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Der Israelit · 1897-02-18 · Heft 14 (18.2.1897) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 14 (18.2.1897)
Date
1897-02-18
Page
– (sequence 18)
Language
German
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276 das Iehoschua bin Nun verkündet hatte. (1. B. der Könige, Cap. 16 Ende.) Und wenn der König noch so laut und ostentativ den Gott Israels leugnete, dieses Ereigniß hätte ihn belehren können, belehren müssen, daß cs doch noch einen Gott in Israel gibt, der sich durch keine Leugnung beseitigen läßt. Aber der Abfall hatte schon zu weite Kreise ergriffen, als daß ein noch so beredtes Zeugniß des göttlichen Eingreifens in menschliche Geschicke als solches erkannt worden wäre. Wie zu allen Zeiten mag auch damals die Gottvergessenheit ihrem Götzen, dem Zufall, dasjenige zugeschrieben haben, was sie auf Gott zurückzuführen ohne Jntellektopfer nicht vermochte. Die Propheten, die sollst Gottes Gnade in solchen trüben Zeiten sandte, um der verkannten, geächteten jüdischen Wahrheit das Wort zu reden und die ihr entfremdeten Geister und Gemüther wieder zu gewinnen, die Propheten waren durch die heidnische Königin gelödtet und durch ihre Kreaturen verdrängt, oder sie fristeten in ferner, abgeschiedener Wildniß, in Höhlen verborgen ihr Leben. Sie durften sich nicht blicken lassen, ohne daß man nach ihnen fahndete. Wie hätten sie gegen den verblendeten König oder vor dem irre geleiteten Volke das Wort ergreifen und eine Besserung aubahnen könnend Da trat Elijahu auf. „Clijahu der Tischbite, von den in Gilad Angesessenen, sprach zu Achab: Gott lebt! Der Gott Israels, vor dem ich Stand gehalten habe; es wird in den folgenden Jahren nicht Thau und Regen sein, außer auf mein Wort. (König I. 17. 1.) itrx ,'n *n cxrx 'eetc ‘cet” in . -2“ 'tb ex '2 “EC* Se ribxn c*:ipn rvrr cs *ricy War das bloße Auftreten Elijahus schon ein großes Wagniß, so waren es die Worte, mit welchen er dem gottvergessenen König entgegentrat, in noch viel höherem Grave, wenn man zumal die äußereil Umstände in's Auge faßt, unter welchem sich dieses Zusammentreffen des Propheten mit dem König vollzog. Bei dem den Tod seiner Kinder betrauernden Erbauer Jericho's hatten, nach der Ueberlüferung unserer Weisen, uni den Trällernden zu trösten, sich Achab und Elijahu zusammengefunden. Bei dieser Gelegenheit betonte Elijahu das durch Josua vorherverkündete göttliche Verhängniß, dem die der Reihe nach gestorbenen Kindern erlegen seien, was Achab bestritt. Habe doch selbst Moscheh als Strafe für den Götzendienst Regenmangel angedrobt, und dennoch, obwohl das ganze Land von Götzendienern wimmele, falle der Regen nieder. Daraufhin habe Elijahu das Ausbleiben von Thau und Regen verkündet. (Talmud Sanhedrin 113.) Die Wiedererbanung Jerichos, die Verkennung der dabei zil Tage getretenen strafenden Gotteswaltung, die vermessene Provozirung des göttlichen Strafgerichts durch den Mund des gottleugnenden Königs, werfen ein grelles Streiflicht auf die Dimensionen, welche der Abfall von Gott und seinem Gesetze bereits angenommen haben mußte. Sie taffen den durch Ausbleiben von Thau und Regen über das ganze Land verhängten Mangel und Hunger keinesfalls als eine Härte Elijahus, sondern als äußersten Versuch zur Sinnesänderung des verblendeten Königs und des verführten Volkes erscheinen. Mag daher dem machtstolzen König der bloße Gedanke an Gott, den er offen verhöhnte, unbequem, veraltet und lächerlich erschienen sein, um so entschiedener tantet das erste Wort, das Elijahu Achab zu sagen hat: '7> n Gott lebt! Die Veranlasiung, die sie in Chiels Trauerhause zusammenführte, legte für das Vorhandensein des bxiv" X vollständiges Zeugniß ab. Wenn auch die frivole Sophistik des Königs dieses Zeugniß angreift, die Thatsache irx T-cy des Bestands, der bloßen Existenz Elijahus kann keine Rabulistik erschüttern. Was hätte Elijahu aufrecht erhalten, wenn nicht Gott, was fonft hätte ihm den Mnth einflößen können, vor Achab als Antvalt der mit Füßen getretenen jüdischen Wahrheit aufzutreten, wenn nicht das Bewußtsein, im Dienste Gottes zu stehen? Elijahu legitimirt sich als im Dienste Gottes stehend durch das Ausbleiben von Thau und Regen, welches er auf Jahre hinaus für so lange verkündet, bis sein Wort selber den Bann wieder löst, der die Thau- und Regerlspende zurückhält. Infolge dieses Freimuths muß Elijahu, wie die anderen Propheten, sich in geheime Schlupfwinkel vor der Verfolgung des Königs zuruckziehen. In seinem Besteck nimmt er Theil an dem Elend und der Verzweiflung, die der Mangel an liegen über das ganze Volk gebracht. Ein großes Volk kämpft mit dem Hungertod! Alle Augen suchen Elijahu unb erwarten von ihm das erlösende, der Erde ihre Fruchtbarkeit zurückgebende Wort. Verkannt vom Volke, weil er dieses Wort nicht spricht, verfehmt und verfolgt vom Könige, läßt uns die über Elijahu berichtende Urkunde nur gelegentlich einen Blick in das mit seinem Volke leidende, edle Herz des Propheten werfen. Wenn der Tod eines Kindes dem Propheten so nahe geht, daß er unt dessen Wiederbelebung vor Gott im Gebete ringt, mit welchem Weh mögen ihn dann erst die Opfer erfüllt haben, die der Hungertod Tag für Tag ohne Erbarmen forderte! Als daher, nachdem auf Elijahu's Gebet, Gott dem Kinde das Leben wiedergeschenkt der Prophet es der Mutter mit den 'Worten zuführte: „Sieh' dein Kind lebt!", lassen die Worte, in welche sich die Mutierfreude kleidet, noch die Verkennung dnrchblicken, der

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