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Der Israelit · 1897-02-25 · Heft 16 (25.2.1897) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 16 (25.2.1897)
Date
1897-02-25
Page
– (sequence 5)
Language
German
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'**'■ '>^ -'y'^?> "»^luq^g^^TjMrpy v l 303 Religionsgesellschaft als eine vom Staate anerkannte bezeichnet werde. Eine an Tugenden hervorragende junge Frau der hiesigen Gemeinde wurde nach kaum achttägigem Krankenlager von ihrer irdischen Laufbahn abberufen. Frau Johanna Rothftein Hierselbst ist es, die heute zu Grabe geleitet wurde. Sie zählte zu den echtjüdischen Frauen, war eine nra* ntr» im wahren Sinne des Wortes, welche neben ihren Obliegenheiten als treue Gattin und zärtliche Mutter allen Pflichten einer jüdischen Hausfrau mit strenger Gewissenhaftigkeit entsprach. In stiller Bescheidenheit übte sie np-:x c’-cn rrhv:: in ausgedehntem Maße, gegen Glaubensgenossen, wie gegen Andersgläubige. Sie erfreute sich hiersclbst allgemeiner Beliebtheit, die sich schon während ihres kurzen Leidens, namentlich aber bei ihrer Bestattung durch allgemeine Thcilnahmc bekundete. Unübersehbar war der Zug, der ihr das letzte Geleite gab. Am Grabe schilderte Herr Rabbiner Dr. Bamberger mit ergreifenden Worten das tugendhafte, fromme Leben dieser Frau und die große Lücke, die durch deren Heimgang in unserer Gemeinde entstanden sei. Auch Herr Rosenfeld aus Stralkowo, ein Schwager der Verstorbenen, gab dem großen Schmerze der Familie Ausdruck. — Möge der Vater der Waisen und Trauernden die Leidtragenden trösten tlnd ihre Wunde heilen, nrxjn Darrnstadt, 22. Februar. Die „Frankfurter Zeitung" schreibt: Die Präsidentenwahl in der zweiten hessischen Kammer hat einen für die nationalliberale Partei recht charakteristischen Vorgang gezeitigt. Die Partei hatte als stärkste Fraktion das Recht, den ersten Präsidenten zu stellen. Dieses Recht wurde auch von der Opposition, die Anspruch aus die Vizepräsideutschast erhob, unumwunden anerkannt. Wir hatten schon vor einiger Zeit daraus verwiesen, daß diese Wahl zu Ze telungen in der nationalliberalen Partei Veranlassung gäbe und auch wiederholt auf den muthmaßlichen Ausgang aufmerksam gemacht. Die älteren Mitglieder der Fraktion wünschten unter Führung Osann's einen der langjährigsten Abgeordneten der Partei zum Präsidenten, an besten Charakter, Begabung, Wissen und parlamentarischem Eifer Niemand zweifelte, Ken Abg. Wolfskehl. Eine andere Richtung schlug den Abg. Haas vor und sie siegte in der Fraktionsabstimmung mit einer Stimme Mehrheit, worauf Wolfskehl sein Mandat niederlegte. Er motivirt das in einem Schreiben an die „N. Hess. Volksb.'." mit „einem Vorgang innerhalb der nationalliberalen Kammerfraktion, der es ihm leider unmöglich mache, dieser Fraktion länger anzugehören und mit ihr gemeinsam weiter zu arbeiten. Ein Verbleiben in der Kammer als fraktionsloses Mitglied entspreche ebenso wenig seinen eigenen Anschauungen und Wünschen, wie den Interessen seiner Wähler." Die Erfahrung, auf die Hr. Wolfskehl anspielt, ist leicht zu errathen. Er ist Jude und die Mehrheit der liberalen Fraktion hielt ihn aus diesem Grunde zu der Würde der Präsidentschaft für unfähig Dabei mag die Rücksicht auf die benachbarten Antisemiten mitgespielt haben, der sallengelastene PräsideutschafiSkanbibat mußte sich aber doch sagen, daß es um den Liberalismus und die Tolera> z einer Partei, deren Vertretung auS solchen Motiven heraus Entschlüsse saßt, schlecht bestellt ist. Dieser Elkciliuuiß wegen ist der Vorgang auch außerhalb Hessens von Interesse. Hannover, 22. Fcbr. Der Landrath v. Oden in Duderstadt veröffentlichte folgende Bekanntmachung: „Die Gcmeiudeuvorstäude veranlasse ich, mir bis spätestens zum 21. d. Mts. ein Verzeichniß der in der Gemeinde wohitenden Jitden mit folgenden Angaben einzureichen: 1. Laufende 'Rümmer, 2. Name, Stand bezw. Beruf, 3. Stellung zum HauShaltungsvorstande (ob Ehefratt, Sohn, Tochter und dergleichen), 4. Geburtsdatltm, 5. bei Kindern im schulpflichtigen Alter, ob, wo und durch wen dieselben jüdischen Uitterricht erhalten. Falls Juden in einer Gemeinde nicht wohnen, können Vakatanzeigcn unterbleiben." Die ganze Enquete gilt wohl nur der Nummer 5? Aber es wäre interessant zu erfahren, ob auch anderswo solche Anfragen ergangen sind. O e st e r r.-U n g a r. Monarchie. Budapest. Die Einwanderung russischer und galizischer Juden veranlaßte die parlamentarischen Vertreter der nordöstlichen Comitate Ungarns zur Abhaltttng von Conferenzen, um über Maßregelt! zur Einschränkung dieser Invasion zu berathen. Da über diese Berathungen die falsche 'Rachricht verbreitet wurde, daß sie einen antisemitischen Charakter trügen, wurden der vorgestern hier in der Hauptstadt abgehaltenen Conferenz auch die jüdischen Abgeordneten Franz Chorin, Moriz Mezei, Armin Reumann und Edmund Barta beigezogen. Präsident Uranyi bemerkte, die Spitze der Bewegung sei nicht nur gegen die Einwanderung russischer Juden, sondern gegen die Einwanderung überhaupt gerichtet; konfessionelle und Rastenrücksichten werden in dem Memorandum, welches au die Regierung gerichtet wer den soll, keinen Platz finden. — Nachdem die oben erwähnten jüdischen Deputirten zu dem Gegenstände der Berathung gesprochen hatten, wurde beschlossen, ein Memorandum anzufertigen, welches der nächsten Conferenz vorgelegt werden soll. Prag, 19. Februar. (Seltene Collegialit ä t.) Bei dem Vortrag, den gestern Herr Rabb. Dr. Kisch im hiesigen Vereine für Geschichte und Wissenschaft des Judenthums hielt, über „Rabbi Akiba und die zionistische Umwälzung" erschienen die

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