Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 10 (4.2.1897)
- Date
- 1897-02-04
- Page
- – (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2446951-2448705-2448716--43317-2492360- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Odesa 2× ep/1000834
OCR text
174 Thierquälerei. So gestaltete sich diese Versammlung zu einem großen Erfolg der Schechita. Rußland. Odessa. Alle Notablen der hiesigen jüdischen Gemeinde, die höheren Beamten des Unterrichts- Wesen-. und der Wahlkörperschaften haben der Eröffnung der neuen jüdischen Gewerbeschule beigewvbnt, welche die Herren Mendelewitch und Mitchnik auf ihre Kosten errichten ließest. Die neuen Gebäude, die sonstigen Anschaffungen und das Handwerkzeug haben 35,i)00 Rubel gekostet. 6>> ganz arme Zöglinge sind zuerst ausgenommen worden. Diese Kinder werden auf kosten der Schule unterrichtet, gekleidet, ernährt und untergebracht. Die Lehrlingswerkstätten umfassen nur zwei Fächer, die Tischlerei und Schlosserei. Alle Anwesenden haben die gute Einrichtung der Klaffen, der Schlafräunle, der Turn- und Baderäume bewundert. Die Schule wird alljährlich 60 neue Zöglinge aufnehmen. Die Kosten derselben werden von den oben genannten großherzigen Spendern bestritten. Um sich eine genaue Vorstellung von der Knappheit der jüdischen Schulen in Odessa zu machen, geniigt es zu erwähnen, daß sich zu den ersten 6<> freien Stellen mehr als 25« »> Kandidaten gemeldet haben, deren Anträge berechtigt gewesen wären. Leider konnte die Zahl der Aufnahmen nicht weiter ausgedehnt werden. Literarisches. vnp mts D'ÖBTr |Ö r'31OTl rree rrmin 2*in "sinn ncp bttb cs? >c':pci Krakau, Druck und Verlag von Josef Fischer 1d95. Ein höchst eigenartiges Schristchcn, dessen Verfasserin Ilarvö^e, auch Mavv6jols in Frankreich, int Depart. de la Lozere um 1203 lebte. Das Buch enthält in Traumgeslchten erhaltene Antworten auf religiöse Anfragen und ist schon wiederholt herausgegeben worden. Zaerst im Anhang zu rrm rrtr, Livorno 1818. In dem von uns kürzlich besprochenen Werke dallia .Judaica findet sich p. 364 f. eine ausführliche Abhandlung über den Verfasser uno seine Schrift. Beigegeben ist ein Eommentar mian ncp von einem anonymen Verfasser. Daß Rabbi Jacob Halevi 7,'bbr in Traumgesichten Antworten auf religiöse Anfragen erhielt, wird von verschiedenen Koryphäen jüdischer Gesetzeskunde berichtet. Die Bedenken, die dagegen geltend gemacht werden und der Versuch sie zu widerlegen, sind Gegenstand des Commentars rnicn ncp. Was den nüchternen Beobachter mit Zweifeln über die Authencität des Buches erfüllt, ist der Umstand, daß sich viele Entscheidungen darin finden, die gegen den bündigen Ausspruch der xrn: verstoßen. Wer nun diesen durch das Medium des Traumes erfolgten religionsgesetzlichen Entscheidungen dennoch einen höheren Werth als dem Resultat gewöhnlicher Forschung zuerkennen möchte, muß auch sonst durch einige Stellen stutz'g werden. Wir fiuben z. B. zu einer dem Autor gewordenen Antwort die folgende Bemerkung: 'vb :xa cs ix — — — prrm am*n ^arxj ex . acbpnb'! vimanb 'b »toi n^srn am pxi mnx rme Wenn solche Eventualitäten möglich sind, wird auch der Traumfreund dem Schriftchen nur einen sehr problematischen Werth zurkennen. Asulai im cbrnn ac» x. v. Tann apr "i handelt ausführlich aber den Werth von Traumentscheidungen, wie über das ganze Werk. Auch Michael Nr. 1066 seines noch zu wenig benutzten c-m tx bringt Interessantes zu unserem Gegenstand. Interessant und belehrend ist der beigegebene Eommentar mian nap, welcher eine Fülle anregender, literarischer Notizen enthält. Wereinsnachrichlcn. Bafel. (Jahresbericht des S ch o m r e- Thora-Vereins). Als vor circa vierzehn Monaten sieben junge Leute ans Anregung des Herrn Rabbiner Dr. Cohn den Verein begründeten, geschah es zu dem Zwecke, für die in Basel und nächster Umgebung wohnenden israelitischen jungen Leiste, die religiös leben wollen, einen Mittel- und Sammelpunkt zu bilden, sie vom Besuch der Wirthshäuser zu emancipieren und ihnen Gelegenheit zu geben, die Thora zu lernen und, angceifert durch gutes Vorbild und Beispiel, die Gebote derselben zu befolgen und auszuüben. Schon, rein äußerlich betrachtet, hat unser Verein eine schöne Entwicklung genommen. 32 junge Leute wurden im Laufe der Zeit in unfern Verein ausgenommen, von denen 7 wieder ausgetreten sind, 5 wegen Wegzugs von Basel, 2 aus sonstigen Gründen. 25 junge Leute gehören noch heute dem Verein an. 3 Aufnahmsgcsnche konnten nicht Berücksichtigung finden, weil einer, der die Aufnahme verlangte, das statutengemäß erforderliche Alter von 16 Jahren noch nicht erreicht hatte und zwei andere nicht den religiösen Anforderungen unseres Vereins entsprächet!. Viel wichtiger aber als die Zahl unserer Vereinstnitglieder ist für uns der Umstand, daß dieselbett ohne Ausnahme mit Liebe am Verein hängen und daß, während viele nur zögernd dem Verein beigetretcn sind, jetzt alle mit ganzem Herzen dem Verein zugethan sind und sich für seine Principien begeistern. Einen überaus wichtigen Schritt zur Erreichung seiner Aufgaben machte der Verein, indem er ein Vereinslokal einrichtete. Er begründete ein Beth