Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 14 (18.2.1897)
- Date
- 1897-02-18
- Page
- – (sequence 17)
- Language
- German
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P* r nBWjsqsgjgwryre”“? * XXXTIII, Jahrgang. Weite Beilage M M14 -es „Asraelit". "- "—-" --' -- -' ■"-■-■Sl.” , -—— > _—»/ 1.1 ". .1t— Leitender Artikel. Pom Sinai zum Karmel. (Zu Paraschath xtrn Unser Wochenabschnitt führt uns an den Sinai, unsere Hastora an den Karmel. Hier und dort sind es Offenbarungen der Herrlichkeit Gottes, welche an unserem geistigen Auge vorüberziehen, jede einzig in ihrer Art in der Geschichte Israels und der gesammten Menschheit. Daß die Offenbarung des Gottesgesetzes am Sinai selbst den Abfall von diesem Gesetze überdauert, das ist die trostvolle Wahrheit, die aus der wunderbaren Verirrung, welche das goldene Kalb verkörpert, durch alle Zeiten leuchtet. Wie groß, wie unbegreiflich groß müffen unsere Ahnen selbst in ihrer Verirrung sich bewährt haben, wenn wir ihr das Höchste, Beseligendste verdanken, dessen die Menschheit sich erfreut: Das Bewußtsein, daß Gottes Liebe stärker ist, als menschliches Fehlen und Irren! Dem höchsten Abfall verdanken wir das höchste Gnadengeschenk Gottes; die über allen Zweifel erhabene Versicherung, daß eine Vergebung, Verzeihung und Versöhnung für allen menschlichen Trotz und Fehl, daß es einen Jom Kipvur, einen Tag der Sühne sür alle Vergehungen gibt. 712'L'r, rr'n^ xSx ntryc irraS c"'sn in xS „Israel wäre eines solchen Treubruches niemals fähig gewesen. Es mußte die That begehen, um der ganzen Menschheit Zeuge, Bürge und Denkmal der Kraft der Teschuba, der reuigen Rückkehr zu Gott zu werden." Wieder zog Gottes Herrlichkeit ein in die Reihen Israels und hat sie niemals seitdem verlaßen. Von ihr geleitet zog es durch die Wüste, erreichte es das Land seiner Bestimmung, schwankte von Treue zum Abfall, und vom Abfall zur Treue. Aber t>* rrrrr ‘rx cy “n, Juda, auch wo es sank, verblieb es seinem Gott, und sein Gott blieb trotz aller Verirrungen jrz srs pxr; dauernd inmitten der Verirrten. Aber die Verirrungen batten Dimensionen angenommen, die eine zweite Offenbarung der Gottesherrlichkeit, diejenige am Karmel erforderte, von welcher unsere Hastora berichtet. Die Stämme des Gottesvolkes waren zerriffen; das Reich war getheilt in Juda und Israel. Von König zu König war seit Jerobeams Thronbesteigung der von oben herab inaugurirte Abfall von Gott und seinem Gesetze weiter und weiter fortgeschritten. Unter Achabs Regime hatte er seinen Höhepunkt erreicht. Achab hatte alle seine Vorgänger in dem Streben übertroffen hx'iw x tj rx Gott, dem Gotte Israels mit principiellem Fanatismus die Herrschaft streitig zu machen. Der jerobeamitische Abfall mar ihm noch zu kleinlich. Er heirathete daher eine sidonische Prinzessin und führte mit ihr den ganzen Vaal-Cultus ihres väterlichen Hauses ein. In der Residenz selber errichtete er Tempel und Altar für den Baal und die Ascherah und hatte durch die Macht seines königlichen Beispiels das Gottesbewußtsein des ganzen Volkes bereits so tief erschüttert, daß das irregeleitete Volk in der That nicht mehr wußte, ob cs sich für Gott oder den Götzen entscheiden sollte. Die ganze Vermeffenheit dieses selbst vor der Gottesleugnung nicht zurückschreckenden Abfalls veranschaulicht die Mittheilung unserer Ueberlieferung aus jener Zeit, daß Achab an die Pforten seiner Residenz Samaria schrieb: „Achab leugnet Gott, d en G o t t IS ra e l s!" (Talmud Sanhedrin fol. 102.) Was sonst die jüdischen Stävte vor allen anderen kennzeichnet, die durch die Mesusah bekundete Unterstellung nicht nur der einzelnen Häuser, yrs, sondern der ganzen Gemeinden und Provinzen, yw, unter den Willen des „Allmächtigen" (Talmud Joma fol. 11), an der Stelle dieser großen, sofort in die Augen springenden Gotteshulvigung, welche „der Eommune und dem Staate", den nwy ausgeprägt w ir, proklamirte Achab die Leugnung Gottes, so daß Israels Land und seine Städte Gott verhöhnten, den zu verehren doch ihre einzige Bestimmung sein sollte. Als Gott unter Josuas Führung dieses Land Israel zum Eigenthum gab, als vor dem Gottesgesetze die Mauern Jericho's ohne Anwendung äußerer Gewalt fielen, damals bestimmte Josua, daß die Trümmer dieser Stadt für ewige Zeit als Zeugniß von der Wudnermacht des Gottesgesetzes aus ihrer blühenden Umgebung hervorragen sollten. Er bedrohte mit schwerem Fluch denjenigen, welcher durch die Wiederaufbauung Jericho's das Gedächtniß dieses Wunders zu trüben wage. Sein eigenes Familienglück würde derjenige zertrümmern, der Jericho's Trümmer aufbaue, mit dem Tode seines Erstgeborenen werde er den Grundstein legen und mit dem Tode seines jüngsten Kindes werde er die Thore einsetzen. Jahrhunderte lag so Jericho verödet. Keine Hand wagte die Trümmer zu berühren, welche auf Gates Boden für Gottes Gesetz zeugten. Da, in Achab's Zeilen baute Chiel aus Beth El Jericho auf. Mit dem Tode Abiram'S seinem Erstgeborenen legte er den Grundstein und mit seinem Jüngsten, Segus, setzte er die Thore ein, nach Gottes Wort,