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Der Israelit · 1897-03-03 · Heft 17-18 (3.3.1897) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 17-18 (3.3.1897)
Date
1897-03-03
Page
– (sequence 11)
Language
German
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'**^vn*fr?r*-- 329 Herr Dr. Pleßner zur Eröffnung des ersten Vereinsabends über „Don Jsoac Abarbanell" einen fesselnden Vortrag gehalten hatte; in Gostyn Rechtsanwalt Nürnberg über „Lcopold Zunz". Breslau, 26. Febr. Ein für strenggläubige Israeliten interessanter Streitfall fand vor einigen Tagen durch einen außergerichtlichen Vergleich seine Lösung. Der hiesige Wurstfabrikant Reumann verbreitete Ende vorigen Jahres über seinen Konkurrenten, den Wurstfabrikanten Reich aus Liegnitz, der Hierselbst eine Filiale seiner Liegnitzer Koscher- Wurst-Fabrik hat, unwahre Gerüchte, welche geeignet waren, diesen in seiner Ehre und in seinem Geschäftsbetriebe auf das schwerste zu schädigen. Die Liegnitzer Wurstsabrik sollte Fleisch und Fett von nicht rituell geschlachteten Thieren zur Erzeugruig koscherer Wurst verarbeitet haben. Reich strengte daraufhin gegen Reumann sowohl einen Injurienals einen Civilprozeß an. Der letztere gelangte unlängst vor der hiesigen Civilkammer des Landgerichts zur Verhandlung. Kläger beantragte, dem beklagten Reumann die Weiterverbreitung der unwahren Gerüchte unter Strafandrohung zu verbieten, ihm selber aber die Publikationsbefugniß betreffs des Urtheils zuzusprechen. Der Gerichtshof beschloß s. Z., dem Anträge des Beklagten, für seine Behauptungen den Wahrheitsbeweis zit erbringen, stattzugeben und vertagtezu diesem Zwecke die Verhandlung. Deut Beklagten scheint es aber tiicht gelungen zu sein, für seine Behauptungen, welche fiir jeder: mit den Verhältnissen Vertrarrten geradezu unglaublich wäre;:, auch nur einen Schatten des Beweises beizubringen. Inzwischen ist, wie uns rnitgetheilt wird, zwischen den beiden Parteien ein außergerichtlicher Vergleich zustande gekornmen, nach welchem der Beklagte sämrntliche Gerichtskosten übernimmt und die aufgestellten Behauptungen in der hiesigen Gerichts-Zeitung widerruft. Mannheim, 26. Febr. In Nr. 16 Ihres gesch. Blattes bringen Sie eine Mittheilung der „Freien orth. Vereinigung" in Frankfurt, die sich sehr eingehend mit Mizwas Tefillin befaßt. Es ist frenoigst zu begrüßen, daß vorgenannter Verein es sich angelegen sein läßt, überall da wo Mängel in der Ausübung des gesetzestreuen Judenthums zu Tage treten, Abhilfe zu schaffen, und erlaube ich mir in möglichster Kürze meine Ansicht über obigen Gegenstand zu äußern. Es ist wohl eine traurige Wahrheit, daß ein großer Theil der in: Gebrauch sich befindlichen Tefillin sich in absolut schlechtem Zustand befindet, jedoch rührt dies hauptsächlich daher, daß die Leute in ihrer Unwissenheit der Meinung sind, die Thefillin seien so lange koscher bis ein äußerer Defekt erkennbar ist, z. B. wenn ein Riemen zerreißt oder die jw-b aus den Gehäusen heraussehen, erst dann bringen sie ihre p^sn zum tob. Nicht selten vererben sich die pbßn vom Großvater auf den Enkel und sind möglicherweise schon 30 oder 40 Jahre ^db. Der Vorwurf, daß in Deutschland nicht viel technisch geschulte und zuverlässige dtod sind, ist m. E. entschieden zurückzuweisen, fast alle in Deutschland ansässigen dtod haben Kaboloh von orth. Rabbinen, jedoch ist die Kaboloh selbst orth. Rabbinen oft von minimaler Bedeutung, da mir selbst orth. Rabbinen, welche ich nötigenfalls namhaft machen will, sagten, von der Praxis im hätten sie absolut kein Verständniß, nur die s*jn seien ihnen bekannt. Gewiß kommen schlechte ctc und noch schlechtere imnc vom Ausland nach Deutschland, hauptsächlich an norddeutsche Händler, welche p^Bn zum Preise von M. 1,70 verkaufen! Das einzige Mittel zum Abftellen dieses Nebels besteht meines Erachtens darin, daß die Herren Rabbiner und noch :nehr die Lehrer in ihren Gemeinden, jeden einzelnen darauf aufmerksam machen, wie pbBTi beschaffen sein sollen. Dies geschieht am besten, wenn sie Vorträge einführen, iu welchen sowohl wie p^sn toSm w. gelernt wird, dann wird jeder bestrebt sein, nicht nur dem billigen Preise nachzugehen, sondern sich gute pSsn zu kaufen und solche auch zeitweise dein tod zur Durchsicht zu übergeben. Aus Sachsen-Weimar. Der „Israelit" hat in Nr. 14 vorgeschlagen, den Festakt des lOOjährigen Geburtstags des hochseligen Kaisers Wilhelrn I. in den Synagogen dem Sabbat-Gottesdienst am 20. März anzuschließen; es dürfte darum die Mittheilung von Interesse sein, daß der Weimarische Kultusminister dies thatsächlich angeordnet hat. Unter Hinweis auf seine Verfügung als des obersten Mitgliedes des evangelischen Kirchenrathes, daß in den evangelischen Kirchen des Landes am 21. März d. I. des Tages in angemessener Weise Erwähnung gethan und auch der hochseligen Kaiserin Auguste, die bekanntlich eine Schwester des Großherzogs von Sachsen-Weimar war, gedacht werde, hat der Kultusminister an das Landesrabbinat die Weisung ergehen lassen, dafür Sorge zu tragen, daß die Feier in den Synagogen des Landes in gleicher Weise am 20. März staitfinde. Oester r.-U n g a r. Monarchie. Wien. „Die Oestr. Wochenschrift" schreibt: („Mein lieber Dr. Lueger"). Aus Anlaß unseres vorwöchentlichen Artikels: „Der antisemitische Parteiball" ist uns von einer hochstehenden Persönlichkeit ein Schreiben zugekommen, aus welchem wir nachstehende Zeilen herausheben: „. . . Die antisemitische Berichterstattung hat sich dabei Dinge herausgenommen, welche man in

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