Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 16 (25.2.1897)
- Date
- 1897-02-25
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
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' -t~ ••. y*-- 304 Spitzen unserer Gemeinde Oberrabb. Ehrenfeld, die übrigen Rabbiner Prags und der Vororte, der Präses, die Vorsteher der Bnei-Bris, der Schriftsteller S. Kohn, viele Professoren, Advokaten und Aerzte. Auch einige Gäste, die bei solchem Anlasse gewiß selten gesehen werden, wohnten dem Vortage bei. Herr Dr. Kisch ist nämlich auch Ertern-Proffessor an der k. u. k. Kadettenschule und es fand sich der Commandant dieser Schule, Herr Oberstlieutenant Polak mit 2 Hauptleuten und anderen Professoren dieser Anstalt «sämmtlich Christen) ein, die dem 1*/* Stunden dauernden Vorträge mit größtem Interesse folgten. Rach Schluß desselben beglückwünschte gleich nach dem Oberrabbiner der Herr Oberstlieutenant Herrn Dr. Kisch für seinen treffllichen, so warmpatriotischen und dynastischen Vortrag. England. London. Der diesjährige Bericht der United Synagognes weist, eine seltene Ausnahme unter den Londoner Instituten, ein sehr günstiges, finanzielles Resultat auf. Die Gesammteinnahme beliefen sich auf nahezu 61.0,000 M., welche von 3560 Mitgliedern aufgebracht wurden. Davon gelangten zum Verbrauch M. 543,000, während ein Ueberschuß von ca. 67000 M. verblieb, der größte, den die United Synagogue bisher zu verzeichnen gehabt hat. Roch erfreulicher ist in dem Bericht, daß die Zahl der Begräbnisse bedeutend gefallen ist nnd zwar von 1591 im Vorjahre auf 1463 int Jahre 1896, und ganz besonders die Ztffern die Kindersterblichkeit weisen einen bedeutsamen Rückgang auf. London. Unter großem Zuläufe von Neugierigen aller Art wurden vor einigen Tagen die neuen Schulgebäude der Spanisch-Portugiesischen Gemeinde eingeweiht, denn die Herzogin von Nlbany, eine Prinzessin des Herrscherhauses, vollzog selbst den Einweihungsakt. Das zweite Regiment der Tower Hamlets halle die Ehrenwache und sein Musikkorps spielte festliche Weisen und die Nationalhymne. Ihre Königliche Hoheit wurde von dem Chacham Gafter, Oberrabbiner Adler, F. D. Mocatta und Mr. Arthur Lindo empfangen. Der letztere hielt eine längere Ansprache, in der er eine ausführliche Geschichte der spanisch-portugiesischen Gemeinde gab, dann folgten Reden von Güster, Lord-Mayor Philipps und Montagu, worauf sich die eigentliche Eröffnungsfeier vollzog. Die Prinzessin besah zum Schluß die Baulichkeiten mit großem Interesse und zeigte ihre vollkommene Zufriedenheit mit allen Einrichtungen der Schulen. Afrika. Algier. Vor einiger Zeit entließ der Munizipalrath von Oran die jüdischen Polizisten aus dem Gemeindedienste. Der Präfekt Monsieur de Malherbe hat darauf in einem energischen Schreiben die Wiederanstellung der Entlassenen verlangt und den Munizipalräthen eine Lektion über die Resultate der Revolution von 1789 gelesen. Trotzdem haben sich die Munizipalrätbe geweigert Juden anzunehmen und haben ihre Mandate niedergelegt. Hoffentlich bringen die neuen Wahlen eine gute den Juden günstige Verschiebung der Verhältnisse. Kimberley. Der Aufstand im Betschueraland ist über Erwarten schnell unterdrückt worden, zu welchem günstigen Resultat hauptsächlich das militärische Geschick und der Eifer des Obersten Harris, bekanntlich ein Glaubensgenosse, das Meiste beigetragen hat. Bei der Rückkehr der Brigade von Kimberley aus dem Felde wurde den Soldaten und besonders dem Obersten Harris eine große Ovation gebracht. Unter den zahlreichen Glückwunsch-Telegrammen. die letzterer erhielt, befand sich auch ein solches von dem englischen Staatssekretär der Kolonien. Arabien. Dschiddah. Das arabische Blatt „Rubaschir" schreibt: Seit Jahren schon ist der Berg Sinai nicht so von neugierigen Touristen umschwärmt worden, wie jetzt. Die egyptische Regierung hat nämlich ,um die jetzt in Indien wüthende Bubonenpest von ihrem Lande fern zu halten, in der Station Tor am Rothen Meere, die in der Nähe des Berges Sinai liegt, eine Qnarantaine errichtet, in der nun die aus einer indischen Hafenstadt kommenden und nach Egypten gehenden Reisenden eine mehrtägige Rast halten müssen, um hier ihren Gesundheitszustand untersuchen und die nöthigen Räucherungen über sich ergehen zu lassen. Viele dieser Reisenden benützten die unfreiwillige Muße, die ihnen so auferlegt wurde, zu einem Ausfluge nach dem Berge Sinai, einem Berge, der in der Geschichte der Menschheit eine große Rolle spielt, und der daher auch nach Tausenden und Tausenden von Jahren die Blicke der Menschen auf sich lenken wird. Die Straßen, die von Tor zu dem Berge führen, sind jetzt ziemlich sicher, besonders für Jene, die nicht einzeln, sondern in Gesellschaft und Begleitung kommen. > vermischtes. *4 Berlin, 19. Februar. Infolge einer ihm von auswärts zugegangencn Anregung hat der Deutsch-Israelitische Gemeindebund, wie mehrfach in früheren Jahren bei patriotischen Anlässen, für diejenigen Mittel- und Kleingemeinden, die eines Predigers entbehren, eine Ansprache nebst Festgebet für die Centennarfeier vom 18. März dss. I. durch eineu bewährten Fachmann ausarbeiten lassen. Die Ansprache, der ein vom hiesigen Lehrer Herrn Gustav Jacobsohn im Anftrage des Verbandsvorftandes der jüdischen Lehrervereine verfaßtes, für die Schulfeier geeignetes Festgedicht beigefügt fein wird, steht den Interessenten gratis und portofrei zur