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Der Israelit · 1897-03-03 · Heft 17-18 (3.3.1897) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 17-18 (3.3.1897)
Date
1897-03-03
Page
– (sequence 18)
Language
German
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336 Berkkver Mefoqmer huldigende Sch . . ."67) zählte und Daö^lKer^d^länder««), der mit einem Fuße im Christenthume stand.^)o) Jacobsons Sinn war daher nur ans Einfüh- 67) S. Auerbach a. a. O. HO u. s. w. unt. Note 76 68- Geb. 6. Dez. 1750, gest. 26. Dezember 1884. 69) ®t. a. a. O. 809; ferner berichtet. Gr. ibid. 172 f., unter welch .alberner und ehrloser" Bedingung Friedländer sich bereit erklärte, die Taufe anzunehmen. fJ. N. Mannheimer (geb. 17 Okt. 1793. gest. 18. März 1865) schreibt (Rabb. Gutachten ü. d. Beschn. p. 90) daß das .Sendschreiben an den Probst Teller" eine Aufnahme in'S Christenthum ohne Taufe, eine Afstmilirung beider Bekenntnisse, alS den Ausweg zur Schlichtung der Miß- und Uebelstände in Vorschlag brachte und betrieb, und damit endete, daß der greise Verfasser jenes Sendschreibens den Abfall seiner Enkel vom Judenthume, ihren förmlichen Uebertritt zur christlichen Kirche als einen schweren Schlag, der ihn betroffen, als eine Demüthigung, die er bis in seine letzten Tage auf'S Tiefste und Schmerzlichste empfand, zu bedauern und zu betrauern hatte." ]-Grätz (a. a. O.) belegt ihn auch mit dem Epitheton .Affe MendelSsohn's", .Flachkopf" .der eS mit Allem versucht habe" ic., welch' Harles Urtheil Ad. Ko Hut*) (Alex v. Humbold, p. 94) zu mildern, und L. Geiger (Ztschr. f. d. Geschichte d. Jud. I, 256) zu entkräften sich bestrebt. — Doch so lange auch nur ein Exemplar von dem erwähnten burlesken „Sendschreiben einiger jüd. Hausväter an den Probst Teller", Berlin non, existirt, welches in Frankels MntSschr. 269/854 treffend „nach der einen Settt ein Absagebrief und nach der anderen Seite ein Bettelbrief" genannt wird, — bemüht sich Herr Geiger vergeblich. Uebrigen» hat ja selbst Abr. Geiger, der Vater des Herrn Prof. L. Geiger, es für angezeigt erachtet, in seiner „Wissenschaftl. Zeitschr. I., 140 anzudeuten, daß Mendelssohn mit den Veilletäten des zerfahrenen Friedländer nichts zu thun hatte. Auch Kayserling (M. Mendelssohn, 2. Aust., p. 427 f.) schreibt: „Sein (Friedländers) Kampf gegen Talmud und RabbiniSmus, sein ganzes späteres Wirken war nicht im Sinne des Meisters (Mendelssohn.)" Und Haien wir Mendelssohn selbst. „Alle unsere Halsstarrigkeit aber," schreibt er an H. Homberg (geb. 1749, gest. 24. Aug. 1841) „sollten wir dem jesuitischen Kunstg'iffi' entgegensetzen, mit welchem man uns, mit allem Anscheine der Freundlichkeit, zur Vereinigung auffordert und im Grunde uns nur hinüberlocken will. Es ist das Vereiuigungssystem der Wölfe, die sich mit den Schafen so sehr zu vereinigen suchen, daß sie aus Schaf- und Lämmerfleisch gern Wolfsfleisch machen möchten."- S. a. das köstliche Schreiben M.'S an Lavater dto. 12. Dec. 1769 (die Physiognomik I. K. Lavater s, (HerauSgv. 3- K. Orclli, Zürich 1846] II. p 101 ff.). °) Um jeden Schein von Gehässigkeit gegen Verstorbene zu vermeiden, sehe ich mich veranlaßt, ein für allemal zu erklären, daß eingedenk der im ppyD V'in "O n"iN y"W \J codificirten 7"l U’Jiöip njpn es mir gewiß schwer fällt, solch vernichtende Urtheile zu reproduciren; zumal da anzunehmen ist, daß Manche in ihrer letzten Lebensstunde nicht zur Kategorie der im Talmud (v"' 'DVTyi erwähnten ‘di inns Py i^sn D»yisn gehörten (s. a. das. N“tBnno D"n unter Bezugnahme auf und wie aus i"E ndv hervorgHI, daß dem Tode bei vorausgehender nnwn die sühnende Kraft innewohnt. — Allein mir ist's nicht um die Personen, sondern um die von ihnen inaugurirte und propagirte verderbliche „Richtung" und zersetzende Tendenzen derselben zu thun, und indem es nicht gut angeht Personen von der Sache zu trennen, müssen im Interesse der heiligen Sache, die ich vertrete, alle anderen Rücksichten weichen. rung solcher Formen in den jüdischen Gottesdienst, welche in der christlichen Kirche beliebt waren und überhaupt nur auf Schaustellung bedacht, unbekümmert darum, ob sie sich mit dessen Wesen vereinigen ließen. — Seine despot.sche Natur und Machtbefugniß setzten mit Verletzung der Empfindlichkeit und Bedenklichkeit der Rabbinen und Maffen Neuerungen (Vergl. Mendelssohn, „Jerusalem" gegen Ende sM. sämmtl. Werke, Ausg. in einem Bande 1838, p. 287). — Dem gegenüber lese man das klägliche Gefasel im „Jsr. d. 19 Jahrhund." 155/845, das erbärmliche „Pschättet" in Holdheim's: „Mos. MendelSs. u. die Denku. Glaubensfreiheit im Judenth." p. 17 und die empörende Insinuation Aron Wolfson'Slgeb 1764, gest. 81. März 1885) in seinem (1804 in Breslau erschienenen) „Jeschurun" p. 115, welche ich auS Pietät wiederzugeben unterlasse- (Selbst der in .entsetzliche Verirrungen " versunkene Salom. Matmon (geb um 1758, gest. 22. Nov. 1800), war nicht so tief gesunken; s. dessen LebenSgesch. II, 182). *) Kohut a. a. C. ist ganz entsetzt darob, daß Friedl. von unseren Literatur- und Geschichtsforschern, entweder ganz t o d t geschwiegen, oder mit einigen, flüchtig hingeworfeiien Phrasen beschimpft wird.'**)—Daß es andererseits Skribler gicbt, die es mit der historischen Wahrheit nicht besonders genau nehmen und das Haupt svriedländers mit so viel Lob überschütten, das? der Arme, wenn er's lesen könnte — trotz der ungewöhnlichen Selbstüberhebung, sowie der schreienden Ruhm- und Ehrsucht, die er inne gehabt — beschämt die Angen Niederschlagen müßte (s. $. B. Gallerte merkwürdiger Menschen rc. im obengcn. Kal. ,>. s4 sf.i, dies scheint Herrn Kohut entgangen zu sein. **) Rührt sich die Galle des Herrn K. wirklich nur gegen unsere „Literaturu. Geschichtsforscher?" Ddcr zürnt der „Schriftsteller"" Ad. Kohut auch dem einstmaligen „Rabbinats Kandidaten" Ad. Kohut, daß jener in einem „Liter. Bericht" ,Fsr- 234^9) den armen flriedl. jämmerlich „beschimpfte," indem er schrieb: „freilich mußte selbst einen Heine der große Humbug u»d Reformschwindel, den die „Reformer" jener Tage etablirten und dem Vorzugsweise „die jüdischen Hühneraugen Operateure David Fricdländer u. lko.,"' Vorstände,« empören und in der innersten Seele anwidcrn: aber er erhob nicht seine gewichtige Stimme gegen diese reformatorischc Eharlatane" —-! 11. A. w. g.! —. Doch nein, wir benöthigen seine Antwort nicht, c-xempl» illustrant die untrügliche Geschichte hat bereits zu Gunsten des „Rabbinats-Kandidatcn" K. entschieden! — Ans folgenden zwei charakteristischen Momenten muß sich nicht nur dem Herrn „Schriftsteller" K., sondern auch dem famosen „Deutsch- Israelitischen Gcmcindcbunde" unter dessen Auspicien Friedländer, ob seiner ehnischen Bersolgungswuth, im I. 1889 heilig gesprochen worden, die unerbittlichste Konsequenz aiisdrängen, <f. Jsr. 981889). Am 30. März 1792 schrieb der frivole David Friedländer in seinem glühenden Hasse gegen d«S Judcnthum: „In zehn Jahren wird in Berlin Niemand mehr wissen, was für ein Ding, „lLhomez, das über Peßach hinaus liegen geblieben ist," oder was eine „angewachsene Lunge" ist, und Aehnliches zu Hunderten und Tausenden. Was in Berlin in zehn Jahren geschieht, muß in Glogau in fünfzehn stattfinden, und in Breslau und in Königsberg und in Hamburg und in Amsterdam. Genug davon." Ist diese Hirn- und stirnlose Prophezeiung in Erfüllung gegangen? — Gottlob, nein! Selbst tot Lehr- und Prnsungspläne der Reformrabb.- Seminarien stempeln diese tollkühne Illusion zu einem leeren „Geplärre." «Dieser in keinem Bocabularium registrirte, geniale Kraftausdruck ist der „lustigen Tragicomödie" des Nihilismus, dem aus der Feder Friedländers geflossenen, berüchtigten „Sendschreiben an Teller" entnommen!!) In seiner 1819 erschienenen Broschüre „lieber die Verbesserung der Israeliten im Königreiche Polen"" giebt David Friedl. ferner ruchlosen Schadenfreude über die Abnahme des Thorastndiums sp. ll) in folgenden Worten einen Ausdruck: leitirt von Zunz G. B. v. 455 2. Aufl. v. 407 Note b). ..... „Daß alle israelit. hohen Schulen, welche ausschließlich dem Studium des Talmuds gewidmet waren, in einer kurzen Reihe von Jahren gleichsam wie durch einen Zauberschlag verschwanden. Die großen Universitäten, Jeschibvth genannt, zu Metz, Frankfurt a. M., Fürth, Hamburg, Halderstadt, Prag u. a. m. welche noch in der ersten Hälfte des vorigen Jahrhunderts vierhundert und mehr Schüler unter berühmten Rabbinen zählten, gingen ans Mangel an studierenden gänzlich ein, und ein gleiches Schicksal hatten alle kleineren Institute dieser Art, welche sonst jede bedeutende Gemeinde hegte, und mit großen Kosten unterhielt." Hat dieser ■?nt-” "‘.y Recht behalten? Gottlob, nein! Die auch heute noch in Ungarn :c. und auch in manchen Städten Deutschlands blühenden nn’B” und ,1".?-Schulen geben dem haßerfüllten Lügenprofeten daS kräftigste Dementi. Doch all diese widerlicheu Exeentricitäten sind geradezu nur Lappalien im Vergleiche zu dem wahnbethörten „System" Fr.'s. worauf er unter Note 199 Bezug nimmt.

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