Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1897-03-18 · Heft 22 (18.3.1897) · page 10

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 22 (18.3.1897)
Date
1897-03-18
Page
– (sequence 10)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
91% known words query
IRI
…/2446951-2448705-2448727--43572-2492627
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

416 kann, die aber — B'nen ir»nn leugnet. Er übersetzt: ’neeo rix '2 inm1? i'riV x Gott wird einst zurücknehmen meine Seele mit meinem Wesen in die Ewigkeit." Er läßt dann fragen : „Wohin nimmt Gott meine Seele", worauf die Antwort lauten soll: „In die Ewigkeit;" und cvie D'nafc motw nnnen heißt dann: „Der die Seelen von den toten Leichnamen zurücknimmt." War versteht das Kind von dem philosophischen Begriff „Wesen"? Was kann es sich dabei denken, wenn ihm gesagt wird, daß Gott die Seele de» Menschen mit seinem Wesen irgendwohin zurücknimmt? — Nichts. — Dagegen ist jedem Kinde der Gedanke leicht zu erklären, daß Gott dereinst alle Toten zum Leben wieder erwecken, dem — wie das Kind aus dem Unterricht in der biblischen Geschichte weiß — au» Staub geschaffenen, von Gott beseelten und wieder zum Staube zurückgekehrten Körper die Seele wiedergeben wird. Was kann den Herrn dazu veranlaßt haben, von der richtigen Ueberfetzung abzuweichen? Dasjenige, was uns veranlassen muß, an ihr festzuhallen und dessen Verschweigen uns zwänge, jene der seinige vorzuziehen, selbst wenn diese ebenso frei von sonstigen Fehlern wäre, wie sie es nicht ist. — Denn ich will — um düse Besprechung nicht zu sehr auszudehnen — nur im Fluge darauf Hinweisen, daß auch Orthographie und Grammatik sich manches gefallen lassen müssen, daß z. B. einige Male das Fragewort ne vor Kehlbuchstaben, die sein Pathach in Komez verwandeln müßten, unverändert ist, daß (S. 3) wiederholt in vn da» Dagesch stehen geblieben ist, auch wo das 2 nicht am Wortanfange steht, daß in nzyntrn^ (S. 12) da» Schema de» y regelmäßig fehlt (ein Druckfehler also au-aeschloffen ist), und daß im Uebrigen im Text (insbesondere in der Vokalisation) und in der Ueberfetzung Druckfehler genug vorhanden sind, um beim Schulgebrauch störend zu wirken. „Bisher war unsere Religionsschule der sorea bedim’a“, sagt Herr Dr. G. in seiner Einleitung. Al» solcher wird ihr der vom königlichen Sänger verheißene Erfolg der „kozir berinnoh“ nicht fehlen, ein Erfolg, der dauernd ist und Segen bringt jetzt und in jener fernen Zeit, von der die vorliegende: „Kozir berinnoh“ nichtweiß oder — nichts wissen will. Z*DTP. Aphikomen. Fürth, 16. März. Nachdem der Verfasser de» fep'ex überschriebenen Artikel» in Nr. 20 de» „Israelit" die Ausführungen Kohuts in seinem Aruch completum zu dem behandelten Gegenstände gesehen hat — da er doch auf dieselben in Bezug auf die abweichende Schreibweise, in der da» Wort gefunden wird, hinweist — so erscheint eft geradezu unbegreiflich, wie er den Hinweis I auf d'e Erklärung R. Simai's im Jeruschalmi, welcher smp'vrr mit net 're übersetzt, als eigene Entdeckung, „welche keiner der bisherigen Erklärer des Wortes gesehen oder berücksichtigt", auszugeben, und die Ableitung des Wortes aus dem griechischen em'xwfiog mit Beziehung auf die heiteren Gebräuche bei der zu Ehren der Dionysos veranstalteten Festmahlen als neuen Fund seines eigenen Forschergeistes darzustellen vermag, während doch schon Kohut seine diesbezügliche Abhandlung mit den Worten schließt: znm pip'ex rhu pi ,*nt? 're lyotrca noi "re nyt^xeiyzy^ neez "D Vvt n^e ’^ztr. nznn ntyp bzx . b"ei ran nn 'mixcofiog .... mnx nxmn rb vr xnti. D. h.: Löw in seinem Werke „Lebensalter" fasse die Uebertragung des R. Simai im Jeruschalmi, welcher jep'Ex mit "ibt 're gibt, in der diesen Worten gewöhnlich zu Grunde liegenden Bedeutung auf, und übersetze sie mit gesanglichen Veranstaltungen, auch leite er jeip'Ex vom griechischen ’enixafiog (welches das lustige, ausgelassene Gebühren bei Gelagen zu Ehren des Bacchus bezeichnet) ab; dieser Ansicht sei auch M. Landau; doch biete die Jdentificirung dieser Worte manche Schwierigkeit, zumal das angezogene Wort im Griechischen nicht die Bedeutung habe, in der das Wort pip^x nach den Talmudlehrern begriffen werden muß, u. s. w. — Herr Kanter muß also die Ausführungen Kohuts ganz oberflächlich gelesen haben, wenn er nicht bemerkt hat, daß in denselben auf die Erklärung des Jeruschalmi ausführlich Bezug genommen und der Versuch einerZusammcnstellang der durch pp'Bx .... px untersagten Handlungen mit den durch ’entxojfiog bezeichnten, bei den Bacchusfesten üblichen Veranstaltungen als durchaus unzutreffend zurückgewiesen wird. Stärker als die von Kohut angedeuteten sprachlichen Bedenken gegen die von Löw gegebene Erklärung des prp'sx sind die sachlichen, die ihr entgegenstehen, sowie ihr ferner die Erwägung entgegen gehalten werden kann, daß die vom Jeruschalmi mirgetheilte Auslegung R. Simai's nicht unbedingt vcn der der anderen Amoräer, welche in dem Worte Bezeichnung für Nachtisch, Dessert, nmye rerp, gesehen, abweichen muß. Denn nei 're kann, enlsprechcnd punktirt, sprachlich ebenso gut die Erzeugnisse der Weinrebe als Frucht genossen, als auch sonstige Obstgattungen und zum Dessert geeignete Landcsprodukte, welche 1. B. M. 43, 11 pixn met genannt werden, bezeichnen. Die Deutung des feip'Ex mit ner 're wäre sich demgemäß der Hauptsache nach von der Auffassung der anderen. Gesetzeslehrer in den Talmuden, welche in dem Worte einen Hinweis auf die nach dem Mahle üblichen np\ne 're ober ’x^'-ny x’fnr gefunden, nicht unterscheiden, und die Halacha ijätte Recht, die verschiedenen Ansichten in den Satz jiusammenzufassen: nzn üw d:zxd px fep'EX nnx (Orach Chajim 478,1).

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.