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Der Israelit · 1897-02-04 · Heft 10 (4.2.1897) · page 3

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 10 (4.2.1897)
Date
1897-02-04
Page
– (sequence 3)
Language
German
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171 wie ferner die angeblichen Citate Iheils entstellt, theils geradezu gefälscht sind, nm nur einen Schein von Aehnlichkeit gewaltsam herzustellen — kurz wie die ganze Schmähschrift nur gedruckt sei, um — citirt zu werden, um sagen zu können: — „wie schon der gelehrte ** nachgewiesen hat." Samson Raphael Hirsch halte wahrlich nicht nöthig, in einer Schlußbemerkung noch ausdrücklich zu erklären, daß er von der Existenz dieses Autors bisher keine Kenntniß gehabt habe! In Bezug auf einige andere gehässige Ausfälle des Pamphlets fügt er noch folgende Worte hinzu, die wir namentlich wegen der Aeußerung über sein Verhältniß zu Bernays hier anführen: Die linguistischen Arbeiten des Hrn. Dr. Fürst und Dr. Meier haben mir bei meinen Arbeiten keinen Dienst geleistet. Die ersteren kenne ich kaum, die letzteren 511 meinem Bedauern nicht. Rur ein Tlwr will in allem Original sein und sucht einen Ruhm darin. Alleilt so gemeinen Insinuationen gegenüber sei die Wahrheit conftatirt, eben um der Wahrheit willen. Der sel. Bernays, dem Herr ** ohne Weiteres den bibl. Orient zuschreibt, hat sich nie als Verfasier dieser Schrift bekannt, und Jeder, der demselben persönlich näher gestanden, oder ihn anch nitr aus seiner langjährigen Wirksamkeit kennen zu lernen Gelegenheit gehabt, deren Geist und Gesinnung noch in allem zu Tage liegt, was das gegenwärtige Geschlecht seiner Gemeinde in mw und hky hegt und pflegt, muß die ihm supponirte Autorschaft des biblischen Orient in hohem Grade für unwahrscheinlich, fast für unmöglich halten. War er der Vordem dem weiblichen Geschlechte angeborenen Hange zur Geschwätzigkeit. (!!) Chawa wäre also soviel wie die „Schwatzbase." Da aber nun die Frau doch eigentlich keine Verwendung für ihre Nedcgeläufigkeit habe — cs liege ja z. B. ihr Beruf nicht in der Beschäftigung mit dem Gottesgcfetze, noch sonst ans einem Gebiete, wo das Wort von Bedeutung ist — so bleibe ihr also nichts übrig, als ibren natürlichen Hang im Gespräch mit ibren Freundinnen zu befriedigen. Wenn nämlich ihre schwere Stunde komme, so täuschen ihre Freundinnen sie durch alle,lei unnützes Geschwätz über die Angst und die Schmerzen hinweg, und plötzlich hat sie ihr Kind in den Armen. Darum nannte Adam sein Weib Chawa, „die Geschwätzige", und so steht die Geschwätzigkeit der Frau, bezw. ibrcr Freundinnen, offenbar in engster Beziehung zu ihrem Mutter berufe. (!!) Jetzt versteht man auch die Worte: „denn sie war die Mutter alles Lebendigen!" Und triuniphirend fordert der glückliche Entdecker dieses neuen Agens auf dem Gebiete der ars obstetrieia den geschätzten Leser auf, von diesem einen Beweise ouf den Werth alles Anderen zu schließen!- Angesichts dieser Proben fr agen wir: Gab cs eine Möglichkeit, den Versuch, H.'s Erklärungen als ein Plagiat an diesem Werke darzustellen, mit milderen Ausdrücken zu bezeichnen, als wir es, wider unsere sonstige Neigung, in den bisherigen Auseinandersetzungen unserer Feder gestatten fasser dieser Schrift, so war diese Verirrung für ihn schon ein völlig überwundener Standpunkt, als er den Kreis meiner Vaterstadt betrat. Uebrigens steht mein Commentar auch mit dem, was ich aus dem belehrenden und geistweckenden Umgang mit Bernays zu schöpfen so glücklich war, in keiner näheren Beziehung als der allgemeinen Anregung und des vorlcuchtenden Strebens, die Hallen der n-nr, mit dem Dllrst nach Erkenntniß zu betreten. Was ich Weises oder Thörichtes auf diesem Wege gefunden und in meine Arbeit niederzulegen gewagt, habe ich, wo ich feinen Urheber citivc, vor Gott und Welt allein zu vertreten. Soviel und gewiß schon mehr als zuviel, ein für allemal bei diesem Anlaß, über mich selber. Die unglücklichen Eonjekturalphantasien des Herrn ** in Betreff meiner geringen literarischen Persönlichkeit reihcil sich würdig der Coujekturalweisheit seiner Genossen an, mit denen sie Personalien unserer vergangenen Größen, denen die Schuhriemcn zu lösen wir alle zusammen nicht würdig sind, phantasmagorisch zu reconstruiren sich bemühen, vn ns srnznb nn; wer öffnet aber den Gräbern der Verstorbenen den Mund, daß sie auftretcn und die sie mißhandelnden nab schändenden Conjecturen unserer zeitgenössischen Literatur zu Schanden machen?? Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin, 2. Februar. Der Jahresbericht des von Herrn Hermann Abraham begründeten israelitischen HeimatbshauseS, Gormannstraße 3 Hierselbst für das Jahr 1896 ist soeben erschienen und gibt ein klares Bild von der Wirksamkeit dieses für die werkthätige Bevölkerung Berlins segensreichen Instituts. In der israelitischen Volksküche sind während dcS Verwaltung« jahres 1896 an die Besucher ohne Unterschied der Confession verabreicht worden: Mittags: 148,584 Portionen, bestehend in einem Liter Gemüse bezw. Kartoffeln mit Fleischfauce, je 10 Psg. 262,2/6 Portionen, bestehend in einem Liter Suppe, oder in Wurst oder Fleisch, je 5 Psg. Abends: 74,816 Portionen, bestehend in einem Pfund Kartoffeln und Hering, oder einem Teller Bratkartoffeln mit Wurst, je 10 Psg. 181,115 Portionen, bestehend in einem Liter Suppe, oder Kaffee, Thee, Cacao nebst Schrippe, oder einer Wiener Wurst, je 5 Psg., zusammen 676,791 Portionen und ferner ganz unentgeltlich 53,818 Portionen an Arme und Nothleidende, zusammen 730,639 Portionen. Während des fünfjährigen Bestehens der Volksküche vom Jahre 1892 bis 1896 sind im Ganzen, obwohl der Betrieb 9 Monate lang während des

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