Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 12 (11.2.1897)
- Date
- 1897-02-11
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
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i ii I linp i | i ii i i1 |^ppii i .in i in i 221 bereits vom Sinai her? Gottbehüte! — daß mindestens doch bereits zu Jirmejahu's Zeiten Hozaah und ähnliche Melackoth als Sabbathentweihung galten und daher die B'tmpen ra' rw^n des ursB *nc doch wohl schon aus Zeiten vor Esra stanunen!" — Das war allerdings eine Sprache, das sei unbedingt zugestanden, die den Freunden und Gönnern einer Anstalt, die für orthodox gelten wollte, äußerst unangenehm sein mußte. Hätte er wenigstens Hebräisch geschrieben, daß es eine auf die gelehrten Kreise beschränkte gelehrte Controverse geblieben wäre! Aber Deutsch! Und in solchem Deutsch die Warnung hinauszv rasen in die weitesten Kreise der gesetzestreuen Brüder, damit in der folgenreichsten und heiligsten Sache ein Jeder klar sehe und Niemand sich täusche! Das war der alte Kämpfer, der seinem Wahlspruch : J'appelle un chat im cliat treu blieb, der in unentwegter Geradheit noch immer festhielt an dem Satze: -»9 sb aipe* wp xutnp. — Aber warum wollte man denn anders scheinen, als man war? Es war dieselbe vorsichtige Zurückhaltung, welche der bei der Gründung der Anstalt ergangenen öffentlichen Aufforderung zur Darlegung ihres Principes ein vielsagendes Schweigen entgegensetzen ließ. Dem zeitgenössischen Geschlechts mögen allerdings diese Fragen und diese Klarlegung des principiellen Standpunktes höchst überflüssig erscheinen. Wer zweifelt denn jetzt an der Discrepanz der Grundsätze dieser Hodegetik von den im geschichtlichen Judenthum hochgehaltenen? Allein damals war es anders. Daß aber diese Klarheit eingetreten ist, das ist eben das Verdienst Samson Raphael H i r s ch's. Er allein hat den Sturm entfeffelt, er allein hatte ihn zu bestehen, der in Wahrheit die Gründung eines anderen Rabbinerseminars vorbereitet und ermöglicht hat. Zeitungsnachrichten und Correfpondenzen Deutschland. Berlin, 8. Febr. Am 13. Rov. 1890 erging folgende Verfügung: „Im Einvernehmen mit dem Herrn Minister des Innern bestimme ich, daß für die Verpflegung der jüdischen Gefangenen in den der Justizverwaltung unterstehenden Gefängnissen vom l. April 1897 ab die nachstehenden Bestimmungen in Kraft treten. Die jüdischen Gefangenen werden im Allgemeinen in derselben Weise verpflegt, wie die übrigen Gefangenen. Ist einem jüd. Gefangenen Selbstbtöftigung gestattet, so können die dafür zugelassenen Speisen in rituell zubereiteter Form beschafft werden. Während des Peffachfestes ist dem Vorstande der jüdischen Gemeinde des Haftortes oder, wettü dort eine solche nicht vorhanden, eines benachbarten Ortes zu gestatten, den jüdischen Gefangenen rituell znbereitcte Speisen zu liefern, die den Rahmen der gewöhnlichen Gefängnißverpflegung nicht erheblich überschreiten. Kosten dürfen dadurch der Gefängnißverwaltung nicht entstehen. Die jüdischen Gefangenen erhalten dann keine Anstattsverpflegung und sind von anderen Gefangenen getrennt zu halten. Auch im Falle der Beköstigung von jüdischen Gefangenen durch den Vorstand einer jüdischen Gemeinde fRr. 3| sind die Bestimmungen des § 66, Abs. 2 und des $ 62, Abs. 3 des Reglements für die Gefängnisse der 3ufHäüern?a(tung vom 10. März 18SI entsprechend anzuwenden. Der Justizminister. In dessen Vertretung, (gez.) „Rebe-Pflugstaedt. Magdeburg, 4. Februar. Hier hielt am gestrigen Abend Herr Dr. Heinrich Löwe in der Mendelssohuloge einen Vortrag über „Moderne jüdische Dichter" vor überfülltem Saale im Kaiserhof. Redner zeigte zuerst die jüdischen Dichter in Deutschland und in deutscher Sprache, um nach kurzem Ausfluge auf englische und französische Dichter zu den polnisch-russischen Juden überzugehen. Besondere Aufmerksamkeit wendete Dr. Löwe der jüdisch-deutschen und neuhebräischen Dichtkunst zu, indem er besonders auch Proben von I. L. Gordon's Gedichten und von dem größten lebenden jüdischen Dichter S. F rug gab. Zum Schluffe warf Redner einen Blick auf die Juden in Palästina, wo ebenfalls eine neue hebräische Poesie im Aufblühen begriffen ist, zu der besonders die Lieder der jüdischen Kolonisten beitragen. Mit einem begeisterten Appell an die Magdeburger Juden auch ihrerseits sich an jüdischem Wiffen wieder zu betheiligen, schloß der Redner seinen interessanten Vortrag, der mit enthusiastischem Beifall belohnt wurde. Hoffentlich trägt der Vortrag dazu bei, daß doch vielleicht wieder ein Funken von Liebe zuni Judenthum in den Herzen der Magdeburger Juden entfacht werde. Jarotschin, 8. Februar. Der Bürgermeister a. D. Marcus Goldring ist hier, so schreibt die „Volksztg.", vor einigen Tagen zur letzten Ruhe bestattet worden. Er war der einzige jüdische Bürgermeifter in Preußen Die Bestätigung seiner Wahl im Jahre >870 hatte er hauptsächlich der Bemühung des damals sehr einflußreichen Parlamentariers Dr. Laster, in deffen Geburtsort er diesen höchsten Ehrenposten bekleidete, die Bestätigung bei der Wiederwahl 1882 jedoch der Verwendung des jetzigen deutschen Botschafters in Konstantinopel, Fürst Radolin, zu verdanken. Dieser, der damals Oberhofmarschall des Kronprinzen war, halte, da seine Güter in unmittelbarer Nähe von Jarotschin liegen, Gelegenheit, Gold-