Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 22 (18.3.1897)
- Date
- 1897-03-18
- Page
- – (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2446951-2448705-2448727--43573-2492628- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
'HUM.M Zeitungsnachrichten uttt> aoxtelpon*en\en. Deutschland. Mainz, 17. März. Dieser Winter, in welchem der unerbittliche Tod leider solch reiche Ernte unter den Ungarns gehalten, sollte nicht zu Ende gehen, ehe diesem edlen Kreise noch ein kostbares Opfer ab gerungen wurde. Am ns \ dem Sterbetage von ^'27 verschied in D. Szerdahely der pi 71'2 twro pn daselbst, p-^p fpv mo p»:n. Der Verblichene war ein mn f?n: in der wahrsten Bedeutung des Wortes. Mit seinem immensen rrorpa in n'ps7B7 er verband er eine staunenswerthe Logik im Denken und Klarheit in der Auffassung. Zwei bedeutende Werke, p*sr renx auf prnp^ pvv -'2T2 und rs- '12-1 auf ni77i nwrn ntren, wie seine zahlreichen Schüler legen hiervon beredtes Zeugniß ab. Neben seinen sonstigen nmo rmc ragte seine Friedensliebe ganz besonders hervor. Er war ein echter bv Tt&n pns, ein e^s? spn, und verstand er es vorzüglich Parteienverschiedenheit, die in D. Szerdahely nur zu häufig die Gcmüther erregt, auszugleichen. Möge der Geist und die Gesinnung des Verklärten weiter fort leben und so der Spruch unserer v'v2n sich bewahrheiten! e**n 2'iip fnrras c'pHS. tv. M. Berlin. (Generalversammlung des „Central-Vereins für dieJnteressender jüdischen Gemeind e" a m 9. d. M.) Der Vorsitzende, Herr Oppenheim, eröffnete die Versammlung und gedachte mit rührenden Worten der dem Verein durch den Tod entrissenen verdienstvollen Mitglieder Leichtcntritt und Lindemann, deren Andenken die Versammlung durch Erheben von den Sitzen ehrte. In dem Geschäftsbericht entrollte der Vorsitzende ein anschauliches Bild von der Thätigkeit des Vereins, auf die man mit Befriedigung zurückblicken könne. Der Verein habe zwar noch nicht alles erreicht, was er zu seiner Aufgabe gemacht hat; allein das Erreichte sei so werthvoll, daß es die Existenzberechtigung des Vereins darthue und von seiner Wirksamkeit beredtes Zeugniß ablege. Der Vorstand wolle auf dem beschrittenen Wege fortfahren und hofft, mit der Zeit das Gemeindeleben im Sinne des Central-Vereins zu gestalten. Die Versammlung nahm sodann von dem Rechenschaftsbericht Kenntniß und crtheilte die Decharge. In der sehr anregenden Diskussion wurde von den Herren Sturmann, Spiewkowski, Rosenthal und Klausner dem Vorstande vorgeworfen, daß noch viele Wünsche des Vereins unerfüllt geblieben sind. So z. B. sollte man bei Aufstellung der Kandidaten für das Vorstands- und Repräsentantencollegium weniger auf den Titel, als vielmehr auf die Persönlichkeit der zu Wählenden Rücksicht nehmen. Bei der Wahl der Vorstandsmitglieder haben die mit Hilfe des Central-Vereins gewählten Repräsentanten ihre Stimme nicht im gewünschten Sinne abgegeben, sonst müßte die Wahl anders ausgefallen sein. Besonders wurde darüber Klage geführt, daß es den Repräsentanten bisher nicht gelungen sei, dahin zu wirken, daß die Erziehung in einem jüdischen Waisenhause den Grundsätzen unserer Religion mehr entspreche. Es wurde der Wunsch ausgesprochen, der Vorstand möge öfter Versammlungen einberufen und eine etwas raschere Thätigkeit entfalten, damit die Verwirklichung der Ziele des Vereins nicht in zu weite Ferne gerückt würde. Herr Abrahamsohn wollte den Vorstand veranlassen, dafür zu sorgen, daß der Religionsunterricht an den königlichen Gymnasien nicht von Elementarlehrern, sondern von akademisch gebildeten Lehrern ertheilt werde. Dieser Wunsch wurde von Herrn Flanter als durchaus unberechtigt und unbegründet bezeichnet, vielmehr habe sich die Verwendung von Elementarlehrern im Religionsunterricht als zweckmäßig erwiesen, welcher Ansicht auch Klausner in beredten Worten Ausdruck gab und die Versammlung durch ihren Beifall sich anschloß. Als wünschenswerth für eine ersprießlichere Thätigkeit des Vereins wurde die Gründung von Gruppen in den einzelnen Bezirken Berlins bezeichnet, für die im Jahre 1698 stattfindende Repräsentantenwahl müffe man jetzt schon die geeigneten Schritte einleiten. Vom Vorstandstische aus wurden die vorgebrachten Vorwürfe zum Theil zurückgewiesen und das Versprechen gegeben, an dem Programm des Central-Vereins unentwegt festzuhalten. Mit einem warmen Appell an die Versammlung zur Unterstützung der Vereinsbestrebungen schloß der Vorsitzende die Generalversammlung. Frankfurt a. M., 14. März. Weithin berühmt ist das am Rordabhange unseres schönen Taunusgebirges gelegene Bad Nauheim durch die heilkräftige Wirkung seiner Mineralquellen, die in jedem Jahre Tausende aus der Nähe wie aus weiter Fern e aufsuchen, um daselbst Stärkung und Heilung zu finden. Weniger allgemein bekannt dürfte das segensreiche Wirken der Israelitischen Kinder-Heilstätte daselbst sein. In unserer Zeit, wo durch den immer härter werdenden Kampf um's Dasein alle Kräfte bis auf's Aeußerste angespannt werden, ist es mehr als je geboten, dem Armen im Krankheitsfalle beizustehen, ihm die Möglichkeit zu geben, daß er sich physisch kräftige, seine Gesundheit stärke. Das ist ja gewiß eine der schönsten Arten von Woblthätigkeit; es ist das, was das biblische Wort: „Wenn Dein Bruder vermögensschwach ist und eS schwankt seine Hand bei Dir, so unterstütze ihn," in erster Linie uns lehrt.