Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 19 (8.3.1897)
- Date
- 1897-03-08
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
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XXXVIII. Jahrgang. Skilayk )U M 19 -es „Israelit". Literarische Werichte- PJflStP Hebräische Dichtungen von Simon Bacher. Aus den gedruckten Schriften und dem handschriftlichen Nachlasse des verewigten Verfassers ausgewählt und herausgegeben von seinem Sohne Wilhelm Bacher. Th. I Originaldichtungcn XXXVI. u. 256 p. Th. II. Uebersetzungen aus dem Deutschen und Ungarischen 230 p. Theil III. Lessing's Nathan der Weise; hebräisch. 266 p. Wien 1894. Commissionsverlag von A. D. Lippe. Wir sind dem pietätvollen, rühmlichst bekannten Gelehrten dankbar, daß er die theits ungedrnckten, theils zerstreuten Dichtungen und Uebersetzungen seines Vaters gesammelt und durch den Druck allen Freunden der hebräischen Sprache zugänglich gemacht hat. Was die eigenen Dichtungen Simon Bacher's betrifft, so sind wir wohl an manchen Stellen mit dem Inhalt nicht einverstanden, müssen aber stets die Kunst bewundern, mit der der Verfasser die hebräische Sprache handhabt. Die zahlreichen Gelegenheitsgedichte sind bei Festlichkeiten und Jubiläen sehr gut und leicht zu verwenden. Von den Uebersetzungen interessircn uns doppelt diejenigen ans dem Ungarischen. Dem Nichtungarn werden in vielen derselben kostbare Perlen aus einem fremden Litteraturkreise zum ersten Male zugänglich gemacht. Von den Uebertragungen deutscher Klassiker nennen wir besonders die vorzügliche Uebersetzung des Feuers aus Schiller's Glocke und die von Bürger's Lied vom braven Manne. Der Inhalt des dritten Bandes „Nathan der Weise", in fließendem, tadellosem Hebräisch, wird gewiß in weiten Kreisen freudig begrüßt werden. Die ganze Sammlung ist ein neuer Beweis dafür, daß sich auch nivderne Gedanken und moderne Dichtungsformerr vollkommen durch die hebräische Sprache wicdergeben taffen. Bacher, Die Agava ver Palästinenfischen Amoräer. Band II. (Die Schüler R. Iochaimns); Straßburg i. E. 1896. Karl I. Trüb ner VIII und 545 Seiten. Jedem, der sich eine gewisse Kenntniß der Agada verschaffen will, ohne genügendes jüdisches Wiffen erlangt zu haben, um Talmud und Midrasch in der Ursprache zu verstehen, dem geben wir den Rath Bachers Publikationen über die Agada der Tanaim und Amoraim zur Hattd §u nehmen. Wenn schon der Uebersetzung einer Dichtung unter allenZUmständen viel von Zauber und Schmelz des^Originals verloren geht, so erscheint dem Talmudisten, der die Uebersetzung eines talmudischen Traktats oder Midraschtheils vor sich hat, das vertraute Werk eine ganz andere Gestalt angenommen zu haben. Auch die beste Uebersetzung läßt hier oft kaum eine Ahnung wach werden von dem hohen, geistigen Genuß, den das Studium des Originals so überreich bietet. Dieses ist der Grund, warum Talmud- und Midraschübersctzungen wohl oft verlangt, aber so wenig gelesen werden. Ueber die Ursache dieser Erscheinung ist schon viel gesprochen worden. Eine Auseinandersetzung an dieser Stelle würde zu weit führen. Bacher sucht erfolgreich das Interesse für die übersetzte Agada dadurch zu heben, daß er erstens die einzelnen zerstreut vorkommenden Aussprüche um die Person des jeweiligen Tradenten gruppirt und dann die so gesammelten Sätze uns unter verschiedenen bestimmten Gesichtspunkten und Titeln vorführt. So tritt dem Leser im vorliegenden Bande zuerst R. Eleazar b. Pedath mit seinen Lehren und Aussprüchen entgegen. In neun Kapiteln beschäftigt sich der Verfasser mit demselben. Das erste Kapitel ist der Persönlichkeit Rabbi Eleazars gewidmet. Dann folgen: 1. Sprüche und Sentenzen; 2. das Studium der Lehre; 3. Israel. Die Völker; 4. Exegetisches; 5. zu biblischen Personen unb Erzählungen; Homiletisches u. s. w. In gleicher Weise wird in vorliegendem Bande von 10 Amoraim gehandelt. Die Schilderung der Wirkens R. Jizchak Nappacha's und N. Lewi's als Agadisten füllt fast die Hälfte der Seitenzahl. Wir glauben, daß der Verfasser sowohl durch die Anordnung des Stoffes, als auch durch seine fesselnde Darstellung selbst dem Fernstehenden warme Theilnahme und Bewunderung für die Agada abgewinncn muß. So reiches Material für die Geschichte der Tanaim und Amoraim in den vielbändigen Agada-Schristen Bachers wohlgeordnet aufgespeichert ist, so sehen wir doch das Verdienst dieser Bearbeitungen in erster Linie darin, daß sie jedem Gebildeten den Blüthengarjen der Agada nicht nur erschließen, sondern ihn auch veranlassen in denselben einzutreten. Laien wie Gelehrten sei der vorliegende Band sammt seinen Vorgängern angelegentlichst empfohlen. _ _ Die Bidelexegese Moses Maimnnis von Prof. Dr. Wilhelm Bacher. Budapest 1896. (Jahresbericht der Landes-Rabbinerschule.) In seiner vorigen Programmarbeit 1894 schilderte uns Bacher die Bibelexegese der Religionsphilosophen vor Maimonides. In vorliegender Schrift erhalten mir eine werthvolle Fortsetzung und Ergänzung dieser Studie. Der Verfasser beschränkt sich