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Der Israelit · 1897-02-11 · Heft 12 (11.2.1897) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 12 (11.2.1897)
Date
1897-02-11
Page
– (sequence 2)
Language
German
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-^WSWSAMWWW- 220 seien. Samson Raphael Hirsch hatte im Anschluß daran durch Auszüge aus dem Buche und aus früheren Werken des Verfassers dies noch ausführlicher begründet und nachgewiesen, daß diese Negirung des göttlichen llrsprungs der Tradition den Grundgedanken des ganzen Werkes bilde, und daß der Verfasser bereits in seinen früheren Schriften von demselben ausgcgaugen sei. Das war der Frevel! Darum mußte alles gegen ihn mobil gemacht werden. Denn er hatte offen erklärt, gerade bei deru Umstande, daß es sich um ein „Saathaus", um eine Bildungsstätte unserer kommenden Lehrer und Führer handle, sei die entschiedenste Klarheit des Standpunktes, auf welchen dieselben geführt und für welchen sie gebildet würden, eine Sache der höchsten Wichtigkeit. Dabei habe der Verfasser seine Grundanschauung mit keinem Worte theoretisch begründet. Er wende die Grundsätze, die nichts Geringeres als eine Verneinung des ganzen orthodoxen Judenthums enthalten, ohne Weiteres an, setze sie ohne Weiteres voraus und halte die ihm entgegenstehenden sanktionirten Grundsätze des orthodoxen Judenthums nicht einmal einer theoretischen Widerlegung wcrth. Der 2V i s s e n s ch a f t biete daher seine Schrift nach dieser Seite hin nichts. Allein auch ohnehin würde der theoretische Werth oder Unwerth dieser Schrift völlig gegen die praktische Seite in den Schatten treten, die sich an die Erscheinung derselben.knüpfe. Daß mit dieser Schrift das System der Reologie ein Buch und die Reihe der Neotogen einen Mann mehr zähle, das wiege bei der Richtung unserer heutigen Literatur und unserer heutigen Literaten nicht eben viel. Daß aber die Grundsätze, die hier gelehrt, die Anschauungen, die hier vorwalten, eben die Grundsätze und Anschauungen seien, die einer Bi ldung sanft alt künftiger Rabbiner und Lehrer zur Leitung dienen, einer Anstalt, die für die Pflanz schule des orthodoxen Judenthums gelte, das gebe ihnen einen viel höheren Grad der Bedeutsamkeit. „Denn in der That, die Nichtanerkennung der Göttlichkeit der mündlichen Gesetzestradition, dieses GrundprincipS des orthodoxen rabbinischenJudenthums, biloet die Basis und den Ausgangspunkt der ganzen Schrift. Die ganze darin gegebene Auffassung der Mischna beruht auf dem Satze: Gott hat am Sinai Moses nichts mehr als das schriftliche G esetz, die fünf Bücher Moses, übergeben. Alles andere ist lediglich durch menschlicheJnterpretation diesesGesetzes, oder auch durch von dieserJnterpretation unabhängige, menschliche Gedankenoperation entstanden." (VII, 254.) Für diese Sätze brachte er sodann in eingehender Begründung durch ausfühl liche Eitate den unwiderleglichsten Beweis. Führen wir nur ein Beispiel an. Die Hodegetik, die überhaupt nicht sowohl eine Anleitung zum Studium der Mischna als zu einer Kritik derselben sein will, hat sich als eine ihrer Hauptaufgaben die Lehre von der Genesis der Mischna gestellt. Sie will die in der Mis chna geg ebeuen Hala ch oth — nicht nach der Zeit ihrer Fassung in der gegenwärtigen Form — sondern n a ch dem Alter ihres sachlichen Ursprungs ordnen. Die in dem vorliegenden ersten Theile gegebene kurze Skizze dieser Doktrin in ihrer Anwendung auf die sechs Ordnungen der Mischna wird ausführlich zuerst hebräisch und sodann in wortgetreuer U bersetzuug angeführt. Wir beschränken uns aus das zu den beiden ersten Ordnungen vorn Vers. Gelehrte und auf die Bemerkungen Samson Raphael Hirsch's za diesen Sätzen. „Die meisten Gesttze der Ordnung Sera im finden ihre Anwendung nur in Palästina und zur Zeit des Tempels, und ist daher diese Ordnung ohne Zweifel in ihren Anfängen und Grundbestimnrungcn bereits in früher Zeit festgestellt worden! — Ebenso die Gesetze der geheiligten Tage, die in der Ordnung Moü d gelehrt werden, staminen schon in ihren Hauptsätzen von den Soserim und selbst von den ihnen vorangehenden Zeiten, wie Jirmejahu's Worte, Kap. 17, beweisen." — So die Da: ke Hamischna. Samson Raphael Hirsch bemerkt dazu: „D a s i st also der G e i st, mit welchem die Alumnen dieses R a b b i n e r - S e m i n a r s genährt werden! Unsere Alten haben freilich gelehrt: n.:' ir c':iv trtr* -a.^ 'ra -nr ntra ■- xix ’raa r'san bz x^n: ^a in nuaa* p:i* na •las: a^a “s -raa np-npn: -'rr.bbz n-ax; naet? na .nna ran) ’j-aa cnpinpn: ananViPa Die Schüler des Vers, der Hodegetik müssen aber erst aus dem Umstand, daß doch die meisten Gesetze der Ordnung Seraim nur in Palästina Anwendung haben, lernen, daß diese Gesetze doch mindestens aus der palästinensischen Zeit stammen, sonst hätten sie gar glauben können, sie stammten erst aus dem Exil, oder gar erst von ihrem Meister anno l 850! Rabbi, der Altvater der Mischna, eben jenes Werkes, zu welchem der Herr Seminardirektor eine Hodegetik geschrieben, hat freilich Sabbath 97 l> gelehrt : nrs'-’a c*» *Px enm nSx a*iann a’irn ia:x 'n •:*aa ntreS viosok», welcher Ausspruch Nabbi's in der Mechiltha Pnpn also lautet: rraxSa o* rvan^ naix *an nc bv ntro anb -iaxa\ Die Zöglinge des Herrn Seminardirektors müssen aber erst aus I irm ej ah n 's : ratrn ana eaanaa stra warn ab', lernen, oaß —

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