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Der Israelit · 1897-02-25 · Heft 16 (25.2.1897) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 16 (25.2.1897)
Date
1897-02-25
Page
– (sequence 3)
Language
German
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■^vrsm^-'"^ ~rr~:^r'&". *iy «yp-T-^jF.: ■. wv>'" '<.'- '•$*•**’ 301 1829/30 und im folgenden Sommersemester einen gemeinsamen tw lernten, Tr. Sebachim cursorisch. So sei denn allmählig gegenseitige Achtung und Liebe entstanden. Gleichzeitig aber spricht er von H.'s „übermäßiger Verehrung der Bibel", und von einem anderen Hamburger Studiengenoffen, dessen religiöse Ansichten diejenigen seien, die er von Bernays kennen gelernt, berichtet er rühmend: „doch sind ihm Hirsch'« Extravaganzen (sie!) fremd." Diese Aeußerung ist für H.'s Standpunkt jedenfalls ungemein bezeichnend. Aber G r ä tz widmete ihm doch sein Erstlingswerk und bezeichnete ihn in der Widmung als „den Mann fortschreitender Entwickelung des Judenthums"! Und „Grätz, der Historiker, war doch ein Mann des Uctbeils!" Wir haben inzwischen den Historiker kennen gelernt, damals war eres noch nicht, aber niemals hat er ein wahreres Urtheil ausgesprochen. Entwickelung des Judenthums kann in diesem Zusammenhang doch nur heißen: Erkennen und Hinausleben alles dessen, was im Judenthum noch unerkannt und unverwirklicht verborgen ist. Nun, glühender und konsequenter hat sich Niemand für die Nothwendigkeit des ewigen Fortschreitens in Erkenntniß und Verwirklichung des Judenthums ausgesprochen, als Samson Raphael Hirsch in den Neunzehn Briefen. Und was hier der jugendliche kühne Denker und Kämpfer ausgesprochen hatte, das las der Achtzigjährig e kurz vor seinem Heimgange bei Gelegenheit der Herausgabe einer neuen Auflage wieder sorgsam durch und — fand kein Wort zu streichen, keins zu modificiren. Geradezu wunderbar ist die Einheitlichkeit dieser Geistesarbeit, in der gleichwohl eine stetig fortschreitende Vertiefung nicht zu verkennen ist. Was er am Anfang intuitiv vorahnend geistig erschaut, das stellte sich der fortschreitenden Forschung später als vollständig in allen Einzelheiten begründetes Ecgebniß dar. Daß im Einzelnen Modificationen in der Auffassung und Erklärung stattfanden, ist selbstverständlich und steht hiemit keineswegs im Widerspruch. Diese Einheitlichkeit ist jedoch nicht, wie nur eine völlige Unkenntniß seiner Werke meinen konnte, der Ausfluß einer starren Subjectivität, sondern das gereifte Resultat eingehendster Specialforschung. Kein Forscher war mehr als er bereit, auch oie bestechendste als Hypothese gefaßte Ansicht aufzugeben, sobald sie die Probe an der Gesammrheit der zu erklärenden gesetzlichen oder sprachlichen Erscheinungen nrcht bestand. — Doch auf die wissenschaftliche Bedeutung seiner Forschung haben wir noch mit einigen Worten zurückzukommen. Zeitungsnachrichten nnd «orrespsn-enzen. Deutschland. E. R. Berlin, 21. Febr. Die heutige Sitzung der Repräsentanten der jüdischen Gemeinde eröffnete der Vorsitzende mit der Vorlesung eines Schreibendes Herrn Professors A. Baginsky, des Inhalt», daß er die auf ihn gefallene Wahl zum Mitglied des Curatoriums der Dr. Ephraim-Stiftung nicht annehmen könne, jedch zur Annahme anderer Aemter sich bereit erkläre. Eine lebhafte Debatte entspann sich bei Punkt 2 der Tagesordnung: Bewilligung einer Beihilfe an das Mädchenhaus in Pankow. Schließlich wurden in absteigender Linie 3,000, 2,000 und 1000 Mark für die nächsten drei Jahre bewilligt. Die Vorlage betreffend die Beiträge zum Pensions¬ und Unterstützungs-Fonds der Koscherfleischverwaltung wurde vertagt. Die Vorlage betr. Kassenordnungen, Regulative und Institutionen wurde angenommen und die Veranstaltung eines Festgottesdienstes am Sonntag den 21. März in allen vier Gemeindesynagogen beschlossen. Für die Errichtung eines Kaiserdenkmals in Weißensee werden 500 Mark bewilligt. Der Bericht über die Verwaltung der Stände in den Synagogen 1896 wurde entgegengenommen. Hamburg, 23. Februar. In der gestrigen (Sonntag) Repräsentanten-Versammlung wurden auf Antrag des Gelneindevorstandes M. 500 eventuell M. 1000 als Subvention für die würdige Ausstellung der Palästinensischen Agricultur-Produkte, sowie die plastische Darstellung der Colonien und ihrer Entwickelung bewilligt. Diese Ausstellung ist eine Specialität der allgemeinen vielversprechenden und unzweifelhaft großartig werdenden Gartenbau-Ausstellung Hierselbst (Mai—Oktober a. c.) Baron Rothschild in Paris interessirt sich ganz besonders für die Palästina- Ausstellung und beschafft aufseine Kosten die sämmtlichen sehr umfangsreichen Ausstellungsobjekte, während das hiesige SpezialcomitL die weiteren Mittel, sowie die Jnstallirung beschafft. Ein Ausschank der Weine wird nicht geplant, hingegen wird ausreichende Gelegenheit vorhanden sein, Auskunft zu erhalten und Ordres zu ertheilen. Neben dem idealen, darf ja der reale Zweck nicht außer Acht gelassen werden. H. B. Frankfurt a. M., 16. Febr. Hätte es noch eines Beweises bedurft, daß die antisemitische Partei auch den letzten Funken von Anstandsgefühl verloren hat, so würde dieser Beweis schon mit dem folgenden Artikel der „Frankfurter Post" zu führen sein, welcher sich mit den bekannten „Schmäh- und Drohbriefen" befaßt, die in der Presse bereits erwähnt worden sind. Was der „Deutsche Verein" in seinem „Preisausschreiben nur verblümt andeutet, — daß zweifellos die Juden die Urheber jener antisemitischen

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