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Der Israelit · 1897-03-11 · Heft 20 (11.3.1897) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 20 (11.3.1897)
Date
1897-03-11
Page
– (sequence 5)
Language
German
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. iw; ’.x »• 7«5*e*”r* ^7»</-t.-^-7 > ' --' >.o-rv. -t.? *',■■’ -" *; - 371 billig einzukaufen bezw. anzufertigen, unbekümmert ob ^v'2 oder nicht, da eine Controlle ja nicht besteht. Der Schreiber des genannten Artikels empfiehlt nun als einziges Mittel gegen das Nebel, daß Rabbiner und Lehrer jeden belehren sollen, wie j^cn beschaffen sein müssen. Dieser Vorschlag ist sicherlich gut gemeint, aber Werth los. Wie der bekannte Fall in Frankfurt vor 2 Jahren bewiesen hat, können selbst tüchtige E^rr bei Beurtheilnng der P^bd von außen sich täuschen. Fast niemals aber dürfte ein Rabbiner — es sei denn, daß er sich gründlich nnd praktisch mit ptor w befaßt hat — und noch weniger ein Lehrer oder gar ein Laie hierin sich ein maßgebendes Urtheil Zutrauen. Zugegeben aber, es verstände jemand der Genannten die p^sn von außen auf ihr niE'E zu beurtheilen, so sind sie damit doch noch nicht von innen beurtheilt. Es gibt allerdings ein Mittel das Nebel zu beseitigen. Dieses Mittel ist einzig und allein folgendes : Es muß sich eine C o m m i s s i o n anerkannter konstituiren. Diese kon 1 rolliren v o n Z e i t z u Z e i t u n t e r Hinzuziehung anerkannter c^ß'cbic von Händlern nn d b ’ n b : e zu verkaufenden E'^E Bei Beanstandung wird der Verkäufer hiervon in Kenntniß gesetzte Bleibt diese Maßnahme nach nochmal i g e r V e rw a r n u n g erfolglos, so muß die Thatsache unter Nennung der Namen veröffentlicht werden. Ebenso nrüssen auch die Namen der Lieferanten von unbeanstandetgebliebenerWaare öffentlich regtstrirt werden. Hierdurch wird erreicht, daß die ancte, die bis dahin — sei es aus Gleichgültigkeit oder um der erdrückenden Concurrenz der Händler zu begegnen, oder weil sie infolge mangelhafter Vorbildung glaubten, es sei nicht so genau zu nehmen, da ja auch die Rabbiner es nicht genau nehmen — ungenügende Waare lieferten, von der Zeit an, wo die Rabbiner über die Sache wachen, gute Arbeiten liefern werden. Sie werden sich um so eher dazu verstehen, als — da Pfuscharbeit nicht mehr geduldet wird — auch ein besserer Preis sür gute Arbeit gezahlt werden wird. Arbeiten aber die e'Ie-e gewissenhaft, dann wird es auch — nnd das ist die Hauptsache— nur koschere pbßr, ,nno 'isc u. s. w. gebe n. Biebrich, 3. März. Der am Samstag Abend sanft entschlafene, langjährige Lehrer und Leiter der hiesigen israe- Irischen Gemeinde, vr. h. c Selig nt an» 33 a er, Ritter des Kroncnordens, Ehrenbürger der Stadt Biebrich, ordentliches Mitglied der „Deutsch-morgenländischen Gesellschaft" .'c. kam. wie Sic bereits berichteten, gestern Nachmittag zur letzten Ruhe. Schon das kaum zu übersehende Leichenbegängniß, woran sich die ersten Vertreter der Stadtbehörde, Geist, liehe, viele Stadt- und Staatsbeamten, sowie Bürger aus allen Kreisen und Schichten, Freunde von nah und firne betheiligtcn, sagte deutlich, mehr wie Worte cs vermögen, wer und was in Dr. S. Baer zu Grabe getragen wurde, und daß auch seine Mitmenschen einen mit vielen seltenen und vorzüglichenEigenschaften und Tugenden ausgerüstetenMenschen und Bürger, der sich die Hochachtung und Liebe aller seiner Ncbenmcnschen, ohne Unterschied der Konfessionen, in hohem Grade zu erlangen verstand, verlieren. Am Grabe gab zunächst der amtierende Bezirks-Rabbiner Dr. M. Silberstein- Wiesbaden der Größe des Bcrlustcs beredten Ausdruck, hob des weiteren hervor, wie der Verstorbene ein halbes Jahrhundert als wahrhafter Priester int Dienste Gottes und der Menschheit gestanden, seine in so reichem Maße ihm von Gott verliehenen Körper- und Geisteskräfte selbstlos geopfert habe Aus dem reichem Gebiete der von ihm durchforschten Wissenschaft hob Redner speziell die Synagogalliturgie hervor und führte wörtlich aus: „Die israelitische Gemeinde kann für ewige Zeiten mit Stolz davon erfüllt sein, von einem Manne die erhebenden Gebete im Gotteshause vorgetragen erhalten zu haben, die derselbe selbstcigcn mit der Fackel seines erleuchteten Geistes durchsichtct und durchforscht hat." Indent Redner noch besonders hervorhob, wie dem Verstorbenen die Huld und Gnade dreier erhabener deutscher Kaiser zu theil ward, schloß der Redner feine fach- und formvollendete Rede mit herzlichen, zu Thronen rührenden Abschiedsivortcn an den Verstorbenen. Hierauf folgte als zweiter Redner Dr. Plaut, Rabbiner der israelitischen Gemeinde zu Frankfurt a. M. Derselbe schilderte mit herrlichen Worten die unbegrenzte Bescheidenheit und Anspruchslosigkeit des gefeierte" Gelehrten, der sich sein Leben lang damit begnügte, daß das Licht der Gottcslehre auf seinen Tisch heruiedcrleuchtc und dem es ganz nebensächlich war, wie der Tisch des Genusses gedeckt sei. Herr Bürgermeister Vogt feierte hierauf in kernigen kurzen Worten den Dahingeschicdenen als langjährigen Ehrenbürger der hiesigen Stadl und hob hervor, daß Biebrich für alle Zeiten auf diesen gewesenen Ehrenbürger mit Stolz herabblicken würde. Herr Lehrer Sulzbacher, Amtsnachfolger des Verblichenen, drückte im Namen seiner Gemeinde herzlichen Dank aus für die Verdienste, die sich der Verstorbene als Jugenderzieher und Jugendbildnerin hiesiger Gemeinde erworben habe; auch seinen persönlichen Dank stattete Redner ab für die ihm von dem Verstorbenen entgcgengebrachte Freundlichkeit und Liebe, sowie für die iresfl'ichcn Belehrungen und Unterweisungen, die er allezeit von demselben erhalten habe. Herr Lehrberger-Rödelheim vertrat die Verlagsbuchhandlung Lehrbergcr und Komp, bei der der Verstorbene alle Werke auf dem Gebiete der Synagogalliturgie verlegte, und bekundete seinen tiefen Schmerz um den unersetzlichen Verlust des Dahingegangenen, der die Seele der Verlagshandlung gewesen sei, für die er in so ehrlicher und rechtschaffener Weise gearbeitet habe. Der letzte Redner am Grabe, das Gemeindemitglied Herr Allmaycr, zeichnete den Verschiedenen als »inen der edelsten ttnd besten Bürger, mit dem titatt nur inBerührung zu kommen brauchte und man ward von seinem Lichte beleuchtet. Redner schloß mit dem Wunsche, daß das Andenken des Verklärten stets in unserer Mitte weilen und Allen zum Segen gereichen möge! rPnsan Oesterr.-Ungar. Monarchie. Protznitz, 8. März. Unser Rabbiner, Herr Dr. Emil Hoff, ist am 22. v. im Alter von 58 Jahren verschieden. Der Verblichene war eine Reihe von Iahen, bis zum Jahre 1870, Rabbiner und Prediger an der Prager Pinkasfynagoge. Volle 27 Jahre wirkte er hier als Rabbiner unb Prediger,

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