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Der Israelit · 1897-03-08 · Heft 19 (8.3.1897) · page 10

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 19 (8.3.1897)
Date
1897-03-08
Page
– (sequence 10)
Language
German
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360 dabei^nicht auf die philosophischen Werke HesHRambam, sondern berücksichtigt in gleicher Weise Mischnacommentar, Jad Hachasaka und andere Schriften. Es ist für den Bibelforscher selbstredend von hohem Jntereffe zu erfahren, wie die großen Denker und Gelehrten unseres Volkes die heilige Schrift aufgefaßt haben. Von vielen derselben, wie gerade von MaimonideS sind uns keine, oder nur wenige direkt «xegetischen Schriften erhalten geblieben. Die Bibelerklärungen, die sich zerstreut in den anderen Werken dieser Männer finden, sind deßhalb von nicht geringerem Werthe. Bachers Verdienst in beiden genannten Arbeiten ist es, solche Deutungen mit vielem Fleiß gesammelt und übersichtlich gruppirt zu haben. Der Dank der Bibelsreunde wird ihm nicht ausbleiben. Zeitungsnachrichten und ILorresponVenzen. Deutschland. E. R. Berlin, 28. Febr. In der heute abgehaltenen Sitzung der Repräsentanten der jüdischen Gemeinde wuroe Herr Bankoirektor Isidor Sachs in die Verwaltung der Dr. Ephraim-Stiftung gewählt und der hingebungsvollen Thätigkeit des Herrn Rechtsanwalt Leo Lilienthal in der Fürsorge- Commission Erwähnung gethan. Alle andere Punkte der Tagesordnung wurden vertagt. Um 12 Uhr fand die Beerdigung der Gattin des Herrn Alexander Breslauer statt, bei welcher auch einige Nepräsentanten zugegen waren. LW Frankfurt a. M., 2. März. Herr Alfred Geiger, dessen unermüdliche, verdienstvolle Thätigkelt im Dienste heimischer und allgemein-jüdischer Interessen namentlich des Vereins „Lemaan-Zion", des Israelitischen Waisenhauses zu Jerusalem re., weit über das Weichbild unserer Stadt hinaus bekannt und gefeiert ist, war gestern der Mittelpunkt herzlicher Ovationen, welche ihm aus Anlaß seiner fünfzigjährigen Thätigkeit als Stenograph dargcbracht wurden. Der „Klub" veranstaltete eine glänzende Feier, welche der Vorsitzende, Herr Rühl, mit einer Ansprache eröffn ete, in der er die Verdienste des Jubilars um die Popularistrung der Stenographie rühmend hervorhob. Zum Zeichen der Anerkennung und des Dankes widmete der Klub seinem Ehrenmitglieoe eine goldene Feder. Weitere Glückwünsche brachten dar der „Verband der Stenographen des Main Rhein-Gaurs", die Bundesleitung der Gabelsbergerschen Schule, das Stenographische Institut zu Dresden, das ein Diplom überreichen ließ, rc. rc. Namens der Preffe, insbesondere der „Frankfurts Zeitung", rühmte der Besitzer der letzteren, Herr L. Sonnemann, die Verdienste des Jubilars um die Preffe, indenr er hervorhob, daß man den Erdball würde umspannen können, wenn man die von Herrn Geiger beschriebenen Blätter aneinanderreihen wollte. Oesterr.-Ungar. Monarchie. Wien, 4. Febr. Die Stadt Wien denkt seit dem Regime der Antisemiten an die Errichtung einer Kommunalbank. In größter Eile wurde im Magistrat ein Plan für diese Bank ausgearbeitet. Die städtische Bank soll ein Stammcapital von 50 bis 60 Millionen haben und von Allem die gesamte Geldgebahrung und Verloaltung der Stadt Wien besorgen. stieben den Kassengeschäften der städtischen Gaswerke, soll sie — und das ist für die nächste Zukunft wichtig — sich mit der Begebung der kommunalen Anlehen befaffen und überhaupt jedes Finanzgeschäft der Stadt besorgen. Die künftige Kommunalbank soll auch eine Sparkaffe und ein Versatzamt enthalten. Man sieht, die Wiener Stadtbank soll ein regelrechtes Konknrrenzinstitut der bestehenden Privatbanken werden, lieber das Motiv, das die antisemitische Gemeinderathsmajorität zur eiligen Fertigstellung der Pläne jur künftigen Kommunalbank treibt, ist man sich allgemein im Reinen. Die Stadt Wien giebt bekanntlich demnächst ein 200 Millionen-Anlehen heraus und da hat sich die Schwierigkeit ergeben, daß man an keine Wiener Bank jur Begebung dieses Anlehens herantreten kann, da die Privatbanken jede Verbindung mit den Antisemiten zurückwiesen und die einzige Staatsbank, die österreichisch-ungarische Bank, auf Grund ihrer Statuten nicht emissionsberechtigt ist. — Das Motiv zur Errichtung einer Kommunalbank ist also, wie man sieht, durchaus kein wirthschaftliches, sondern einfach ein Gebot der Nothwendigkeit. Wien, 2. März. (GegendenAntisemit ismus). Der Verein für Abwehr des Antisemitismus hat eine Aufruf erlassen, in welchem er alle anständig denkenden Menschen zur Theilnahme an seinen humanen Bestrebungen auffordert. In diesem Aufrufe heißt es: „Wer die Abwehr des Antisemitismus als begründet und geboten anerkennt und wer uns darin beisteht, arbeitet auch gleichzeitig an der Abwehr der llngerechtigkeit mit, gegen die er selbst zu ringen hat. Möge daher unser Ruf in ganz Oesterreich, nicht allein in den deutschen Theilen, nicht allein in den sogenannten bürgerlichen Parteien, sondern überall gehört werden. Mögen sich uns noch im letzten Augenblicke Alle ohne Ausnahme anschließen, deren Wunsch und Streben es ist, für sich und ihre Mitbürger die Gleichberechtigung zu erkämpfen, die das höchste, das heiligste Gut eines jeden Menschen ist." Prag, 26. Febr. Anfangs d. M. fand eine Berathung der böhmischen Judenschaft über die an-

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