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Der Israelit · 1897-02-11 · Heft 12 (11.2.1897) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 12 (11.2.1897)
Date
1897-02-11
Page
– (sequence 11)
Language
German
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229 der Wirklichkeit und der noch zu erwartenden künftigen Welt beitu doch besteht, das ist der Boden, der ihn trägt, die Umgebung, in der er lebt, und die seine Anschauungen nicht theilt. Wohnte aber Jemand auf dem heiligen Boden unserer Vergangenheit und Zukunft schon in der Gegenwart, gelänge cs ihm seine nächste Umgebung, also zunächst seine Kinder mit diesem Geiste der Thora zu erfüllen und hätte er durch sein Vorbild diesen Sabbatgeist bei sich und ihnen heimisch gemacht, dann unterschiede sein zeitliches Leben sich nicht von dem künftigen, das wir unter eto begreifen. Vielleicht ist das der Sinn eines Ausspruchs, der uns im Talmud Pesachim, Fol. 113. a. von Rabbi Jochanan überliefert wird: *nn , jn , «an si>'p *rnja prrp m iax ’xirea pn i>p ^naarri -rsbrb wa b'isoTn paa .tminaxi» »erpa i'^ai «*n ma rnnatp Es sagt Rabbi Jochanan: „Drei sind von den Besitzern der künftigen Welt und zwar: wer im Lande Israels wohnt, wer seine Kinder zum Lernen der Thora erzieht und wer über Wein an den Sabbatausgängen Hawdolo spricht, indem er nämlich vom Kidduschwein für Hawdolo zurückläßt." Es bedarf gewiß nur dieses Hinweises auf die hohen und höchsten Ziele der Menschheit, wie sic sich an die Heilighaltung des Sabbat-Eintritts und Sabbat-Ausgangs knüpfen, um letzteren gegen Verflachung und Entweihung zu sichern. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen Deutschland. (LR.) Berlin, 7. Febrar. Herr Hermann Landsberger eröffnete die heutige Repräsentantcnsitzung mit einem herzlichen Nachruf für den verstorbenen Repräsentanten Herrn Siegfried Leichte n t r i t t, verlas ein Dankschreiben der Wittwe desselben, ebenfalls ein Schreiben des Polizeipräsidenten, in welchem die Herren Klausner und Löwenstein mit ihrem Protest gegen die geheime Wahl des Vorstandes abgewiesen werden. — Die Neuconstituirung des Gemeindevorstandes hat sich folgendermaßen vollzogen : Zum Vorsitzenden wurde Herr Justizrath Meyer, zu dessen Stellvertreter die Herren Julius Jacoby und Dr. Eduard Lachmann gewählt, in die Beerdigungscommission wurde Herr E. I. Jsaac, in die Baucommission Herr Wilhelm Goldschmidt, in die Armencommission Herr Martin Simon, in die gemischte Commission zur Vorbereitung der Rabbinerwahl die Herren Geh. Rath Prof. Senator und Julius Oppenheim, in das Curatorium der Dr. Ephraim Stiftung die Herren Geh. Rath Marcuse und Prof. Baginsky geivählt. Eine längere Debatte fand über die neuen Satzungen der Friedhofs-Commission statt. Es wurde vorgeschlagen, die Vertheilung der Spenden nicht wie bisher der Alterversorgungsanstalt allein, sondern auch anderen Instituten zuzuwenden; ferner bei dem Passus über die Ehrenreihe die Worte „unter Anhörung des Rabbinats" fortzulassen. Von Seiten des Vorstandes gab Herr Wilhelm Goldschmidt in präziser Kürze ein Bild über die Entstehung der Ehrenreihe und ihre jetzige gänzlich veränderte Bedeutung. In überwiegender Anzahl kam man zu der Meinung, die Ehrenreihe fallen zu lassen, eine Ansicht, der wir uns voll und ganz anschließen. Die hiesige Gemeinde Adaß Jisroel besitzt auch keine Ehrenreihe, das beste Mittel zur Vermeidung eines Todtengerichts. Die Zahl der Aufnahme von Siechen im neuen Hospital wird auf 50 erhöht. Wegen allgemeiner Abspannung wurden die anderen Punkte der Tagesordnung in die nächste Sitzung verlegt. Wiesbaden, 8. Februar. Die Brüder Ferdinand, Heinrich und Samuel Mela zu Frankfurt a. M. klagen gegen die israelitische Kultusgemeinde zu Homburg v.d.H. wegen Heranziehung zur Kultussteuer. Die letztere ist darauf gestützt, daß die Kläger während der Sommermonate in ihrem eigenen Hause zu Homburg eine Zweigniederlassung ihres Frankfurter Geschäfts betrieben und während dieser Zeit an den Einrichtungen der isr. Kultusgemeinde theilnähmen. Dies ist von den Klägern, die mit je 30 M. Steuer herangezogen worden sind, bestritten worden, worauf der Bezirksausschuß Beweiserhebung beschloß. Diese ist zu Gunsten der beklagten Gemeinde ausgefallen, sodaß der Bezirksausschuß heute auf Abweisung der Klage erkannte. Er hat nach dem BewetSverfahren angenommen, daß die Kläger während längerer Zeit in Homburg wohnten, ein Geschäft dort berieben und während dieser Zeit an den Einrichtungen der beklagten Gemeinde theilgenommen haben. Hiernach mußte angenommen werden, daß die Kläger trotz ihres Ueberzugs nach Frankfurt noch als Mitglieder der Gemeinde in Homburg anzusehen sind und sich auch selbst als solche angesehen haben. Aus Bayern. Die pädagogische Beilage des „Israelit" brachte kürzlich einen Bericht über die Versammlung eines norddeutschen Lehrervereins, in welchem die Nothwendigkeit der Gründung jüdischer Volksschulen betont, die Simultanschule aber als zu erstrebendes Ideal hingestellt wurde. Ich will zur Frage der Simultanschule hier keine Stellung nehmen, dieselbe ist zuvörderst noch eine offene, vielfach diskutierte, die wohl eben so viele Gegner als Freunde hat. Rur das will ich betonen, daß wohl keine Zeit für die Erreichung solcher ungünstiger gestaltet sich zeigte, als gerade die jetzige. Anders ist es mit

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