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Der Israelit · 1897-03-11 · Heft 20 (11.3.1897) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 20 (11.3.1897)
Date
1897-03-11
Page
– (sequence 4)
Language
German
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370 Doch wir brechen ab. Eine eingehende Würdigung der Bedeutung seines Pentatcuchcommentarcs hätte die verschiedenen Gebiete zu beleuchten, in die derselbe neue Einblicke erschließt und neue Ausblicke eröffnet. Außer den bereits früher erwähnten, fei hier beispielsweise nur das umfassende Gebiet der jüdischen RechtSwiffenschaft genannt. Eine solche Arbeit würde jedoch zu einem Werke auswachsen, da» sich weder nach Inhalt noch Umfang in den Nahmen einer periodischen Zeitschrift einzufügen vermöchte. Nur auf einen Punkt möge hier noch hingewiesen werden. Die reichen Ergebuiffe dieser Forschung, die unendliche Fülle von Entdeckungen werden in keiner Weise als solche angeführt. In erhabener Selbstlosigkeit verbirgt sie der Autor, manchmal sogar in einem unscheinbaren Adjectivsatze, über den der nicht sehr sachkundige Leser ahnungslos hinweg geht. Für die Würdigung der Bedeutung dieser Forschung ist dieses Verfahren keineswegs günstig gewesen. — Wir haben mit unseren Ausführungen das ursprünglich in Aussicht genommene Maß an Umfang und Inhalt weit überschritten. Die von so vielen Seiten uns cntgegengebrachten freundlichen Kundgebungen haben uns in erfreulicher Weise gezeigt, ein wie lebhaftes Interesse der Inhalt dieser Darlegungen in weiten Kreisen gefunden hat. Vielen war Vieles so neu, daß wir hoffen dürfen, mit dieser größeren Ausführlichkeit unserer heiligen Sache vielleicht einen bescheidenen Dienst geleistet zu haben. Zum Schutze unserer Religionsgesellschaft gegen Angriffe, die eine traurige Zeitlage zu ihrer Schädigung auszunützen suchten, Angriffe, die ihr nur gefährlich werden konnten, so lange sie in Unkenntniß ihrer eigenen Geschichte befangen war, hielten wir cs für nöthig, in kurzen Umrissen die Verhältnisse zu zeichnen, die ihre Gründung veranlaßten und die Hauptmomcnte ihrer Geschichte ihr vor die Seele zu führen. Je klarer dabei die umstrittenen Fundamentalprinzipien aufgedcckt wurden, um so mehr, des sind wir nach wie vor überzeugt, stehen unsere Darlegungen zugleich im Dienste d.s wahren Friedens. Von der Religionsgesellschaft konnten wir nicht sprechen, ohne ihrcs eigentlichen, geistigen Gründers, Führers und Vertreters zu gedenken und seiner reich gesegneten, von Erfolg gekrönten Wirksamkeit. So lange sein Geist in der Religionsgesellschaft hochgehalten werden wird, so lange sie von dem Bewußtsein durchdrungen bleibt, daß ebenso hoch und heilig, wie die Gründung und Erhaltung der für da» jüdische Leben unerläßlichen Institutionen, die Sorge ist, darüber zu machen, daß auch die kommenden Geschlechter ven jenem Geist beseelt sind, der auch ihnen die Benutzung jener Institutionen zur heiligen Lebenspflicht macht; kurz, solange sie es als heiligstes Anliegen begreift, ihre Söhne und Töchter zu bewußten Juden und Jüdinnen— und darin liegt in unserer Zeit schon von selbst auch die Pflicht, sie zu gebildeten Juden und Jüdinnen zu erziehen —: so lange wird sie blühen und gedeihen und wird auch fortfahren, nach Außen zu leuchten als eine Stätte, in der die Thora von Neuem Wurzel geschlagen hat. Den Werken und den Schriften Samson Raphael Hirsch's aber gehört in weiten Kreisen Israels die Zukunft an. Wenn die Enkel, wenn die llrenkel der jetzt ihrem Menschheitspriestcrbcrufe entfremdeten jüdischen Brüder sich einst wieder auf sich selbst besinnen und zu ihrem Gotte zurückkehren werden, so werden es seine Werke sein, die von ihm gelehrte Erkenntniß des Judenthums, der von ihm ausgehende Geist, durch den sie sich zu ihrem ewigen Vater zurückfinden werden. Und unter den großen Denkern aller Zeiten, die den Gegensatz zwischen Wissen und Glauben, zwischen dem Endlichen und dem Unendlichen, zwischen dem menschlich Umschränkten und dem göttlich Ewigen nicht nur auszugleichen, sondern aufzuhebcu strebten, leuchtet als der größten Einer: der Name Samson Raphael Hirsch. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Aus Bayern. In Nummer 17/18 des „Jsr." wird aus Mannheim in Anknüpfung an die Thätigkeit der „Freien Vereinigung" auch die pvO.-i-Angclegenheit besprochen. Der Einsender findet die Hanptursache des Uebels in dem Umstande, daß die s'^vn zu lange gebraucht würden, bevor sie einem zur Durchsicht übergeben werden. Diese Annahnle ist schon deshalb irrig, weil die betr. nicht altershalber p*db werden, sondern ^db an gefertigt wurden. Ein großer, wenn nicht der größte Theit der deutschen tr-rrr, die pPer rrj» noch halten wollen, kaufen ihre pPen und andere \ra? nur deshalb da, wo sie am billigsten zu haben sind, weil sie der Meinung leben, der verkaufende "lv'E oder Händler sei der Controlle des zuständigen orthodoxen Rabbiners unterstellt, und sobald dies nicht mehr der Fall sei, werde es analog der Praxis bezüglich der und Restaurationen öffentlich bekannt gegeben. Sie handeln also bona fide. Da dieser allgemein verbreiteten, aber irrigen Voraussetzung gegenüber die Wahrheit nicht bekannt wird, so ist es begreiflich, daß der Laie, der nichts von dtc *.r;y versteht, die billigste Bezugsquelle aufsucht. Die Folge davon ist, daß Händler und sich bestreben'und wetteifern, recht

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