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Der Israelit · 1897-02-18 · Heft 14 (18.2.1897) · page 12

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 14 (18.2.1897)
Date
1897-02-18
Page
– (sequence 12)
Language
German
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270 dem Verstände, oder vor denen der Verstand schweigen müßte, und mit welchen die Vernunft nichts anzufangen hätte. Was der jüdische „Glaube" als Basis des Judenthums giebt, sind Thatsachen, auf wacher, Heller Erfahrung einer Nation beruhende historische Thatsachen, die nicht für das „Glauben", sondern für den frischesten, lebendigsten Aufbau der Erkenntniß und der That herausgegeben sind. Auf Grund und an der Hand dieser Thatsachen die Welt und die Menschheit und Israel begreifen und diesen Begriff Israels verwirklichen — das Eine ist jüdische Wissenschaft, das Andere jüdisch es Leben. Zeitungsnachrichten und Eorrefpondenzen. Deutschland. Hamburg, Io. Februar. Wegen eines Grundstücktheils des jüdischen Friedhofs an der Bismarckstraße war die Stadt mit der hochdeutschen Jsraelitengemeinde in Unterhandlung getreten. Die Angelegenheit ist, wie man hört, nunmehr perfect geworden und es bedarf nur noch der Zustimmung der städtischen Collegien. Die Grabstätten auf dem betreffenden Theil des Friedhofgrundstücks sollen bekanntlich mit einer Concretdecke überwölbt werden; außerdem erhält der Platz noch eine geschmackvolle eiserne Gitter- Einfriedigung. Stuttgart, 14. Febr. Seit dem 21. April 1d95 hat dieKgl.-Jsr. Ob.-K. Behörde einen Fortbildungskurs in Liturgie für befähigte jüngere Cantoren errichtet, der von dem tüchtigen und bewährten Lehrer Herrn Cantor Tannendaum in Stuttgart geleitet wurde. Der durchgearbeitete Stoff erstreckt ftch auf alle Zeilen und Gelegenheiten des jüdischen Jahres, auf Vorlesen aus Thora, Megillah rc., sowie auf Uebungen aus dem Gebiet der Technik. In der heute stallgefundenen Schlußprüfung, sprach sich der Referent der hohen Behörde, Sr. Hochw. Herr Kirchenrath Dr. Kroner sehr anerkennend über die Leistungen der Kurstheilnehmer aus und betonte in seiner Schlußrede, daß die hohe Behörde die großen pekuniären Opfer im Hinblick auf den edlen Zweck nicht gescheut habe, und daß durch diesen Kurs die unverfälschten, heiligen Weisen unseres altehrwürdigen Synagogengesanges in unseren Gotteshäusern Eingang finden mögen. Folgende Zöglinge haben die Prüfung mit gutem ErÄge bestanden : E. Adler—Stuttgart, F. H e ß-tMüMetteü-Horch, r x-^Rexingen, M. Meyer^-Stuttgart; Fi "WUtlrffl1 Inniger Dank gebührt der Kgl. Oberkirchenbehörde für diese schöne That, aber auch der betr. Gemeinden darf man nunmehr zu den gut geschulten Cantoren aufrichtig gratuliren. Metz (Lothringen), 15. Februar. Letzten Freitag Morgen fand oas Leichenbegängniß des Mittwoch Morgen im 04. Lebensjahr nach längerem Leiden verstorbenen Banquiers Isaak Mayer, Präsident des israelitischen Konsistoriums Lothringens, statt, welches, wie zu erwarten war, einen unabsehbaren Zug von Leidtragenden, der Angehörigen der verschiedensten Stände und Glaubensbekenntnisse aus Stadt und Umgegend umfaßte. Von Vertretern der staatlichen und städtischen Behörden nahmen an der Trauerfeier Theil unter Anderen: Oberregierungsrath Poehlmann in Vertretung des zur Zeit in Berlin weilenden Bezirkspräsidenten. Landgerichtspräsident Sellbach, Polizeipräsident Frhr. v. Liebenstein, Bürgermeister Frhr. v. Kramer, Geheimer Regierungs - rath Becker, Reichsbankdirektor Witkowsky. Im Trauerhause sprach Herr Oberrabbiner Ury ein deutsches Gebet, worauf unter Absingung von Psalmen in hebräischer Sprache vom hiesigen Kantor Herrn Zivi der Sarg durch die Geschäftsräume der Bank getragen und auf den Leichenwagen gehoben wurde. Mit den Schwiegersöhnen des Verstorbenen und den Beamten der Bank folgten zunächst die Mitglieder des israelitischen Konsistoriums, denen sich die Vertreter der Behörden, die Mitglieder der Handelskammer , des Handelsgerichts, des Gemeinderaths und andere Körperschaften anschlossen. Der allgemein betrauerte Herr Isaak Mayer, Chef des Hauses Mayer u. Cie., eine der bekanntesten und angesehensten Persönlichkeiten der hiesigen Stadt, der aus der Trierer Gegend stammte, kam schon als junger Mann hierher und wurde lange vor dein Krieg, als Nachfolger des Herrn Moralis. zum Direktor der Bank vorgeschlagen, die unter der Firma Mayer u. Cie. in wenigen Jahren außerordentlich emporkam und längst unter den hiesigen Banken eine der ersten Stellen einnimmt. Herr Mayer war in den 70er und 80er Jahren Mitglied des hiesigen Gemeinderaths. Präsident der hiesigen Handelskammer und Vicepräsident des israelitischen Konsistoriums Lothringens, auch sonst noch bei verschiedenen gemeinnützigen Unternehmungen thätig. Ein vorzüglicher Geschäftsmann, ungemein gefällig und dienst' fertig, war er bei Alt- und Neuheimischen ohne Unterschied des Glaubensbekenntniffes gleich beliebt und sein Andenken wird noch lange ein gesegnetes bleiben. Oesterr.-Ungar. Monarchie. . Budapest, 4. Febr. Wilhelm Deutschlände r; k. k. Hofpferdelieferant, ist^eute nach langem. schweren Leiden ' gestorben. Der' VÄblichene' hatte einen landesberühmten Stall und lieferte für die

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