen Muth zu neuen Thaten fassen. Wer ist es nun, der der Seele alle diese Fähigkeiten verleiht? Gott allein ist es und deßhalb ihm dieser Dank. Die heutige Wissenschaft thut sich so viel zu gut auf die Resultate ihrer Forschung und glaubt deshalb von jeder Anerkennung Gottes befreit zu sein; aber sie ist nicht im Stande und wird es auch niemals werden, mit Hilfe ihrer Maschinen oder der neu entdeckten Naturkräfte auch nur das allerkleinste Wesen zu eonftruiren; denn die von Gott ihm eingehauchle Seele ist es, die. ihm Leben verleiht und die Er, der nimmer Schlafende, Tag und Nacht in seinen Geschöpfen erhält, und deshalb rix -pan n Sa neun .-;cir .rea: D'o rerip »6c we 6k Wir haben in dem vorigen Kapitel gesehen, daß wir Alle, .Groß und Klein, Hoch und Niedrig zum Ausdrucke unserer Dankbarkeit gegen Gott verpflichtet .sind. Der nunmehr folgende Vers zeigt uns unsere Unzulänglichkeit in dieser Beziehung. Das mag wohl auch der Grund für die Anordnung sein, die uns den Gesang nach dem Halel ha Gadol in den Mund legt. Sind wir erst voll und ganz von der Ueberzeugung durchdrungen, welchen unendlichen Dank wir dem Aügütigen schulden, so könnten wir leicht zu der Annahme verführt, werden, als hätten wir alle unsere Zeit, die uns Gott auf dem Erdboden gibt, mit Daukgebeten auszufüllen. Der erwähnte Vers belehrt uns darüber, daß dies weder nothwendig noch in 5er Weise möglich, daß damit dem Danke gegen Gott erschöpfend Ausdruck gegeben ist. „Wäre unser Mund Gesanges voll, wie das Meer und unsere Zunge voller Gesühlserguß wie dasWogen seinerWellen, und unsere Lippen voller Preis wie d.es HirymelS Weiten, und leuchtend unsere Augen wie Sonne und Mond, unsere Hünde ausgebreitet wie des Himmels Adler und leicht unsere Füße wie die Rehe; so würden wir nicht ausreichen, Dir, Gott, unserem Gott und Gott unserer Väter zu danken und Deinen Namenfür ein Tausend st el der Millionenund Milliarden mal an unseren Vätern und an uns geübten Wohlthaten zu segnen." Da wir, selbst wenn unsere Fähigkeiten, die Kräfte zur Fortbildung unserer Seele und zur Entwickelung unseres Geistes bis in's Unendliche gesteigert, dennoch nicht im Stande wären, Gott zu danken, wie es Ihm gebührt, so kann uns die Vätersitte keinen sinnigeren Gesang darbieten, als gerade diesen, um damit die Schilderung des Auszugs aus Aegypten zu beschließen. (Fortsetzung folgt.) Grammatikalische Notiz. fcOTI oder D’fcOiT? Beim irreren reis lautet die Stelle, die den irxre ein, den Beginn des Monats anzeigt: cva tt 'v m naitsS Sxrec" Sa Sn i:6y »rare t. Es ist vielfach schon die Frage erörtert worden, ob, wenn zwei Tage irre find, anstatt »an gelesen werden soll euere oder ob es auch dann xare heißt, d. h. ob das «an resp. das euere auf die verkündeten rere-T a g e, bezw. den Tag sich bezieht, oder ob Kcre auf das erste Wort, nämlich auf m zurückgeht. Diese Frage ist, wie gesagt, schon häufig besprochen worden, ohne aber zu einer bestimmten Lösung geführt zu haben, und die cren, die irreren narea vortragen, folgen hierin noch immer ihrem eigenen grammatischen Verständnisse oder einer höhern Anordnung; die allermeisten aber lesen, wenn sie zwei Tage m anzeigen, euere. Meines Erachtens ist das aber nicht richtig; es muß vielmehr in jedem Falle lauten: xare, weil der Satz naitsS Sxrem Sa Sn i:6y xan nicht auf den n^-Tag, sondern auf das irre-Fest sich bezieht. Man kann, wie von S'vcre reco, von S'jnn iydid, auch von S^are m sprechen. Sowohl m, als auch nee, wie jedes andere Fest, bildet für sich eine Einheit, obwohl mehrere Tage zu ihm gehören. Aus dieser Rücksicht beten wir auch in xare nSn an irre, wie an jedem anderen Festtage: naitsS o irpSx »re uia: — i a an ihm, gleichgiltig, ob er einen oder mehrere Tage zählt. Die verkündeten einzelnen Tage cv ptrxre cv reai 'iv sind profan, erst in ihrer Bedeutung als eine Einheit, als ein Fest erhalten sie ihre höhere Weihe und berechtigen den anderen Festen gleich zu dem Wunsche S'vare. — Einen noch kräftiger» Beweis für meine Annahme dürfte aber auch das Wort mr-nr liefern, das wir im engsten Anschlüsse an jene irre: Verkündigung beten: jra nw Sa Sn c6j> rrapn intrrerr Sxresr „Er, der H. g. s. E. erneuere ihn für uns und ganz Israel. Das Suffix m im Worte imr-irr bezieht sich auf eine Einheit, also auf irrere eure; auf den Tag bezogen, müßte man bei zwei Tagen m: cirrem lesen. Der besprochene Satz wäre aber so zu construiren: -ciSd crea -rr reaitoS Sxreir' Sa Sn mSp xare 's6v irre