Mannheim
Compact Memory

Der Israelit · 1897-02-01 · Heft 9 (1.2.1897) · page 8

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 9 (1.2.1897)
Date
1897-02-01
Page
– (sequence 8)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
95% known words query
IRI
…/2446951-2448705-2448715--43298-2492340
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

2 entity mentions

156 worden, ab und kehrte nach Bayreuth zurück, rvo ihm ein sehr ehrenvoller Empfang zu Theil wurde. Später folgte Pinhas einer Einladung des Prinzen Heinrich von Preußen nach Karlsbad. Er war jetzt einer der gesuchtesten Maler seiner Zeit, seine Werke wurden mit hohen Preisen bezahlt und er lebte 18 Jahre in glücklicher Ruhe und Zufriedenheit in Bayreuth. Gleich angesehen ward er, nach dem Tode des Margrafen Friedrich unter der Herrschaft Christians, des Prinzen von Dänemark, welchem das Markgrafenthum zufiel. Auch als die beiden Markgrafenthümer Ansbach und Bayreuth unter Carl Alexander (1757—1791) vereinigt wurden, behielt er seine Stellung als Hofmaler und siedelte nach Ansbach über, wo sich der Hof befand. Carl Alexander zeichnete Pinhas ebenfalls aus und verschiedene Fürsten seiner Zeit (wie die Fürsten Wallerstein, Fürst von Thurn und Taxis zu Regensburg) beriefen Juda Pinhas, um von seiner Hand gemalt zu werden. Auch als die Markgrafenthümer Ansbach und Bayreuth später an König Friedrich Wilhelm von Preußen kamen, genoß er unausgesetzt die Gnade des Königs. Pinhas nützte seinen Glaubensgenoffen, wo er nur konnte. Ihm ward es Vorbehalten, in einer noch finsteren Zeit den Beweis zu liefern, daß die jüdische Religion deren Anhänger an der Ausübung nützlicher Künste und Wissenschaften keineswegs hindert, denn obgleich Pinhas ein Künstler im wahren Sinne des Wortes war, beobachtete er, wie bereits angedeutet , alle Vorschriften und Gebote seines Glaubens aufs strengste. Am 23. November 1793 beschloß er seine ehrenvolle Laufbahn, indem er, nahezu 67 Jahre alt, verstarb. Sein Sohn Salomon Pinhas war Anfang unseres Jahrhunderts Hofmaler unter Churfürst Wilhelm v. Hessen, lebte zu Caffel und starb in den dreißiger Jahren unseres Jahrhunderts; er scheint ebenfalls ein tüchtiger Maler gewesen zu sein! Er hatte einen Sohn, den Dr. Jacob Pinhas, welcher ebenfalls ein wissenschaftlich gebildeter Mann, angesehen war und 1861 starb. Des Letzteren Cousine, Frl. Johanna Weil, Vorsteherin des israel. Frauenvereins, welche vor circa 5 Jahren verstorben ist, hatte in ihrem Testament die Anordnung getroffen, daß eine von Dr. I. Pinhas hinterlaffene Kiste mit Scripturen dem Vorsteheramt in Caffel ausgehändigt werden solle, jedoch hat sich diese Kiste leider nicht vorgcfunden. ES unterliegt keinem Zweifel, daß dieselbe manches Jntereffante enthalten hätte. Nachkommen von Juda Pinhas lebten auch in Lehrberg unter dem Namen Mahler, diese sind wohl nach Ansbach verzogen, wo es noch heute Angehörige dieses NamenS gibt. — Bilver von Juda Pinhas exiftiren in vielen Bilvergallerien Deutschlands, im kgl. Schloß zu Ansbach und in noch einigen deutschen Residenzen. In Fischers Geschichte und Beschreibung von Ansbach wird auch erwähnt, daß Pinhas insbesondere überaus feine Miniaturgemälde verfertigt habe. Pinhas leistete so Großes, daß er es wohl verdient, dem Schicksal des Vergeffenwerden entrissen zu werden, und das sollen die gegenwärtigen Zeilen bezwecken. — Wochen - Kalender. Freitag, 5. Februar, 3. Adar. Sabbat-Anfang in Mainz, 5 Uhr — Min. Samstag, 6. Februar. 4. Adar, nann. Sabbat-Ausgang in Mainz, 6 Uhr 15 Min. Der „JSraelit" erscheint wöchentlich zweimal, Montags and Donnerstag«, jedeSmal i« mindestens zwei Bogen. Preis pro Vierteljahr bei der Post 3 Mark ohne Bestellgeld. Man abonnirt ganzjährig, halbjährig oder vierteljährig. Alle Buchhandlungen und Postämter nehmen Bestellungen an. — jper firuhhavbel verkehrt kvrch L f. Ktet« acker, -eipstg, Kohptah 16. — Inserate 25 Pfennig die 4 spaltiae Petitzeile oder deren Raum. Preis der Zelle im Reclamethell 75 Pfennig. — Directe Francozusendung unter Streifband pro Jahrgang für Deutschland und Oesterreich 14 Reichs-Mark oder 8 fl. vsterr., sur's Ausland 16 Reichs-Mark, an die Expedition sraneo einzusenden. Line «fitkseudmrvon an die Redaktion eingesandte« Mauuscripteu findet nicht fiatt, man bittet deshalb, sich von allen Einsendungen eine Lopie zurückzubehalte«. Inhalt (Hauptblatt). Leitender Artikel: Ueber talmudische Bildung. — Zeitungsnachrichten u. Correspondenzen: Deutschland: Mainz Berlin. Aus Norddeulfchland. Breslau. Dürkheim a. H. Oesterr.-llngar. Monarchie: Wien. England: London. — Vermischtes. — Feuilleton: Juda Pinhas. Von Louis Lamm Inhalt der Beilage: Zeitungsnachrichten und Korrespondenzen: Deutschland: Berlin. Leipzig. Burgpreppach. Oesterr. Ungar.-Monarchie: Pesth. England : London. Amerika: New-Bork. — Personalien. — Vermischtes. Pädagogische Beilage: Verband der jüdischen Lehrervereine im deutschen Reiche. Protokoll der Vorstandssitzung der jüdischen Gemeinde zu Berlin am 29. Dezember 1896. Verantwortliche Redactton: Oscar Lehmann in Mainz — Expedition des „Israelit", Schottstraße Nr. 2, Mainz. Druck und Verlag der Joh. Wirth'schen Hofbuchdruckeret-Actien-Gesellschaft in Mainz. Hierzu zwei Beilage«.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.