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Der Israelit · 1897-02-01 · Heft 9 (1.2.1897) · page 18

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 9 (1.2.1897)
Date
1897-02-01
Page
– (sequence 18)
Language
German
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166 festgesetzte Tagesordnung an den Verbandsvorsitzenden übersenden, damit der Verbandsvorstand sich eventuell über die Nothwendigkeit der Entsendung eines Delegirten zur Versammlung schlüssig machen könne. Dieser Delegirte soll dann berechtigt sein, der Versammlung mit berathender Stimme beizuwohnen. 10. Bei Erörterung des Modus, nach welchem künftig die Subventionen an die Einzelvereine bewilligt werden sollen, schlägt G o l d s ch m i d t vor, lediglich die Mitgliederzahl zu berücksichtigen, dagegen meint H er b st, daß außer der Mitgliederzahl doch auch zu berücksichtigen seien die Entfernungen zum Versammlungsorte und die Art der Verkehrsmittel, welche eine Reim bald theurer, bald billiger gestalten. Es wird hierauf beschlossen, für das Jahr 1897 noch die bisherige Vertheilungsweise beizubehalten und nur in besonders begründeten Fällen eine Abweichung eintreten zu lassen. Um aber dem Vorstande ein übersichtliches Bild über die Bedürsnißfrage zu verschaffen, sollen die Vereine ersucht werden, spätestens bis zum 27. Dezember 1897 dem Verband-soorsitzenoen nachzu.veisen, wieviel Besucher ihre letzte Versammlung zählte, wie hoch die gesummten Reisekosten der auswärtigen Besucher waren, und welcher Procentsatz ihnen als Reisekosten-Ersatz gegeben werden konnte. 11. In Rücksicht aus den Stand der Kaffe und den oben sul> 8 erwähnten Beschluß, daß jedem Vereine nur einmal im Jabre die Subvention bewilligt werden solle, wird der Antrag des Vereins der jno. Lehrer in Rheinland und Westfalen um eine zweite diesjährige Subvention abgelehnt. 12. Bei dem Punkt der Tagesordnung, betrcffend den Prozeß eines Kollegen in der Provinz Hannover gegen den Krcisausschuß wegen ungerechtfertigter Heranziehung zur Zahlung von Kommunalabgaben, beschließt der Vorstand, die Angelegenbeit, da sie von wichtiger prinz'vieller Bedeutung ist, bis zum Dber- Vermaltungsgericht zu verfolgen und die Kosten dafür event. aus die Verbandskasse zu übernehmen. 18. In Erwägung, daß es ebensowenig für das Ansehen der Einzelvereine wie des Verbandes von Vortheil ist, wenn einzelne Mitglieder selbstständig mit Petitionen und Anträgen an die Staatsregierung oder den Landtag herantreten, wie es im Laufe dieses Jahres geschehen ist, beschließt der Vorstand, die Vereinsvorstände zu ersuchen, bei ihren Mitgliedern dahin zu wirken, daß bei allen die Gesammtheit oder einen Theil derselben betreffenden Angelegenheiten die einzelnen Mitglieder nicht eher vorgehen, bis sie sich mit ihrem resp. Vorstand ins Einvernehmen gesetzt haben. In besonders mächtigen Fällen, welche nicht einen Verein, sondern die Gesammtheit der Lehrer betreffen, soll der Vorstand des Emzelvereins gehalten sein, mit dem Verbandsvorstand in Verbindung zu treten. 14. Zu Punkt 9 der Tagesordnuna, betr. Berathung der Anträge aus Gründung einer jüdischen Lehrerzeitung, eines Schematismus der jüd. Lehrer, auf Herausgabe eines Verbandskalenders u. s. w., ist der Vorstand der Ansicht, daß die Ausführung dieser Pläne wohl wünschenswerth, gegenwärtig aber nicht erreichbar sei. Es wird beschlossen, an sämmtlichc jüdische Zeitungen die Anfrage zu richten, ob sie gewillt seien, die Veröffentlichungen des Verbandes in ihren Blättern unverkürzt und in kürzester Frist zu bewirken. Den Einzelvorständen soll baldigst mitgetheilt werden, welche Blätter sich hierzu bereit erklärt haben. 1.7. Da die Geschäftsführung, über wichtige Beschlüsse mittels Rundschreibens die Ansicht der Vorstandsuntglieoer einzuholen, sich bewährt har, soll sie beibehalten werden. 16. Hieraus berichtet Bernhard- Tarnowitz über die Antworten auf das Verbandsthema und über die Aufnahme einer Statistik über die Verhältnisse der jüdischen Lehrer. Das vom Vorstande des Verbandes für das Jahr 1896 gestellte Verbandsthema: „Aus welche Weise läßt sich am besten und schnellsten die Forderung unserer Satzungen £ 9c betr. die lebenslängliche Anstellung der jüdischen Lehrer, ihre Pensionierung und die Versorgung der Hinterbliebenen auf gesetzlichem Wege erfüllen resp. welche Grundlage sind zur Herbeiführung dieser Forderung nothwendig'M ist in den, in dem Jahresbericht des Verbandes, erwähnten Vereinen zur Berathung gelangt. Die Arbeiten sämmtlicher Referenten zeugen von eurem tiefen Verständnis; und von regenr Interesse für die Bedürfnisse und die Lage unserer int nicht öffentlichen Amte stehenden jüdischen Collegen; doch nur wenige haben den Versuch gewagt, mit positiven Vorschlägen der Lösung dieser Frage näher zu treten. In dem einen Punkte stimruen alle Referate überein, daß für die Sicherstellung der in nicht öffentlichem Amte vesindlichen jüdischen Lehrer sowie der jüdischen Religionslehrer der Charakter des jüdischen Religionsunterrichts als eines obligatorischen Unrerrichtsgegenftandes ein unbedingtes Ersorderniß sei. Ebenso nothwendig sei cs anch, daß der jüdische Religionsunterricht nur von solchen Lehrern erlheilt werde, welche eine staatliche Lehrberechtigung und den Nachweis der Befähigung auch für den Religionsunterricht erlangt haben, daß also die Gemeinden gehalten sein sollen, fernerhin nur solche Lehrer anzustellen. Die Erhaltung der bestehenden jüdischen Volksschulen und die Umwandlung der jüdischen Privatschulen in öffentliche Anstalten sei zu erstreben, da in diesen auch dem Religionsunterrichte eine sehr bedeutende Unterstützung zu Theil werde. Die Verbindung des Lehramtes mit oem Eantorat sei da, wo es die Umstände erfordern, zuzugeben; das Nebenamt als Schochet sei jedoch für den Lehrer nicht zulässig. Eine weitere Ueberein- I siimmung in den Anschauungen der Referenten bietet

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