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Der Israelit · 1897-02-25 · Heft 16 (25.2.1897) · page 7

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 16 (25.2.1897)
Date
1897-02-25
Page
– (sequence 7)
Language
German
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y r+FZ+frwz« - 305 Verfügung, und muß um rechtzeitige, möglichst umgchcudc Bestellung im Bureau des D.-J. G-B, Bcrlin W., Sigismundstraße 5, ersucht werden. Berlin. Eine ungewöhnlich originelle Festlichkeit wurde hier zu Gunsten der Israelitischen Volksküche, die unter Leitung des Herrn Abraham steht, gegeben. Das Fest stellte Nansens Fahrt nach dem Nordpol dar, wirkliche Eskimos belebten den zum Schiff umgcstaltctcn Ballsaal, in dem alle Theilnehmer in entsprechenden Kostümen erschienen waren. DaS Fest brachte dem guten Zweck eine reichliche Ernte. Ueber die Wohlthätigkcitsanstalt selbst werde ich bei nächster Gelegenheit einmal ausführlich berichten. Fürth, 18. Februar. Zur Richtigstellung des Artikels: Fürth, 8. Februar in Nr. 12 Ihres geschätzten Blat cs, ersuche Sie um gcfl. Aufnahme folgender Zeilen: Die Asche des Baron Dr. Königswartcr ist nicht, wie aus dem Artikel Ihres Korrespondenten hcrvorzugchen scheint, unter dem Denkstein beeidigt worden, sondern ruht in einer Urne im Innern des Monuments. Bei der Beisetzung war s. Zt. kein Mitglied der N~iDn anwesend; dieselbe erfolgte vielmehr auf Ansuchen der politischen Behörde, da Dr. K Ehrenbürger der Stadt Fürth war. ohne jedes (Zeremoniell lind ohne jede Bethciligung seitens der jüdischen Gemeinde. Budapest. Dieser Tage wurde hier in der Stadt wäldchenaace Nr.!> das großartige neue Sanatorium des Universiiatsdozentcn Dr. Herczel für interne, chiurgischc und weibliche Kranke eröffnet. Das in herrlichem Barockstil erbaute, 2 Stock hohe, den modcrnstcit Anforderungen entsprechende Sanatorium besteht aus 2 Theilcn. Der Eröffnung des prachtvollen Instituts wohnten u. A. bei: Hofinarschall Gras Ludwig Apponni, die Reichstagsabgcord netcn Sainnel Rapp, Franz Major, Johann Radocza, Goza Lul'n, Baron Friedrich Podinanirzki), die Univcrsitätsprofcst soren Karämü, Nöczcn, Kl'tlii, Dyanhofcr, Innnp, Fodor, Klup, Richter Alexander Loeven und mehr als 4t>0 Acrzte Feuilleton. Getreu bis in den Tod. Bon Maurice Ma<on .'0 „Mon Dipu Kaschka!" — versetzte darauf der Diener, geringschätzig mit den Schultern zuckend — „Lassen Sie doch dem jungen, gnädigen Herrn auch seine Freude! Pfui! Sie verderben ihm ja durch Ihre fortgesetzte Quälerei jeden Spas;! Seine Gnaden wollten ja jenen Schmetterling fangen, da — — Sahristi! — Wieder durchgebrannt! Mais attends. Dialile! werde Dich schon bekommen! So Hab' ich Dich? Yoilä Euere Gnaden! — Endlich habe ich den Schelm doch bekommen!" — ,,8tnpai*) 'Nepomuk!" — entgegnete Kaschka ärgerlich und stieß die Hand, in weicher er den mühsam eingefangenen Schmetterling hielt, mit solcher Heftigkeit zurück, daß der Gefangene davonflatterte. „Wer hat die Aussicht über den gnädigen Herrn von Seiner Gnaden bekommen? Ich doch! Nun gut! Dann lassen Sie uns mit Ihren Rathschlägen in *) Fort. Ruhe. Aber horch Jetzt kommen sie! Der gnädige Herr kommt! Nasch, wir wollen auch hin!" Mnsiklänge ertönten, in welche sich militärische Signale mischten. Eine glänzende Reiterschaar in blitzenden Uniformon zog durch die Hauptallee und machte vor dem Hause Halt. Die wachthaltenden Soldaten präsentirten das Gewehr. Aus der Schaar ritt ein Mann hervor, der sich durch seinen reich mit Gold gestickten Waffenrock vor allen Anderen auszeichnete, und salntirte mit seinem Degen vor einer Dame, die auf den Balkon getreten war. Zu diesem Manne trug ihn Kaschka hin. Er hob den Knaben zu sich auf's Pferd, küßte ihn herzlich, während er die Aermchen um seinen Hals schlang und laut vor Freude und Lust aufjauchztc . . . Das Bild wurde vernwrren und in undurchdringliche Dunkelheit gehüllt. Jeder Faden zu einer Fortsetzung des Traumes oder der Erinnerung fehlte dem sinnenden Alfred . . . Aber da trat ein anderes Bild in lebhafter Frische vor seine Seele. Eines Tages glaubte er sich in ein prunkvoll ausgestattetes Gemach versetzt. Er spielte mit einem kleinen, weißen Schooßhündchen, während eine elegant gekleidete junge Dame, in welcher er seine Mutter erkannt zu haben glaubte, ihn mit webmüthigen, schmerzerfüllten Blicken betrachtete. Ans ihren großen schönen Augen quollen Thränen und ihre Lippen waren aufeinander gepreßt. Eine Angst, über die er jetzt sich keine Rechenschaft zu geben wußte, drückte ihm das Herz zusammen, und er sing plötzlich an bitterlich zu weinen. Die Dame sprang aus ihrem Hinbrüten erschreckt empor, eilte auf den Knaben zu und nahm ihn auf den Arm. Er schlang seine Aermchen um ihren Hals, schmiegte sein Köpfchen fest an ihre Brust und seine Thränen niischten sich in die ihrigen. Die junge Frau fuhr mit ihrer zarten, schlanken Hand über die bleiche Stirn, als wolle sie die trüben Wolken verscheuchen, dann murmelte sie mit gepreßter, von Thränen erstickter Stimme •' „Es muß sein, wenn auch das Herz darüber bricht!" — Sie liebkoste den Knaben, setzte ihn auf einen Stuhl, trat an den Glockenzug und schellte. Kaschka eilte in's Zimmer. „Eure Gnaden befehlen r Die Dame trat dicht an die Dienerin heran und raunte ihr einige Worte in's Ohr. Kaschka erbleichte und fuhr einige Schritte entsetzt zurück. „Jetzt schon?" rief sie mit Bestürzung aus. „Eure Gnaden mögen doch bedenken. . ." „Sofort!" unterbrach sie die junge Frau mit abgewandtem Gesicht, aber in einem Tone, der keinen Widerspruch duldet. Kaschka schaute den Knaben mitleidig an, streichelte seinen Lockenkopf und verließ das Zimmer.

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