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Der Israelit · 1897-02-04 · Heft 10 (4.2.1897) · page 2

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 10 (4.2.1897)
Date
1897-02-04
Page
– (sequence 2)
Language
German
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170 der Anklage das Resultat seiner Untersuchung (sic hiermit der Öffentlichkeit." Unter dem Titel: „Die Distellcfe des Herrn **" begleitete darauf Samson Raphael Hirsch die einer anderen Feder entstammende eingehende Widerlegung dieser Schmähschrift mit folgenden eirisiitenderr Worten: Es hat denr Herrn ** einmal wieder gefallen unter dem Titel: „Die neue Exegetenschule. Eine kritische Dornenlese aus Dr. S. Hirsch's Uebcrsetzung und Erklärung der Genesis" sein Publikum mit feinen gewohnten literarischen Gassenbübcrcien zu rcgalircn. Wir haben cs für überflüssig gehalten, den Kreis von Lesern, für welche sein Pamphlet berechnet ist, in dem gedankenlosen Ergötzen an den unwissenschaftlichen, unjttdischen, unwahren und unsittlichen Harlekinaden ihres Buffo zu stören. Männer der Wissenschaft, von jüdischem Ernst, überhaupt denkende Leser bedürfen nicht noch erst des Nachweises, daß eine Schrift, die einen Bibelcommentar dadurch zu entwerthen vermeint, daß sie ihm die Uebcrzeugung von der Göttlichkeit der Bibel und den Nichtglauben an den mythischen Charakter ihres Inhaltes zum Vorwurf macht, — die, um ihn der verdienten Verachtung eines Plagiators preiszugeben, sich die schamlosesten Lügen, die unerhörtesten, dllrch den einfachsten Einblick offenbar werdenden Entstellungen und Verdrehungen erlaubt, — die in jeder Zeile nur den seichten, urtheilsunfähigen oder urthcilsfaulen Schwätzer verräth, daß eine solche Schrift sich nicht als eine Dorncn-Lese für den beurtheilten Autor, sondern als eine Distel-Lese des distelliebenden Kritikus bewährt, die für die Wissenschaft völlig bedeutungslos ist. Wenn wir dennoch die nachfolgende, von achtbarer Hand uns zugekommene Widerlegung des Pamphlets der Veröffentlichung nicht vorenthalten, so geschieht dies lediglich in Folge der von dem Verfasser geäußerten Meinung, daß unser Commentar doch für den allgemeinsten Leserkreis berechnet sei, deren nicht Jeder Zeit und Muße habe, den dreisten Entstellungen des Pamphletisten durch vergleichenden Einblick in die betreffenden Schriften nachzugehen, und es überhaupt doch heilsam sein könnte, von Zeit zu Zeit an eklatanten Beispielen dem zeitgenössischen Bewußtsein darzuthun, auf welchem Boden unwissenschaftlicher Armseligkeit und sittlicher Verkommenheit der anmaßendste Theil der heutigen Literatur seine Arena findet. (Jeschurun XIV S. 113 f.) In dieser Widerlegung wird nun durch ausführliche Citate und Gegenüberstellungen die Ungeheuerlichkeit dieser frivolen, gänzlich aus der Luft gegriffenen Beschuldigung nachgewiesen. ES wird z. B. nachgewicsen, wie dieser „verschollene Autor," womit ihm selbstverständlich kein Vorwurf gemacht werden kann, auch keine Ahnung von dem Princip der Lautverwandtschaft habe, das er mit H. angeblich gemein haben solle, wie er vielmehr in der willkürlichsten, principlosesten, aller Grammatik baren, sinnlosesten Weise die verschiedensten Buchstaben und Wurzeln zusammenwerfe. So leitet er p, das er mit bt::i in Verbindung bringt, von m; ab und gibt alsdann die haarsträubende Erklärung: p ist: t*\x — 3»n es ist keine Sorge, „denn wenn die Ernte kommt, schwindet alle Sorge und B.kümmerniß." (!) Und rtn Fisch leitet er entweder wiederunr von m; ab, oder es habe die umgekehrte Bedeutung von ZUN, denn die Fische entstünden aus Eiern, deren Legen für die Fischmütter ein Geschäft sei, dessen sie sich mit gänzlicher Mühe- und Schmerzlosigkeit entledigten, deßhalb (!!) 7vn sc viel wie n»n, Sorge, eben weil sie keine hätten, oder auch vielleicht weil sie doch viel Sorge hätten, nämlich wegen der Netze der bösen Menschen. (!) — Ebenso svisc, Wage, von -njt, weil die Wagschale die Beute gleichmäßig rheile, also die Compagnons sich von einander entfernen, wie die — rw sich vom Hause entfernt und Keinem treu bleibt!) — während fr» Ohr heiße, weil es: px m manchmal „nein" und p m manchmal „ja" hört, also unterscheidet (!). Es wird nachgewiesen, wie seine „Worterklärungen", von denen noch mehrere Beispiele in extenso mitgetheilt werden, wie lucus a non lucendo durchaus unwissenschaftlich und in keiner Weise ernst zu nehmen,*) *) Die Wide leanng schließt mit folgenden Wo den : Doch wir brechen ab. Wir sagen nicht, weil wir unsern Lesern nicht mehr zumuthen wollen. Wir gestehen, wir können uns nicht mehr zumuthen. Denn in der That, so wenig cs auch für irgend Jemand d s van uns hier gelieferten Nachweises bedarf, welch gerad zu unerhörtes Attentat mit diesem Pamphlet begangen worden, so hat doch Niemand eine Vorstellung von der Größe der Infamie, der nicht wie wir Schritt für Schritt den mit ganz kühler Stirn geübten Fälschungen und Verdächtigungen folgt und die betreffenden Stellen in dem angeblich ausgebcuteteu Autor nachschlägt. Die Keckheit übersteigt alle Vorstellung. Cs wäre doch sicherlich eine ebenso widerwärtige wie undank bare Arbeit, nachzumeiscn, daß Gocthe's Tasso kein Plagiat an Till Eulenspiegel sei, und daß der Verfasser des Kosmos damit kein Plagiat an der Verfasserin von „Supp', Gemüs und Fleisch" begangen habe. Wer eine solche Behauptung arrssprächc, documcntirte damit seine Reise für das Irrenhaus. Nun, die von uns bisher in ihrer bodenlosen Frivolität nachgewiesenerr, gänzlich aus der Lust gegriffenen Verleumdungen enthielten nichts anderes, nur daß sie sich das Stigma einer Verkommenheit auf die Stirn drücken, zu welcher die Statistik literarischer Delikte wohl schwerlich eine Parallele arrfzuweisen haben möchte.- Als Beweis dafür, daß der oben gebrauchte Vergleich mit der Verfasserin eines in vielen Haushaltungen recht geschätzten „Werkes" nicht zu stark sei, wird zum Schlüsse noch das Beispiel nritgetheilt. das der „ausgebeutete-Autor" selbst in der Vorrede (— es ist die dritte Seite, die Vorrede ist nickt paginirt —) als Beweis für die Vortrefflichkeit seiner Erklärungen und für die Bereicherung anführt,. die: dem. Verstärrdrriß der Bibel aus ihnen erwachse. Die Stammmutter der Menschen heiße Chawa von nn sprechen, von

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