Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 14 (18.2.1897)
- Date
- 1897-02-18
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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271 k. k. österr. Ungar. Armee Tausende Pferde; er hatte sich im Laufe der Zeit ein immenses Vermögen erworben, trotzdem starb er, da er in den jüngsten Jahren colosfale Verluste erlitten hat, als armer Mann. David Bischitz de Heves, Gatte der landesberühmten Wohlthäterin Frau Johanna v. Bischitz, Großhändler und Großgrundbesitzer, ist heute in Budapest gestorben. David Bischitz wurde 1811 in Sarbogard geboren; im Jahre 1848 machte er den Freiheitskampf mit, capitulirte bei Ozara unter den Generälen Roth und Philipovich; nach der Revolution etablirte er in Pesth mit eine Großhandlung. In den 60er Jahren asiocirte er sich mit der Firma Straffer u. König; in den jüngst vergangenen Jahren befaßte er sich nur mit Oekonomie; der Verblichene hatte einen edlen Charakter, ein gutes Herz und Seine Majestät verlieh ihm, in Anerkennung hervorragender Verdienste, 1896 den ungarischen Adel mit dem Prädikate „Heves". -£• Vermischtes. < Berlin, im Februar. Wieder ist einer aus der immer mehr sich lichtenden Reihe jener Alten, die in ihrer Person und ihrem Auftreten die „gute, alte Zeit" des jüdischen Lebens in Deutschland verkörpern, dahinges.hieben: Herr Baruch Bcndit Schreiber ist im hoben Greisenalter fast 80 Jahren in die Ewigkeit eingegangen. Aus altangesehener Familie stammend, die in der Bethätigung und Wahrung der idealen Interessen des Judenthums, in dem eifrigen Studium der Thora und der Durchdringung des Lebens mit ihren Lehren, ihren Stolz und ihre Aufgabe erblickte, zeigte der Dahingeschiedcne dieser Ahnen sich in jeder Beziehung würdig. Ein heiliger Eifer für seine Religion entflammte den Greis, wie er den Jüngling erfüllt hatte, und trieb ihn mit unwiderstehlicher Gewalt zum Kampf, wenn er eine ihrer Grundlehren verletzt und angegriffen glaubte. Dem Thorastudium bereitete er eine Stätte, indem er im Rahmen der hiesigen man D*K' eine Anzahl Genossen zu werben wußte, welche alljährlich sämtliche Talmudtraktatc unter einander zum Durchlernen vertheilten und nach gethanem Werk zur Siumfeier sich zusammensanden. Bis das hohe Greisenalter ihm die Ausübung des heiligen Gebotes versagte, war er einer der gesuchtesten Mohclim unserer Stadt und nach vielen Tausenden zählen die Kinder, welche er in den Bund Abrahams einführte. Daß kein Armer sein echtjüdisches Heim, in welchem bis vor einem Jahrzehnt seiner würdig eine gleichgestimmte Hausfrau waltete, ungetröstet verließ, braucht kaum bemerkt zu werden. So drängt sich denn in die Trauer um den Tod Baruch Schreibers wiederum der schwerbekümrnerte Klageruf rrDntt'D jo* Krakau, 10. Jan. In einer hiesigen Anstalt für unheilbare Kranke ist d r einzige jüdische Insasse gestorben. Wie die Leichenschau ergab, ist der 00jährige Mann den Mißhandlungen eines Wärters zum Opfer gefallen Die gerichtliche Untersuchung ist eingeleitet worden. Angesichts dieses Vorkommnisses erscheint es doppelt erklärlich, daß unsere Glaubensgenossen sich sträuben, in dieser Anstalt, welche unter Aufsicht der hiesigen Commune steht, Zuflucht zu suchen. Dl rr $ e t ö z w Für den folgenden Theil ist die Redaktion nicht verantwortlich. 3 uriger Kaufmann, JSr., 27 Jahre alt, von stattlichem Aeuhern und auS sihr angenehmer Familie, Inhaber eines gemischt. Waarrngeschäfts auf dem Lande, sucht eine Lebensgefährtin. Dieselbe muh aus unbescholtener Familie, bänglich, tüchtig im Geschäfte, hübsch und von entsprechender Figur sein. Jui ge Damen vom Lande, 20—26 Jahre alt, mit 7—10,000 Mark Vermögen, werden gebeten unter Beifügung ihrer Photogr., ausführlicher Angabe »ihrer Fomilienverhältnisse, ihre genaue Adresse zu senden unter K. II. 1010 an die Geschäftsstelle d. Bl. Discvettoit Ehrensache. 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