Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 17-18 (3.3.1897)
- Date
- 1897-03-03
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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320 in welchen ein Mangel sich geltend gemacht hatte, und besonders die Fürsorge von Beschaffung von Tefillin, die alle Anforderungen des Religionsgesetzes entsprechen, ohne daß der Preis derselben wesentlich vertheuert wird. In einer größeren Abhandlung werden „d i e Ziele und Aufgaben der Freien Vereinigung" eingehend erörtert. Das bereits Erreichte dieser Ziele, sowie die Aufgaben, die noch ihrer Lösung harren, werden ausführlich dargestellt, so daß das Ganze ein treues Bild der bisherigen und künftigen Wirksamkeit des Vereins repräsentirt. Man braucht diese Ziele nur zu nennen, wie sie der Begründer dieser Vereinigung, Rabbiner Samson Raphael Hirsch ^n, in dem ersten Aufruf s. Z. skizzirte, um für ihre Erstrebung und Erreichung alle jüdisch schlagenden Herzen mit ernster Begeisterung zu erfüllen. Sie lauten: „Pflege altjüdischer, Hand in Hand mit achter allgemeiner Bildung durch Lehre und Erziehung: Stiftung und Unterstützung jüdisch-orthodoxer Lehranstalten, Schulen, mre* tme 'nz, sowie Unterstützung hilfsbedürftiger Lehrer derselben, Stipendien für orthodox-jüdische Jünglinge zum Besuche dieser Anstalten. Orthodoxe Pensionen und Waisenhäuser. Wanderlehrer und -Prediger für lehrbedürftige kleine Gemeinden. Förderung der Herausgabe und Verbreitung orthodox-jüdischer Schriften. „Förderung jüdisch-orthodoxen Pflichtlebens und Beseitigung entgegenstehender Hinderniffe: Errichtung und Erhaltung guter orthodoxer Hotels und Speisewirthschaften in Bädern, Kurorten und sonstigen Orten großer jüdischer Frequenz. Zuverlässige Auskunftsmittel für orthodoxe gewiffenhafte Reisende. Unterstützung von mxipe und ms-nr in unbemittelten Gemeinden und für vereinzelt Wohnende. Unterbringung junger Leute in orthodox-jüdischen Geschäften und Unterstützung Stellenloser bis zu solcher Unterkunft. Vertretung der Anliegen jüdischen Pflichtlebens bei den Behörde:!, für Schüler, Soldaten, Gefangene. „Förderung einer heilbringenden Gestaltung und Entwickelung jüdischen religiösen Gemeindelebens durch Verbreitung richtiger Kenntnisse von den unveräußerlichen Grundrechten jüdischer Religronsgemeinden, wie von den Rechten und Pflichten der Vorstände und Glieder. „Begegnung von Verdächtigungen und Entstellungen des orthodoxen Judenthums durch Juden und Nichtjuden." Es bedarf aber auch nur der Aufzählung dieser Anliegen, um sich zu sagen, wie auch bei der hingebensten Begeisterung trotz allem bereits Erreichten noch Vieles der Verwirklichung durch die freie Vereinigung wartet. Die vorliegenden „Mitteilungen" geben sich nach dieser Seite keiner Täuschung hin und weisen aus verschiedene Punkte dieses reichhaltigen Programms hin, die theils noch gar nicht, theils nur in unzulänglicher Weise angestrebt und erreicht werden konnten. — Die Realisirung aller Wünsche nach dieser Seite hin, ist jedoch mit Gotteshülfe von der Zukunft sicher zu erwarten, wenn folgender Appell dieser „Miltheilungen" bei allen Gesinnungsgenoffen offenes Ohr und offene Hände findet: „Wir hoffen, durch einige von uns getroffene organisatorische Maßnahmen, über welche wir in den „Vereinsnachrichten" berichten, einer fortschreitenden Entwickelung unserer Vereinigung und umfassenderen Verwirklichung ihrer Ziele förderlich sein zu können. Aber vor Allem ist hierzu eine Vergrößerung ihrer Mitgliederzahl unerläßlich. Hierauf mögen in allen Gemeinden unsere Gesinnungsgenossen in erster Reihe bedacht sein Mögen alle Diejenigen, welchen die gesetzestreue Erhaltung und Förderung unserer religiösen Obliegenheiten am Herzen liegt und die wir seither noch nicht zu unseren Mitgliedern zählen durften, nunmehr durch ihren Beitritt und Beitrag auch ihres Theils zur Erreichung der Ziele unserer Vereinigung in immer größerem Maße Mitwirken. Auch daß bei freudigen und ernsten Anläffen unserer Vereinigung durch größere Zuwendungen bedacht werde, bit'en wir im Interesse derselben stets im Auge behalten zu wollen, min px nop px ex Ohne diese materielle Förderung ist es unmöglich. Wesentliches in bedeutenderem Umfange zur Erreichung unserer Aufgaben und Ziele zu wirken. Wenn aber ein jedes Mitglied unserer Vereinigung ihr auch nur ein einziges neues Mitglied zufuhrt, so ist unsere Leistungsfähigkeit sofort wesentlich erhöht. Denn neben dem auf diese Weise erhöhten pecuniären Beitrag wird schon das hierdurch erzielte Zusammenwirken einer größeren Zahl von Genossen unseren Zielen in gesteigertem Maße zur Förderung gereichen und auf's Neue die alte Wahrheit bestätigen: nen :rx mim nx ptryn z'z:nzb rmn nx ptpijn pwv." Als erfreulicher Fortschritt heben wir zunächst die Absicht des geschäftsführenden Ausschusses hervor, die „Mittheilungen" in öfterer Folge als bisher erscheinen zu lassen, um hierdurch regere Verbindung zwischen der Vereinsleitung und den Mitgliedern herzustellen. Auch die Anregung an die Mitglieder durch Einsendung geeigneter Mittheilungen und Darlegungen sich an den Publikationen zu betheiligen, ist deßhalb freudig zu begrüßen und zu hoffen, daß ihr recht lebhaft entsprochen wird. Diesbezügliche Einsendungen für das nächste Heft werden bis spätestens zum 31. März erbeten. Als einen ferneren Fortschritt verzeichnen wir die Errichtung eines ständigen Büreaus, das sich in