Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 24 (25.3.1897)
- Date
- 1897-03-25
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
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450 ren Stunden eingeflößl und ihren Kummer gemildert hat. — Hier bietet thalkräftigen jungen Damen sich noch ein weites Feld segensreicher und geachteter Thätigkeit und selbstständigen Wirkens. Weit steht noch das Angebot hinter der Nachfrage zurück, hier kann in absehbarer Zeit noch keine Rede von Konkurrenz sein, da der Bedarf noch nicht zum kleinsten Theile gedeckt ist. Mögen sich junge Damen, die sich den nothwendigen Anforderungen, welche die Thätigkeit der Krankenpflege stellen muß, gewachsen glauben, nur vertrauensvoll an die Verwaltung des Frankfurter Vereins wenden, sie werden genügende Auskunft erhalten und die Anmeldungen werden, so weit es angeht, die gewünschte Berücksichtigung finden. Für die Consolodirung bedarf der Verein aber statt des bisher ermietheten Hauses, in besten Besitz der Verein nicht mehr bleiben kann, eines eigenen Heims. Wohl sind für die Eiwerbung eines solchen dem Verein schon schöne Spenden zugegangen, allein noch eine größere Summe ist nöthig, um das Vorhaben auszuführen. Der Appell an den Wohlthäkeitssinn unserer Glaubensgenosten für dieses Werk möge nicht ungehört und unerhört verhallen. Köln im März. Bisher wurde hierorts, wie in den meisten Städten, der Purim nur in kleineren familiären Kreisen festlich begangen. In diesem Jahre faßten jüdische junge Leute, fämmtlich auf dem Boden des gesetzestrcuen Judenrhums stehend, den Plan, eine Purimfeier in größerem Maßstabe so zu gestalten, daß vor allem die hehre Bedeutung dieses Festes im Vordergründe stehe und nicht von dem belustigenden Theil vollständig verdrängt werde. Dieses schöne Ziel entsprach in seiner Ausführung so sehr den Absichten der Veranstalter, daß wir cs uns nicht versagen können, die Schilderung der Feier weiteren Kreisen bekannt zu machen. Der große Saal des Krystallpalastes war zu Beginn der Feier, die Abends 91/2 Uhr ihren Anfang nahm, von heiteren Schaaren erfüllt. Nach den Klängen eines fröhlichen Marsches legte ein junger Mann in einem sclbstverfaßten Prolog die heilige Tendenz des Festes und seiner Feier dar, unter Zugrundelegung des Satzes unserer Weisen: "rshr, nr px per m*r. Hierauf begrüßte der Lehrer der jungen Schaar die so zahlreich erschienenen Gäste und schilderte an der Hand des herrlichen Psalmenwortes n nx :-,zv rure t»;bS :S,r nncre die hohe Bedeutung des Purim. Eine jüdische nnar bestehe nicht in der lautlärmenden, ausgelastenen Freude, die lediglich zur Belustigung des Publikums diene, sondern sei auch, und nicht zum geringsten Theile, mit ein Bcstandthcil derber p spiele sich deßhalb im Rahmen des Tauroh-Geistes ab. In diesem Sinne beleuchtete er den Vers in *incx rfoa : *ip prr* rmstr rm* rwvr Anlehnend an die Worte unserer Weisen: rmt re ev n nner ,m',n n führte er aus, daß der nnor rrse Sr immer das geistige Licht des Judcnthums, die Taitroh, vorangehe; die nner sei nur der Ausdruck glücklich und redlich vollbrachter Pflicht und Ansporn zu neuem Wirkeu und Schaffen. Prosa-, Poesie-, Klavier- und Violinvorträge wechselten nun in bunter Reihe mit gemeinschaftlichen Liedern ab, welch letztere von den eifrigen jungen Leuten selbst gedichtet waren unb in sinnreichen Versen das wahre Judenthum und die edle Bedeutung seiner Feste verherrlichten. Alsdann hielt ein älterer Freitnd der jungen Leute eine kurze Ansprache, in der er darlegte, daß die Purimfeier auch nicht den geringsten Anstrich einer carnevalistischen Sitzung haben soll und erläuterte, daß, sowie Chanukoh das Sinnbild des jüdischen Geisteslebens, Purim das Erinnerungsfest zur Erhaltung des jüdischen Volkskörpers im Exil sei. Iui Hinweis auf Mordvchais Anhänglichkeit an feinen König führte Redner aus, daß cs Pflicht des Juden sei, dem Vaterlande mit Gut und Blut zu dienen und fei die Centenarfeier besonders dazu angethan, solche Gedanken in uns wachzurufen. Der geistreiche Vortrag schloß mit einem Hoch aus den Kaiser, in das die Versammlung begeistert einstimmte, worauf die Nationalhymne stehend gesungen wurde. Ein weiterer Redner des Abends wies in herrlichen Worten auf die dramatisch-schöne» Bilder der --ex rS;c hin und erntete für seinen Vortrag wohlverdienten Beifall. Als zum Schluß der Feier die vierte Morgenstunde berangenaht war, ermahnte der Leiter des schönen Festes mit beit schönen Worten fei r:n :w:i r'-v Sr reff rix-p zum Aufbruch. Düse Purimfeier lieferte den Beweis, wie schön eine rrsc Sr nnor, d. h. Gottgebotcne Freude ist, wenn sie sich auf der Basis^der Thauroh aufbaut und von deren Geist durchweht ist. Möchte die Art uud Weise, wie diese Festlichkeit verlaufen, auch anderwärts gebührende Nachahmung finden, um der Welt zu zeigen, daß, wenn die Verfechter des w a h r e n Judenthums auch als unzeitgemäß verschrieen werden, sie doch irr, mit px -pn zu paaren wissen, und in dieser Beziehung, ohne unsere heiligen Gesetze verletzen zu müssen, doch den modernsten und neuesten Anforderungen Genüge zu leisten vermögen. J, W. Aus Hessen. In wenigen Tagen feiert das Lehr- und Erziehungs-Institut Pfungstadt bei Darmstadt sein 40-jähriges Bestehen und verdient dasselbe