Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 15 (22.2.1897)
- Date
- 1897-02-22
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 97% known words query
- IRI
…/2446951-2448705-2448721--43434-2492483- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
MMNWWWWWWWWMW 281 Antwort und Entscheidung, mit welcher er die zahlreichen Fragen erledigte, die von aller Welt an ihn gerichtet wurden. Jeder wußte aus den Sannnlungen zu Gunsten der Armen und Unglücklichen, aus den Liebeswerken verschiedenster Art, zu welchen die Anregung und das mustergiltige Beispiel von ihm ausging, daß sein Herz so edel und gut war, wie sein Geist hell und erleuchtet. Aber über die persönliche Entwickelung des großen Mannes, seine Vergangenheit, seine Herkunft wußte und weiß die große Welt nichts oder wenig und selbst näher Stehenden waren nur einzelne Momente bekannt. Rabbi Jizchack Elchonon wußte selber seinen Geburtstag nicht, wie hätten ihn andere wissen und feiern sotten! Als vor ca. acht Jahren eine Zeitung die Anregung brachte, das fünfzigjährige Jubiläum des Kownoer Rabbiners festlich zu begehen, ließ er in derselben Zeitung öffentlich erklären, daß Festlichkeiten, die solchen Personenkuttus zum Gegenstände haben, uns Juden von Haus aus fremd seien und fremd bleiben sollen, und daß alle, die davon keine Notiz nehmen und ihm trotzdem Aufmerksamkeiten irgend welcher Art aus diesem Anlaß bereiten würden, ihn damit nicht erfreuen, sondern betrüben und kränken. Das Leben solcher 'Männer würdig zu beschreiben, ist ungemein schwierig. Das was davon zu Tage tritt, ist im Verhältniß zu dem inneren eigentlichen Leben solcher wahrhaft Großen, wie ein Tropfen im Vergleich zum Meere, aus dem er geschöpft ist. rrrrn cbwb crbnr. c’C'cr "t jhv. Die Tage dieser Vollendeten kennt nur Gott allein. Ihre größte Wirksamkeit liegt nicht einmal in dem, was sie in der Zeitspanne ihres irdischen Daseins geleistet, sondern in dem großen, geistigen Erbe, das sie der Nachwelt hinterlaffen, deffen Bedeutsamkeit in die Ewigkeit reicht. Diese Erwägung dürfte es erklären, daß wir verhältnißmäßig so wenig biographische Notizen über unsere großen Meister und geistigen Führer besitzen und noch weniger abgerundete Darstellungen ihres Lebens und Wirkens. Um so erfreulicher ist es, daß auch hierin Rabbi Elchonon Spektor >*7 eine Ausnahme macht. Seit wenigen Wochen besitzen wir eine Beschreibung seines Lebens und 'Wirkens in so mustergiltiger, vollendeter Weise, wie sie die zahllosen Freunde und Verehrer des großen Hingeschiedenen nur wünschen können. Es braucht nur gesagt zu werden, daß der Verfaffer dieser Biographie sein Sekretär ist, der 26 Jahre lang dem Meister zur Seite stand, der also wie kaum ein Zweiter in der Lage ist, den großen Mann zu kennen und zu schildern. Das schön ausgestattete, 128 Seilen umfassende Buch ist bald nach dem Tode des Kownoer Rabbiners erschienen und ist durch den Verfaffer Herrn Jakob Lipmann Lipschitz in Kowno (Rußland) zu beziehen. Der volle Titel lautet: b'n;n px;n '.m r^b'n am pnr riH^in pnr pe rr'trpr renn;*rerBn viean .s"L'L'b '-br, zpv'1 'nxs Schon längst hatten hervorragende Männer den Verfasser, wie er im Vorwort mitthcilt, bestimmen wollen, die Biographie des Rabbiners von Kowno in einem der hebräischen Jahrbücher oder Zeitschriften zu veröffentlichen. Aber der Verfaffer verhielt sich gegen dieses Ansinnen ablehnend, weil es gegen die jüdische Gepflogenheit ist, das Lob unserer Großen bei deren Leben zu verkünden. Aber die Idee selbst sagte dem Verfaffer derart zu, daß er seit Jahren sein besonderes Augenmerk auf die Lebensweise des großen Mannes richtete, seine Eigenschaften, seinen ganzen heiligen Wandel und auch sein gewöhnliches Leben, das von höchster Heiligkeit getragen war, mit großer Aufmerksamkeit verfolgte und seine Erzähluttgen und Denkwürdigkeiten gewiffenhaft zu Papier brachte. Seit zwei Jahren hat der Herr Verfasser an der Sichtung und sorgfältigen, systematischen Gruppirung des Materials gearbeitet, als deren Frucht die nun erschienene Biographie vorliegt. Der Verfaffer hat die schwierige, vielumfassende Arbeit in jeder Hinsicht mit großem Geschick bewältigt. Sie ist ein Musterbild streng objektiver Darstellung ohne jede subjektive Beimischung. Die darin aufgenommenen Thatsachen, Daten und Berichte rühren zum größten Theil von dem verewigten Großen selber her, ein kleiner Theil von deffen Sohn trnd Nachfolger, dem gegenwärtigen Rabbiner von Kowno, und einige ganz wenige Notizen beruhen auf Mittheilungen, von bedeutenden ehrbaren Gewährsmännern von zweifelloser Zuverlässigkeit. Zur Behandlung desjenigen Theils dieser Schrift, welcher bte Eigenart der erschienenen Werke des Gefeierten zum Gegenstand hat, ztlr Charakteristik seiner r-rrwr rrbxv hat der Verfaffer bescheidener Weise noch die Mitwirkung seiner beiden gelehrten Brüder hinzugezogen. Dieser Theil, welcher den Umschwung des Talmudstndiums darstellt, den dasselbe durch die Bahn brechenden Anregungen des verstorbenen Gaon erfahren hat, ün Vergleich zu der Art und Weise wie dasselbe bis dahin betrieben wurde, bildet eine hochinteressante Monographie für sich. Im übrigen ist das ganze Werk eine kunstvolle Mosaik-Arbeit, welche eine Anzahl von Notizen, Daten und Denkwürdigkeiten aus dem Leben und Wirken des gefeierten Meisters zusammenstellt und sie zu einem systematisch geordneten, harmonischen Ganzen vereinigt. Rabbi Jizchak Elchonon war im Jahre 5677 (1817) 19 Jahre nach dem Tode des berühmten Wilnaer Gaon 91. Elia Stj geboren. Im zwanzigsten Lebensjahre trat er seine erste Rabbinatsstette in