Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 22 (18.3.1897)
- Date
- 1897-03-18
- Page
- – (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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410 meinde diesem Uebelstande abhelfen. Auch sollten die wirklich rituellen Restaurationen in den Synagogen öffentlich bekannt gemacht werden, denn was soll man dazu sagen, wenn man in manchem derselben am Sabbat Cigarren rauchende Tischgäste antrifft? Unis pro multis. Fürth, 15. März. Aus dem Büreau des Jsr. WanderunterstützungSverein erhalten wir folgende Zuschrift: Der 62jährige Moritz Spitz aus Rosenberg, Böhmen, angeblich jetzt in Fischach wohnhaft, erhielt seit Jchrcn eine Unterstützung von 12 Mark jährlich aus unserer Kaffe. Derselbe Halle erst eine Haftstrafe von 14 Tagen, welche Strafe er durch Urtheil des Amisgerichles Kadolzburg wegen Diebstahl und Landftreicherei erhielt, abgefeffen. Gestern kam er angetrunken in unser Büreau und betrug sich höchst unverschämt. Das äu jour habende Vorstandsmitglied weigerte sich mir Recht, dem Spitz 12 Mark in Baar zu begleichen, sondern gewährte ihm nur drei Mark baar und ein Freibillet nach München. Ich wurde beauftragt den Spitz bis Nürnberg zu begleiten, damit er den Zug nicht verläßt, um etwa in Nürnberg zu bleiben. Im hiesigen Bahnhof skandalirte er schon derartig, daß eine Polizei-Requisition nöthig war. So trieb er dieses Lärmen im CoupL weiter bis Nürnberg. Im Nürnberger Bahnhof erging er sich in den gemeinsten antisemitischen Schimpfereien und brachte mehrere Hoch's auf Stöcker aus. Dieser Unfug währte so lange bis endlich der Zug abdampfte. Der Vorstand ließ daher diesen Spitz als unwürdig einer Unterstützung aus der Zahl der zu Unterstützenden streichen. Max Hirsch mann. Mannheim, 17. März. In seiner Correspondenz in Nr. 20 des „Israelit" hält es der Einsender aus „Bayern" nicht für richtig, daß die P^bt durch Alt.r ^db werden, sondern er meint, daß solche schon angefertigt werden; nun mag das Erstere in Bayern seine Richtigkeit haben, vielleicht geht dort jeder von Zeit zu Zeit zum tod und läßt seine p^sn durchsehen, leider ist dies in viel n anderen Gegenden nicht der Fall; ob aber in Bayern auch in Bezug auf irrta bessere Zustände wie anderwärts herrschen, das glaube ich kaum. Wie herzlich wenigen Leuten fällt es ein, einmal die mr/ra durchsetzen zu lasten, dieselben werden neu an den Thüren angeschlagen, wenn jemand seinen Hausstand gründet und bleiben daran oftmals, ja fast immer bis ein Umbau, günstigenfalls bis ein Wohnungswechsel vorgenommen wird und diese Lässigkeit besteht schon sehr lange Zeit. Der erwähnte Herr Correspondent glaubt, weil der ib« konkurriren muß und weil er keine genügende Controlle hat, fertigt er seine Arbeiten ohne Rücksicht auf mw an. Dies ist ein ganz ungerechtfertigter Vorwurf, denn das heißt mit anderen Worten, jeder **», der billig arbeitet, ist ein gewistenloser Mensch; einige Händler haben von Seiten der „Freien Vereinigung" oder des betreffenden Rabbiners eine und doch verkaufen sie ihre rma pi?ßn rc. zu sehr billigem Preis, cs ist doch damit zur Genüge bewiesen, daß man billig und doch ipa arbeiten kann, nur kann man für billigen Preis keine großen p^Bn und mnta Herstellen, aber mit hat dies nichts zu thun. Der Vorschlag des Herrn Correspondenten ist sicher besser als der meinige, obwohl auch dieser nicht einwandfrei ist, denn, wenn sich je ein gewistenloser tod findet, so kann er neben imnv pbsn 2C. die dviß sind, auch etwas gute Waare führen zeigt die schlechte aber nicht, und die Controlle kann eben, da durch Hinzuziehung eines ib® immer etwas umständlich, nicht häustg vorgenommen werden. Wenn aber die Herren E^aa von der Praxis etwas verständen, so könnte die Controlle häufiger vorgenommen werden, besonders da die b'ibid meist an Plätzen wohnen, an denen der RabbinatSsitz sich befindet. Der bekannte Fall von vor zwei Jahren steht rra einzig da und war von keinem deutschen avia ausgeführt, sondern von einem russischen Battimfabrikanten. In Rußland kann ein ic® kein rra anfertigen und derjenige der dto macht, kann keine e>ae ’nw Herstellen, in Deutschland ist ein “ibid eben ein ia ^>a, er fertigt die ganzen pfyßn an. Ich möchte hier noch auf einen großen Mißstand aufmerksam machen. In sehr vielen Gemeinden sind die nim 'ivs in einem schrecklichen Zustand, so daß man dieselben fast ganz ma^pa rare sein müßte; nun sind aber die Landgemeinden durch den Wegzug nach größeren Plätzen so klein geworden, daß sie mit dem besten Willen nicht aus eigenen Mitteln ihre e^bb Herstellen lasten tönnen; vielleicht könnte da von Seiten der „Freien Vereinigung" oder anderen Vereinen etwas geschehen. Aus Baden. Nach dem Grundsätze nrr p mn itat ppb Eixn i>a muß der Erlaß des Gr. Oberraths der Israeliten, das Schächten an Sonn- und christlichen Feiertagen betreffend, von einem anderen Gesichtspunkte aus betrachtet werden, als er von Ihrem Herrn Correspondenten aus Karlsruhe beurtheilt worden ist. Es war nämlich da und dort die Meinung verbreitet, daß das Schächten in einem geschlossenen Hofe oder im geschloffenen Schlachtgemach am Sonntag nicht verboten sei, bis ein Fall, nach welchem Metzger und Schochet bestraft wurden, uns eines anderen belehrte. Nun hält sich selbstverständlich die israel. Landesbehörde für verpflichtet erachtet, die übrigen Schochtim darauf aufmerksam zu machen, um sie vor Schaden zu wahren. Der Erlaß war also nicht überflüssig, sondern nothwcndig. Wenn der Oberrath daran die Bemerkung ge-