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Der Israelit · 1897-03-22 · Heft 23 (22.3.1897) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 23 (22.3.1897)
Date
1897-03-22
Page
– (sequence 11)
Language
German
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441 Parlament und theilte dort den Inhalt des Telegrammes dem Staatssekretär im Ministerium des Aeußern, George C u r z o n, mit der Bitte mit, die Regierung Ihrer Majestät der Königin von'England möge den jüdischen Bewohnern von Tripolis den nöthigen Schutz zu Theil werden lasten. Mr. Curzon versprach, sofort Erkundigungen einzuziehen. Dienstag erhielt Oberrabbiner Dr. Adler folgenden Brief von ihm: „Geehrter Herr! Es freut mich, Ihnen mittheilen zu können, daß infolge Ihrer Mittheilung das Ministerium ein Telegramm an unseren Consul nach Tripolis gerichtet hat, der folgendermaßen geantwortet hat: „Die Synagoge Mifurata in der Nacht vom 8. Februar erbrochen und geplündert. Jüdische Gemeinde außer Gefahr. Verhaftungen vorgenommen. General - Gouverneur verspricht Ahndung des Verbrechens." In der Hoffnung, daß diese Nachricht dazu beitragen wird. Sie und die Gemeinde, welcher Sie vorstehen, zu beruhigen, habe ich die Ehre zu zeichnen als Ihr treu ergebener George Curzon." Parlament, 16. Februar .1897. Palästina. Aus Nabulus, dem alten Sch'chem, meldet die arabische Zeitung „Tamrat-el-Janun", daß zahlreich niedergehende Regen eine gute Ernte hoffen lasten. — Zwischen dem Wüad-kol-halollelim und der amerikanischen Gemeinde war über die Vertheilung der Chaluküh ein Streit ausgebrochen,. Derselbe verschärft sich mehr und mehr und ist jetzt in ein neues Stadium eingetreten. Jetzt hat die amerikanische Gemeinde den Rabbiner Diskin aus Brisk (Brest-Litowsk) an ihre Spitze gestellt. — Der „Colonist", ein landwirthschastliches Organ für jüdische Bauern, das unter der Redaction des bewährten Agronomen, Herrn Menascheh Meirowitsch als Vierteljahrsschrift erschien, ist eingegangen. Statt besten erscheint nunmehr als wöchentliche Beilage zum „Haz'wi" unter der Redaction des nämlichen Herrn Meirowitsch, sowie der beiden Directoren von Mikweh-Jisrael, Joseph Niego und Eh. Margolies-Kalvarisky der „Haikur hajehudi" in hebräischer Sprache. Außerdem ist an der Redaction der Gärtner I. Bergmann in Mikweh-Jisrael bctheiligt. Soeben ist die erste Zeitung erschienen. Dieselbe enthält außer den üblichen Mittheilungen folgende Artikel: Die Weinbereitung von Boris Ostawietzky, das Pfropfen von Margolies-Kalvarisky, Fragen und Antworten aus der landwirthschaftlichen Praxis und endlich über die Antracnose oder den schwarzen Brand der Reben. — Den türkischen Zeitungen entnehmen wir, daß 250 jüdische Familien um die Erlaubniß einer Niederlassung in Palästina bei der hohen Pforte nachgesucht hätten. Den Zeitungen zufolge soll ihnen von der Regierung geantwortet sein, daß wenn sie türkische Staatsangehörige werden wollten, ihrer Niederlassung in den Vilajets Adana und Kama nichts entgegenstände. — Das arabische Blatt „Timrath-at-janus" läßt sich aus Constatinopel melden, daß am 10. v. Mts. in dem jüdischen Schulgebäude zu Galata einige Bomben gefunden worden seien. Man vermuthet, daß die Armenier an dem Tage ihres Angriffs auf die Ottomanische Bank die Bomben daselbst niedergelegt hätten. — Jaffa Von Herrn Israel Belkind, dem wistentschaftlichen Lehrer an der hiesigen hebräischen Töchterschule, erschien der erste Theil eines hebräischen Rechenbuches unter dem Titel faem rttpm dcdx. Das vorzüglich bearbeitete Buch hat u. A. den hohen pädagogischen Vorzug im praktischen Unterricht selbst entstanden zu sein. Wir werden demnächst auf diese ganze hebräische Schulliteratur ausführlicher zurückkommen. ■¥> -vermischtes. GsenS (Ostsriesland). Eine selten schöne Feier, welche allen Theilnehmern unvergeßlich bleiben wird, beging die hiesige Gemeinde vergangenen “(Dl 'T natP. Die ni7NU man DHDn schenkte eine neue min 1DD, deren Einweihung an diesem Tage stattfand. Groß und Klein hatte sich verbunden, diesen Tag würdig zu begehen. Die Synagoge war auf's prächtigste ausgeschmückt. Freitag wurde das “©D aus dem Hause des Vorstehers, Herrn Weinthal, abgeholt und unter Begleitung der ganzen Gemeinde zum Gotteshause gebracht. Beim Eintritt sang der Chor Nan ^na und Uü-HD, woraus Herr Lehrer Gottschalk eine von Herzen kommende und zu Herzen gehende Ansprache hielt, die auch bei den zahlreich erschienenen Nichtjuden einen sichtlich guten Eindruck machte. Die eigentliche Festrede hielt Herr Gottschalk aber erst roff- Morgen. Ausgehend von dem Verse ntPD 13!? ms mm 2j?p' mnp nteniD verbreitete er sich zunächst darüber, wie bie Lehre, die Moses uns geboten, noch heute die Grundlage alles Wissens und Könnens sei und verglich sie dann mit einer Fahne, der Israel stets gefolgt und zu der eS, wie eine in 1000 Kämpfen treu erpropte Kriegerschaar, noch heute halte. Besonders aber legte er der Gemeinde den Schluß obigen Verses ans Herz, nämlich, daß die Lehre, die MoseS uns geboten, auch Eigenthum der Gemeinde Jakobs bleibe, dieses könne nur dadurch geschehen, daß die Jugend nach ihren Vorschriften erzogen werde. Da die N'3 man die Spenderin des ~0D ist. behandelte der Redner weiter die Aufgabe eines jüdischen Wohlthätigkeits-Vereins. Abends fand ein Bankett statt. Trugen die bisherigen Feierlichkeiten mehr einen ernsten Charakter, so kam hier die wirkliche niLv?IP nno# zur Geltung. Toaste, Reden und Vorträge wechselten miteinander ab und kielten die Theilnehmer bis 4 Uhr zusammen. Den Mitgliedern der man aber wünschen wir, daß sie noch recht lange zu der neuen “)ED aufgerufen werden mögen. Jwri.

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