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Der Israelit · 1897-03-03 · Heft 17-18 (3.3.1897) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 17-18 (3.3.1897)
Date
1897-03-03
Page
– (sequence 3)
Language
German
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321 Frankfurt a. M., Schützenftraß 14 befindet und das von Herrn David Ginsberger als geschäftsführenden Sekretär versehen wird. Die „Freie Vereinigung" betr. Zuschriften sind zu richten an den Vorsitzenden: Herrn Rabbiner Dr. Breuer, 02er an den Schriftführer Herrn Juftizrath Dr. N. Hirsch. Geldsendungen und das Kastenwesen betr. Zuschriften sind zu adressiren, an Herrn Seligmann M 0 S b a ch e r, Uhlandstraße '40. Die Adresse für Zuschriften betr. Stellennachweises ist: Herr Theodor Homburger, Ostende straße 10, oder Herr D. Ginsberger, Baumweg 5, sämmtich in Frankfurt a. M. Mit Dank und Wehmuth gedenken die „Mittheilungen" der Herren Benny Benjamin, Selig Goldschmidt!, E manuel Schwarzschild und Benjamin R00S, welche der Tod ihrer irdischen Wirksamkeit entriffen hat. Sie gehörten zu den vortrefflichen Männern, welche s. Z. mit Rabbiner Samson Raphael Hirsch das provisorische ComitL für die Gründung der Vereinigung gebildet und die erste Aufforderung dazu erlassen hatten. — Ter Verein wird den Heimgegangenen fran für alle Zeiten ein dankbares Gedächtniß bewahren. Wir schließen unseren Bericht, indem wir dem reichen Inhalt dieser „Mittheilungen" noch die Bemerkung folgen lasten, daß zur Besprechung von Vereinsangelegenheiten und zur Vornahme von Ergänzungswahlen demnächst ein „Vereinstag" berufen werden soll, worüber das nächste Heft Näheres bringen wird. — Es ist dringend zu wünschen, daß von dieser Gelegenheit eines mündlichen Meinungsaustauschs von den Mitgliedern recht ausgiebiger Gebrauch gemacht wird, und werden wir f. Zeit darauf eingehend zurückkommen. Für diesmal drängt es uns unserer lebhaften Befriedigung über das unverkennbare Bestreben der VereinSleitung Ausdruck zu geben, die großen Ziele der freien Vereinigung mit Kraft und Einsicht anzustreben. Wir hoffen auf Gottes Beistand für diese erfreulichen Bestrebungen zur Erstarkung des orthodoxen Judenthums und schließen mit den Worten, mit welchen Rabbiner Hirsch Vst vor elf Jahren dm ersten Aufruf zur Gründung dieser Vereinigung in die Welt sandte: -iyaK2 larriwn rrrr narr ir-r byc: -n marc .nxo natr i:n'm Zeitungsnachrichten und EorrespondenzeN. Deutschland. Berlin, 18. Febr. Betreffs der Kirchenwahlen, die in diesem Herbste bevorstehen, machte im positiven Parochialverein der Versöhnungsgemeinde Pastor Burckhardt gestern Abend die Mittheilung, der zahlreiche jüdische Mitglieder zählende Bezirtsverein der Rosenthaler Vorstadt habe beschlossen, in die Agitation für einen liberalen Ausgang der Wahlen einzutreten. Hieran anknüpfend erklärte Redner: „Ein Herr mit dem durchaus jüdisch klingenden Namen Äbrahamson versendet ein Circular mit der Einladung zu einer Versammlung, in der für den Austritt aus der Landeskirche agitirt werden soll: auch die Geistlichen haben das Circular erhalten. Das wird immer schöner. Wir haben bei unserer ersten Wahl in der Versöhnungsgemeinde den tiefsten Frieden gehabt. Es ist kein Wort von Streit und Zwietracht gefallen. Wir wollen die Gewissensfreiheit und Glaubensfreiheit der Juden und aller Andersdenkenden nicht antasten; aber wenn die Herren vom Volke Israel sich in unsere kirchlichen Angelegenheiten mischen, dann müssen wir dagegen auftreten. Ich bin nie gegen die Juden aufgetreten. Aber wenn ich höre, daß die Juden sich in die kirchlichen Wahlen mischen wollen, da müssen wir doch sagen: „Hand ab!" Wenn man unser Evangelium antastet, tastet man unseren Herrn an. Das dürfen wir nicht dulden!" (Anmerkung der Redaktion: Wenn dieser Abrahamson ein Jude ist, so ist sein Vorgehen in einer Angelegenheit, welche eine christliche Kirche betrifft, eine unerhörte Unverschämtheit, die von jedem rechtlich denkenden Juden auf's strengste verurtheilt werden muß.) Berlin, 23. Febr. Wegen Beleidigung des früheren hiesigen Amtsrichters, jetzigen Landrichters Dr. Hirsch stand der „Redakteur" Oswald Knorr, Hierselbst, Potsdamer Str. 42, vor dem hiesigen Königlichen Schöffengericht. Die Beleidigung stand in einem Artikel, in welchem er dem damaligen Amtsrichter Hirsch die Absicht vorwirft, zu seinen Ungunsten die Wahrheit verschleiert zu haben. Amtsrichter Dr. Hirsch führte in einer Verhandlung gegen Knorr wegen Betruges vor dem hiesigen Schöffengericht, in welcher derselbe zu 30 M. Geldstrafe verurtheilt wurde, den Vorsitz. In derselben soll der Amtsrichter den damaligen Zeugen Schmücker beeinflußt und sich dadurch einer Beugung des Rechtes schuldig gemacht haben. Außerdem versucht Knorr den Amtsrichter Dr. Hirsch dadurch verächtlich zu machen, indem er denselben als jüdischen Richter bezeichnet und sagte, er möchte sehen, wie dieser jüdische Richter einem

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