Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 17-18 (3.3.1897)
- Date
- 1897-03-03
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
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XXXVIII Jahrgang. Jfj 17 & IS. Der Israelit. Ein Aentrat-Hrgan für das orthodoxe Zudenthum. Begründet von Dr. in Wlttinz Mittwoch, den 3. März 5657 (1897). WU- Die nächste Nummer erscheint, wie gewöhnlich, nächsten Montag. Leitender Artikel. Die fette NneiuiMg für Mt Sntettlfen Des ottljo- Dortn Iudeiithiii»!. Mainz, den 2. März. Das Sprichwort, welches diejenige Frau als die beste bezeichnet, von der man am wenigsten spricht, hat gewiß nicht nur für die Frauen seine Berechtigung. Es wird für alle Verhältnisse und Einrichtungen gelten, deren Wirksamkeit, wie die der Frau, weniger an die Oeffentlichkeit tritt und die ihrer Natur gemäß ihr Genüge innerhalb der ihr gezogenen Grenzen finden. Von der „Freien Vereinigung für die Interessen des orthodoxen Judenthums" ist in den letzten Jahren wenig in der Oeffentlichkeit die Rede gewesen. Ein oberflächliches Urtheil könnte daraus leicht Schlüffe ziehen, die denn G. s. D. der Wirklichkeit doch nicht entsprechen. Es ist deshalb mit freudiger Genugthuung zu begrüßen, daß der geschäftsführende Ausschuß nach längerer Unterbrechung in der Form von „Mittheilungen" eine Art Geschäftsbericht an die Vereinsmitgtieder versendet, der über die Entwickelung, Leistungen und Ziele der Vereinigung in erfreulicher Weise orientirt. So wenig auch eine Vereinigung, wie die in Rede stehende, Veranlassung hat vor der Oeffentlichkeit mit ihren Leistungen zu prunken, so berechtigt, ja nothwendig, ist dennoch eine solche Mittheilung an die Vereinsmitglieder selbst, die sich aus aller Herren Länder rekrutiren und durch ihre räumliche Entfernung vom Sitze der Verwaltung nur auf diese Weise einen Einblick in die Wirksamkeit der Verwaltung erlangen können. Wir waren mm in der Thal selber freudig erstaunt über die rege, erfolgreiche Thätigkeit, die der Verein seit Erscheinen seiner jüngsten Mittheilungen entfaltet hat. — Der detaillirte Bericht über das Kastenwesen ist erst für das nächste Heft der Mittheilungen in Aussicht genommen. Dem vorliegenden Hefte entnehmen wir, über die dem Verein gewährten Subventionen folgende Notizen: Wie in den frühereren Jahren, sind auch im Jahre 1895/96 eine Reihe von Gesuchen bedürftiger Gemeinden um Subventionen an uns gelangt, welche nach eingehender Prüfung der Verhältniffe zur Erledigung kamen. Es wurden an zehn Gemeinden Subventionen zur Erhaltung ihrer Religionsschulen und bezw. Zuschüsse zu dem Lehrergehalt, sowie an acht Gemeinden Beiträge zu den Kosten nothwendiger Reparaturen von Ritualbädern bewilligt. Wir haben ferner in acht Fällen besonderer Dringlichkeit Beiträge zu den Kosten ritueller Verköstigung während der Militärdienstzeit bezw. in einem Land-Armenasyl gewährt. Stipendien wurden bewilligt: zum Zweck der Ausbildung für den Lehrerberuf in sechs Fällen, sowie je in einem Falle zum Zweck der Ausbildung als Mo Hel und S o fe r. Auch das Erscheinen von Schriften, welche mit der Tendenz der Vereinigung in engem Zusammenhang stehen, wurde durch ihre Betheiligung gefördert bezw. ermöglicht. Noch höher als diese materiellen Unterstützungen schlagen wir die anregende Fördernng verschiedener Bestrebungen an, welche die Vereinigung sich besonders angelegen sein ließ. Wir heben hier den Stellennachweis in an Sabbat und Festtagen geschloffenen Geschäften hervor, die Möglichkeit Mizwas Mila auch in denjenigen Ländern rite zu erfüllen, in welchen die Mezizah untersagt ist, die Fürsorge der Ausbildung von Mohelim, namentlich in solchen Gegenden,