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Der Israelit · 1897-03-08 · Heft 19 (8.3.1897) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 19 (8.3.1897)
Date
1897-03-08
Page
– (sequence 5)
Language
German
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355 Es waren nur die aktiven Vereinslehrer und Mitglieder und als Ehrengast un^pn sin geladen, im Ganzen ca. 80 Personen. Herr Dr. S. P. N a th a n, der dem Verein seil seiner Begründung als Lehrer und Leiter der von den Mitgliedern persönlich zu haltenden Vorträge, mit unwandelbarerPflichttreue vorsteht, trug, kurz, nachdem man stch zur Tafel gesetzt hatte, die letzten Raschi-Abschnitteund den mit nwo beginnenden Abschnitt prar 'i idk unter Hinweis auf die Bedeutung von 'tn selbst und der sich um seinenjCommentar schaarenden überaus umfangreichen Literatur, vor; worauf der Präses des Vereins, Herr P. Hirsch, in herzlicher Ansprache die Gäste willkommen hieß. Daß die schöne Mahlzeit dann in großen Pausen, die mit schmackhaft bereiteten geistigen Genüssen ausgefüllt wurden, sich bis lange nach Mitternacht hinzog, wird man begreifen, wenn man erfährt, daß zehn mehr oder minder lange Reden gehalten, die alle mit dankbarem Beifall ausgenommen wurden. Sr. Ehrwürden nj sin sprach natürlich zuerst in seiner uns bekannten meisterhaften Weise. Der Redner begann seinen Vortrag mit uivn yro mv pn^n^n d'ibVi psi tn&S tnem rn psi dis*? "ni weßhalb die Umstellung von «m uivn und uivw «n? Daß erstereS sich auf die älteren und das zweite auf die Jüngeren sich beziehe. Den Wem mit mm vergleichend und die nnsris mit dem für den weltlichen Beruf erforderlichen Wißen. Das vis, über welches der Segen gesprochen werde, soll nach Ausspruch unserer Weisen vier Eigenschaften besitzen ent? tosik n^Dii, letzteres als Abreviatur für nvvvv» udv "n nmn erklärte der dtebnev auf die von dem sittlichen Menschen geforderten Eigenschaften hindeutend; es soll ein reiner gekelterter, die Gährung glücklich überstandener Geist den nw» erfüllen, von innen und von außen, dastehend (pinsv »n nmm o’jdsb nsnütr) nte miss 12m, so mögen die Mitglieder des V"N Iipv-Vereins ihren Lebensberuf auffasien und diesem Wunsche widme er sein Glas in psi dis1? «m *nen. Nach dem zweiten Gang sprach Herr Dr. Nathan über den Midrasch, welcher von dem Wetteifer der mm# 2*2, mit welcher jeder von ihnen die mm zu beginnen erzählt und paßte seine geistreichen Reflexionen dem Vereinsziele an. Herr Dr. D. Schlesinger, welcher ebenfalls dem Verein als Lehrer sehr schätzbare Dienste leistet, sprach über die Zusammengehörigkeit der Vereinsmitglieder auch außerhalb der Lernstunden. Herr I. Bachrach verbreitete sich über sinnreiche, masoretische Bemerkungen, die der Vereinstendenz entsprächen Herr Kleve, ein gewandter Redner, sprach über den Werth des Thorastudiums zur Förderung allgemeiner Bildung. Herr Wormser, welcher einer Filiale des Vereins als bewährter Lehrer vorsteht, hielt eine von nun nvsn durchwehte formvollendete Rede; die Herren Jaffe und Israel Mayer erfreuten ebenfalls mit Vorträgen. Ihr Referent stellte sich der Versainmlung als Berichterstatter des „Israelit" vor, versprach als neugewählter Vorsteher der Klaus, woselbst der Verein sein Lernlokal hat, für die Interessen des Vereins einzutreten. Von der Stelle aus der Sidrah in rmy bi bin sprach er über den btb und wünschte den anwesenden jungen Leuten, wie er als älteres Mitglied heute Abend seinem Sohn '"p in dieser Mitte sehe, so möge auch ihnen Allen bescheert sein: fvu rnms o'pvv» am ^21 d'os ni«iS. Nach dem pran 71212 trennte man sich mit dem Wunsche, noch oft solche angenehmen Zusammenkünfte zu haben. H. B. O e st e r r.-U n g a r. Monarchie. Wien, 2. März. Unter der Spitzmarke „Der neue Vorstand der Cultusgemeinde. — Eine Profanirung des Judenthums und der jüdischen Religion" erschien in Nr. 16 der „Israelit" eine von einem „Wiener" Unterzeichnete Epistel gegen das Wiener Rabbinat, in welcher daffelbe für Dinge und Geschehnisie verantwortlich gemacht wird, die außerhalb des Wirkungskreises und der Machtsphäre des Rabbinats liegen und deren Entstehen oder Unterlassen gar nicht in der Competenz desselben liegt, daher eine Einsprache zu erheben, ihm gar nicht zufteht. Der Anonymus rügt auf das strengste die ungerechtfertigte Erhöhung der Cultussteuer seitens des neuen Vorstandes und befürchtet, daß diese einen Abfall vieler Juden von ihrem Glauben bewirken könnte, und obwohl er selbst zugesteht, daß Juden, die um einige Silberlinge ihren Glauben verlassen, dem Judenthum überhaupt keine Ehre machen, macht er dennoch schon im Vornhinein das Rabbinat hiefür verantwortlich und meint, daß es die Aufgabe des Rabbinates wäre, diesen Beschluß des Vorstandes zu Hintertreiben. Wir glauben, daß es überflüssig wäre, das Absurde und Lächerliche dieser Behauptung zu widerlegen, denn jeder hiesige mit einem gesunden Menschenverstände begabte Leser, wird das Widersinnige der Vorwürfe gegen das Wiener Rabbinat erfaßen, dem eine Einsprache in den Steuer- und Verwaltungsangelegenheiten der Cultusgemeinde ebensowenig zusteht, als dem CultuSvorstande ein Urtheil in rituellen und lithurgischen Dingen erlaubt ist. Ebenso komisch ist der zweite Vorwurf gegen das Rabbinat in Betreff der Wahl des Herrn Architekten Fränkel zum Präses des Tempelbau-Comiitzs im ^Bezirke, dessen Frau, wie uns Schreiber erzählt, ein^ christliches Abzeichen an der Brust trägt und dessen Kinder die Taufe empfangen. Warum der Schreiber seine Vorwürfe an das Rabbinat und nicht an die richtige Adresse, nämlich an die jüdischen Gemeindemitglieder des achten

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