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Der Israelit · 1897-02-01 · Heft 9 (1.2.1897) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 9 (1.2.1897)
Date
1897-02-01
Page
– (sequence 11)
Language
German
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vorher ihre Volksschulbildung bis zu einem7gewiffen Abschluß gelangen zu lasten, damit sie dem Präparandenunterricht mit seinen mannigfaltigen ueuen Anforderungen mit Nutzen zu folgen im stände seien. Die materielle Aufgabe der Schule war in diesem Jahre durch die größere Anzahl und die größere Dringlichkeit der uns zugegangenen Unterstützungsgesuche, insbesondere aber durch die außerordentlichen Bauausgaben eine ungleich größere als sonst. Trotzdem die durch Verwaltungsbeschluß vom 3. April mit der Vergebung der Arbeiten betrauten hiesigen Verwaltungsmitglieder bei aller Fürsorge für die Zweckmäßigkeit und Gediegenheit des Erweiterungsbaues sich möglichster Sparsamkeit besteißigten, beläuft sich das Baukonto bis jetzt auf nahezu M. 7000 und, obschon wir, um die Rechnungen möglichst noch in den Abschluß aufnehmen zu können, die Fertigstellung und Veröffentlichung dieses Berichtes um einige Wochen verzögerten, ist in diesem Betrag nur annähernd die ganze Summe der Baukosten enthalten. Einige kleinere Posten werden wir auf die nächste Jahresrechnung übernehmen müssen. — Dieser ungewöhnlichen Mehrausgabe stehen allerdings, dank dem uns entgegengebrachten gesteigerten Wohlwollen unserer Freunde größere Einnahmen und insbesondere Legat-Zuwendungen gegenüber, deren verzinsliche Anlage wir, um nicht zur Bestreitung der Baukosten den Fonds anzutasten, bis zum Beginn des neuen Rechnungsjahres aufzuschieben gezwungen waren. Aus demselben Grunde konnten wir auch die Unterstützungszuschüste für bedürftige Zöglinge nicht soweit, wie wir es wünschten und wie die Verhältnisse es erheischen, erhöhen; der Mehraufwand gegenüber dem Vorjahre beträgt nur etwa 500 Mark, und manches Gesuch um Erhöhung von Unterstützungsquoten mußte mangels verfügbarer Mittel einstweilen unberücksichtigt bleiben. Die Einnahmen betrugen 19800 Mk., die bis auf 3495 Mk. verausgabt wurden. O e sterr.-Ungar. Monarchie. Pesth, 21. Jan. (Zwei jüdische Ge» meinderichter.) Aus Bäcs-Almüs wird gemeldet: Ein schönes Beispiel von konfessioneller Eintracht gaben die Bewohner der beiden Gemeinden Bajsa und Kis-Hegyes des Bücser Komitats, welche bei der jüngsten Gemeinderestauralion Richter jüdischer Konfession wählten; in Bajsa wurde der Grundbesitzer Wilhelm RobicSek, in Kis-Hegyes der Kaufmann Josef Krishaber zum Richter gewählt. Beide erfreuen sich in ihren Gemeinden der größten Popularität und allgemeiner Achtung. Die Wahlen erregten im Komitat großes Aufsehen. England. London. Ein edler Mann, ein Wohlthäter, wie er selten gefunden wird, feierte dieser Tage seinen 159 70. Geburtstag: Frederick David Mocatta in London. In dem Album von Adresten und Glückwünschen, welches an diesem Tage überreicht wurde, liegt zugleich die beste Charakteristik seines Lebens und Schaffens, seiner unermüdlichen Thätigkeit auf allen Gebieten des jüdischen Lebens. Dastelbe enthält die Namen der königlichen Familie, der Erzbischöfe von Canterbury und Westminfter ebenso gut wie sämmtlicher jüdischen Gemeinden von Jerusalem bis Jamaika. In dieser warmen und herzlichen Anerkennung ist aber auch zugleich der Dank ausgesprochen, den die Judenheit einem ihrer ausgezeichnetsten Männer schuldet. Amerika. New-Uark. Großes Aufsehen machte hier die Ansprache Sr. Ehrwürden 'des Herrn Madison C. Peters, die derselbe letzten Sonntag Abends an ein überaus zahlreiches Publikum in seiner Kirche richtete. Die Veranlaffung und der Ausgangspunkt seiner Predigt war der Bericht des Presbyteriums von New-Aork, in welchem die jüdische Moral abfällig verurtheilt wurde. Der ehrwürdige Herr begann seine Rede mit dem Geständniß, daß er die Juden liebe und daß die Interpretation christlicher Lehren durch jüdische Rabbiner oft ein gründliches Verständniß dieser Lehren beweise. Dann las er einen Theil eines Briefes von Harry Ward Beecher an Cleveland vor, in welchem derselbe einen Juden für den Gesandtschaftsposten in der Türkei empfiehlt. Er sprach von dem Patriotismus der New-Porker Juden, von denen er einige namhaft machte, und erging sich in Lobeserhebungen über die menschenfreundlichen Thaten eines Montefiore, eines Baron Hirsch. Die »Gesetze Moses", sagte er ferner, „beweisen ihre Wirksamkeit zur Genüge dadurch, daß sie das moralische und physische Wohl einer Nation fordern, welche sie strenge befolgt." Er sprach ferner von jüdischen und christlichen Financiers und hob hervor, daß die Elfteren große Industrien schaffen, während die letzteren große Vermögen verschwendeten; ja viele von den christlichen Financiers wagten sich ohne Detective nirgends hin, aus Furcht, daß diejenigen, die sie bitter benachtheiligt hatten, ihnen ein Leid anthun könnten. In Amerika, fährt der edle Redner fort, feien die Juden in Kunst und Wiffenschaft Allen voran; die Kinder der Juden in den öffentlichen Schulen eweisen sich als die besten Köpfe als ehrgeizige, strebsame, ernste, fleißige Schüler, und er, der Redner, würde an Stelle des Sprichwortes „reich wie ein Jude" sagen, „weise wie ein Jude." Er tadelte die Versuche, die Kinder jüdischer Eltern zu bekehren, auf das schärfste und fügte hinzu, daß er wohl den Juden den Rath geben würde, sich mit dem Volke, in dessen Mitte sie

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