Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 14 (18.2.1897)
- Date
- 1897-02-18
- Page
- – (sequence 19)
- Language
- German
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.WWWMW 277 Elijahu's ganzes Auftreten bei seiner Umgebilllg ausgesctzt war. n^rr x wx *: wv nr rrr* wPx Px -trxrr icxri Die Zeitgenossen Elijahu's hielten ihn für einen Mann des strengen göttlichen Rechts, der durch Beruf und Anlage dazu bestimmt schien, überall mahnend unb sühnend für das verletzte Gottesrecht auf Erden einzutreten. Nnr die durch die Wiederbelebung ihres Kindes beglückte Mutter hatte, als sie von den Prophetenlippen die Worte: ,n *x“ vernahm, die tteberzeugung von dem liebenden, göttlichen Erbarmen gewonnen, das dein rp^x trx das 'n *sn in den Mund legt. Es ist die Verbindung von 'liecht unb Liebe, Milde und Strenge, p~ und iw, die sonst überall als Gegensätze auftreten, die sich als nix in dem Propheten harmonisch vereinigt gefunden. (1. B. d. Könige, Cap. 17 Ende.) An diese Worte, die unserer Haftora unmittelbar vorangehen, knüpft dieselbe nun an. — Der Hunger und das Elend lastete so schwer auf dein ganzen Gleiche, daß der König selber mit seinem Hausminister das ganze Land durchstreifte, um Nahrungsmittel zu suchen. Es gab weder Volk noch Staat, bei dem Achab nicht nach Elijahu gespäht hätte, ohne ihn zu finden. Da ward im dritten Jahre des Regenmangels Etijahu der Auftrag Gottes, sich freiwillig Achab zu stellen, um der dürstenden Erde wieder Regen zu gewähren. „Bist Du es Ungtücksbringer Israels?" redete Achab Elijahu an, als er ihn erblickte. — In der Thora, für welche Elijahu sein Volk wieder gewinnen wollte, haben die Zwitterjudeu aller Zeilen ein Unglück erblickt und haben daher Gottes Wort und seine Vertreter für das Weh verantworlich gemacht, das doch gerade auf die geringschätzige Verachtung der Thora folgt. „Nicht ich habe Israel in's Unglück gebracht," lalltet daher Elijahus freimüthige Antwort, „sondern Du unb Deines Vaters Hans, indem Ihr die Gebote Gottes verlassen habt, und Du dem Baalsgötzcn nachgegangen bist." Diese ungeschminkte Wahrheit muß Achab so tief ergriffen haben, daß Prophet und König plötzlich die Rollen wechseln. Der bis zur Stunde geächtete und zu Tode gehetzte Prophet befiehlt: „Und nun schicke umher und versammle mir galt; Israel auf den Berg Karmel nebst den 450 Baalspropheten und den 4oo Phropheten der Ascherah, die alt Jsebels Tafel speisen;" und der König gehorchte. „Achab schickte unter allen Kindern Israels umher und versammelte die Propheten auf den Berg Karmel." rx: Pwrrt w?x P3 rx -Sx p-p nPir nryi B'X's:n nx prp", , hxiL" ’ii P33 3xnx ^>3vx s-Ww . i>2i3!i 17s bx Elijahuh in seiner Bescheidenheit glaubt nicht, daß die bloße Kundgebung seines Wunsches genügt, llm ganz Israel zu ihm zu versammeln. Er verlangt daher, daß Achab umherschicken und seinen Einfluß als König geltend machen solle, um Israel zu versammellt. "3p nte nrar» Die Propheten des Baal unb der Ascherah zählen für Elijahu nicht mehr zll ^x>L" ^2, zur jüdischen Gesammtheit. Die Bereitwilligkeit des Volkes, sich an der Versammlung zu betheiligen, ist für sie nicht maßgebend. Deshalb erwähnt er sie besonders. Sie sind nicht vom Volke abhängig, ne sind Hofschranzen Jsebels, weil sie voll ihrer Tafel gespeist lverden. In der That aber brauchte Achab zum Volke nur zu schicken, und nur die Hierophanten Jsebels, bcncn nichts Gutes ahnen mochte, nmßte Achab selber versammeln. (Schluß folgt.) Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Hamburg, im Febr. „Anfang lind Blüthezeit der portugiesisch-israelitischen Gemeinde zu Hamburg" tvar das Thema eines Vortrages, den der hiesige Realschullehrer Dr. A. Feilchenfeld im „Verein für jüdische Geschichte und Litteratur" hielt. Vereinzelt lebten schon vor 1600 einige Portugiesen hier, die sich aber llicht als Juden zlt erkennen gabelt. Gleich nach 160<i erhielten sie größeren Zuzug durch Flüchtlinge aus Portugal; 1603 verlangt die Bürgerschaft, da sie als Juden erkannt rvnrden, ihre Ausweisung. Der Rath nililmt aber für die vornehm austret enden Fremdelt Partei und bewirkt lmch langwierigen Verhalldlungen mit der Bürgerschaft, daß die portugiesischen Kaufleitte, die durch den Umfang ihrer Handelsgeschäfte dem Hamburgischen Handel große Vortheile verhießen, gegen Erlegung eines Schutzgeldes die Berechtigung zu dauerndem Aufenthalte Hierselbst erhielten. Der erste mit ihnelt abgeschlossene Eontract datirt vom Jahre 1612. Gegen die religiösen Bedenken, die die hiesige Geistlichkeit der Aufnahme der Judelt entgegenstellte, stützte sich der Senat auf die Gutachten der evangelisch-theologischen Facultäten zu Jena und Frankfurt a. O., legte aber im Einklang mit den Rathschlägen derselben den Juden in religiöser Beziehung große Beschrältkungen auf. Namentlich wurde ihnen das Halten von Synagogen verwehrt; sie erhielten nur das Recht, ihre Todten nach Altona zit bringen, wo sie 1611 vonl Grafen Ernst von Schauerlburg ein Stück Land als Begräbnißplatz erworben hatten. (Diesen Fried-