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Der Israelit · 1897-02-22 · Heft 15 (22.2.1897) · page 1

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 15 (22.2.1897)
Date
1897-02-22
Page
– (sequence 1)
Language
German
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XXXVIII. Jahrgang. M 15. Her Zsraelit. Ein Kenlrat-Hrgan für das orthodoxe Zudenthum Begründet von Dr. in Utaini. Montag, den 22. Fevruar 5657 (1897). «Sr Eine Math abonnirt man bei allen Postanstalten für den Monat s.:- März auf den „Israelit". Dieser Preis tritt aber nur ein bei Abonnements, welche rechtzeitig am Post-ZeitungSfchalter des Wohnortes des Bestellers oder bei dem betreffenden Landbriefträger aufgegeben werden. Die Expedition des „Israelit". Leitender Artikel. Das Kedensdlld eines Tatmndjuden. Bon Bez.-Rabb. Dr. C'hrmann in Baden (Schweiz). (Zum ersten Jahrzeitstage r){. Jizchak Elchonon Spektors n Nabb. in Kowno.) (Am 21. Adar.) In welligen Tagen ist ein Jahr verflossen, seitdem sich das Grab über der irdischen Hülle des Mannes schloß, der zu den Erleuchtetsten, Edelsten und Tatkräftigsten seiner Zeit zählte und dessen unsterblichen Verdienste ihm unter den Großen Israels aller Zeiten einen Ehrenplatz sichern. Wenn unsere Zeit, dem Himmel sei es gedankt, Männer besitzt, die mit Hingebung ihrer ganzen Persönlichkeit in dem Streben ansgehen, msyn *nnr6, dem Judenthum wieder seine verdiente, alte Würdigung zurückzuerobern, so ist man bei uns im Westen Europas vielfach geneigt, den glänzenden Erfolg dieser Bestrebungen lediglich dem Umstande zuzuschreiben, daß Thora und moderne wissenschaftliche Bildung in jenen Männern sich glücklich vereinigen, und daß nur diese Bereinigung die Lösung dieser Aufgabe möglich mache. So berechtigt diese Anschauung auch sein mag, so führt sie doch leicht zu einer Unterschätzung der geistigen Schwungkraft, mit welcher die Thorakenntniß ihre Jünger selbst dann auszurüsten vermag, wenn dieselben auch auf alle Wohlthaten verzichten müssen, welche ihnen die auf außerjüdischem Boden gewonnene wissenschaftliche Bildung zu bringen geeignet ist. Wir können uns heute in der That kaum eine erfolgreiche Wirksamkeit für jüdische Anliegen denken, die von Männern ausginge, welche neben ihrer Thorawissenschaft nicht auch eine ebenbürtige profane Bildung besäßen. Rabbi Jizchak Elchonon aber war ein solcher Mann, dessen Leben und Wirken lautes, vollgültiges Zeugniß von der urwüchsigen Kraft ablegt, mit welcher ausschließlich die Thora ohne jede andere Mitwirkung auch heute Geister und Gemüther zu gewinnen vermag, wenn sich eben nur der rechte Mann und für diesen Mann die rechte Umgebung findet. Dieser rechte Mann war Rabbi Jichak Elchonon ^an, seine Umgebung aber war die ganze jüdische Welt, die große Diaspora seiner Brüder und Schwestern, für die er lebte und wirkte, ganz unabhängig von dem Orte seines persönlichen, zufälligen Aufenthalts, wenn diesem letzteren auch der segensreiche Einfluß dieser genialen Größe in erster Reihe zu Gute kam. An ihm hat sich das Wort unserer Weisen in seltener Weise erfüllt, daß die Ehre denjenigen aussucht, der sie flieht. Er ist dem Lob, der öffentlichen Anerkennung und Verehrung mit so aufrichtiger, ängstlicher Bescheidenheit aus dem Wege gegangen, daß die Millionen, die ihn ehrten, auf den Händen trugen und ihn vergötterten, von seinem Leben, von seiner Vergangenheit, kurz von alledem nichts oder wenig mehr wußten als das, was durch die Natur der Dinge vor aller Oeffentlichkeit sich vollziehen mußte. Der Gelehrte wußte, daß der Kownoer Ras ein großer, staunenswerther Gelehrter war, dafür zeugten seine genialen Schriften, seine Schüler, jede

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