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Der Israelit · 1897-02-01 · Heft 9 (1.2.1897) · page 5

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 9 (1.2.1897)
Date
1897-02-01
Page
– (sequence 5)
Language
German
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.Kiif. JiJjfjpm?^-;* jy ft ->?yjg^?yr?r*N.;’ ^gWBpiWff* -frs^ 153 gehen, den Weg zu weisen, wie sie dieses umgehen könnten. Die weitere Consequenz sei, daß selbst diese Leute unter Berufung auf den sogenannten im, zu den Frommen gereckmet werden, denen man die fromme Tochter als Gattin anvertrauen könne, so habe unlängst ein als sehr religiös g> ltender mit Bmpn nrnbv sich beschäftigender Mann seine Tochter einem Manne verlobt, der bisher sogar ohne im sein Geschäft am Schabbos offen gehabt und der nur auf Verlangen des Schwiegervaters unmittelbar vor der Verlobung einen AbsolutionSvertrag mit irgend einer Ladenmamselle abgeschloffen habe. — DaS führe zu einer Demoralisirung schlimmster Art. — Wir waren inzwischen an das Ziel unserer Reise gelangt; ich drückte meinem intereffanten Reisegefährten die Hand und gestand ihm wehmuthsvoll, daß bei uns die Verhältnisse leider genau so lägen. WaS dagegen zu machen fei, darüber vielleicht später einmal. Breslau, im Jan. Am 16. d. M. versammelte sich eine Anzahl jüdischer Studenten aller Fakultäten zur Gründung einer „Akademischen Gesellschaft für jüdische Geschichte und Literatur", nachdem Vorbesprechungen ergeben halten, daß in hiesigen akademischen Kreisen die Stimmung dafür durchaus günstig ist. Herr cand. med. Bäck, der die Versammlung eröffnete, wies in begeisterten Worten daraufhin, daß der Jude überhaupt und speziell der jüdische Student nur durch inniges Eingehen auf die Geschichte und Literatur seines Volkes sich Selbstachtung und Selbstbewußtsein aneignen könne. Gerade mit der Kenntnis unserer großen Vergangenheit und den glänzenden Erzeugnissen unserer Geistesheroen begegne man am wirksamsten allen Anfeindungen von nicht jüdischer und — jüdischer Seite. Immer mehr müsse die Anschauung Platz greifen, daß „Jude" ein Ehrentitel sei, immer mehr die gebieterische Pflicht anerkannt werden jüdische Geschichte und Litteratur zu pflegen. Der von Herrn cand. med. Jeremias vorgelegte Statutenentwurf bestimmt, daß der Verein sowohl Studenten wie ältere Akademiker umfassen soll. Mindestens alle 14 Tage finden Zusammenkünfte statt, in denen, vorzugsweise von Mitgliedern selbst, Vorträge oder Referate gehalten werden sollen, an die sich eine Diskussion anschließen kann. Auch soll den Mitgliedern durch Anlegung einer Bibliothek zu selbstständiger Belehrung und durch Abonnements auf jüdische Zeitungen zur Information über die Tagesereignisse Gelegenheit geboten werden. Herr Buchhändler Jacobsohn hat sich liebenswürdigst bereit erklärt, dem Verein 30 Bände zur Verfügung zu stellen; hoffentlich werden andere Bibliotheken sich geneigt zeigen, entbehrliche Duplikate der zu gründenden Bibliothek zu überweisen. Der Vorstand setzt sich zusammen aus den Herren: cand. med, Bäck, eand. med. Jeremias, cand. chem. Rosenzweig, cand. phil. Bamberger, cand. med. Rieger. Möge der Verein die hohen Ziele, die er sich gesteckt hat, in wackerem Streben erreichen. Er blühe, wachse und gedeihe! Dürkheim a. H., 25. Januar. Vor einigen Jahren thaten sich in unsrer Gemeinde einige, von tiefem Mitgefühl für ihre verarmten und betagten Glaubensgenossen erfüllte wackere Männer zusammen, um für oiese eine Zufluchtsstätte ihres Alters zu gründen. Obwohl sich der Ausführung dieses Licbeswerkes mancherlei Hindernisse in den Weg stellten, warfen diese Herren dennoch nicht muthlos die Flinte ins Korn. Vielmehr wurde rüstig an der Verwirklichung dieses Planes weiter gearbeitet, und es versammelte sich dieser Tage das provisorische Crmitee, um die Rechnungsablage des Herrn Rechners S. Tillmann entgegenzunehmen. Bis heute sind von verschiedenen israelitischen Gemeinden der Pfalz, sowie von einzelnen Wohlthätern ca. 3000 Mark eingegangen. Dem, um die Sache des Asyl so verdienten Herrn Tillmann, wurde allseitiger Dank erstattet. Von allen in der Sitzung anwesenden Herren wurde die Gründung eines Heims für alleinstehende betagte Glaubensgenossen als ein Bedürfniß anerkannt, und die Hoffnung ausgesprochen, daß unter dem göttlichen Beistände und mit Hilfe edler Menschenfreunde es gelingen möchte, dieses Vorhaben baldigst ausführen zu können. Demnächst werden die Herren mit einem diesbezüglichen Ausrufe an die Oeffentlichkeit treten. M . . . . r. Oester r.-U ngar. Monarchie. Wien, 25. Jan. (W ä h r i n g c r I u b i l ü u nt s- Theater). Der WähringerJubiläums-Theatcr-Verein hielt rurter dem Vorsitze des antisemitischen Bezirksvorstehers Baumann im Währinger Gemeindehause eine Sitzung, in welcher sich endlich klar herausstellte, daß es in Folge der fortgesetzten antisemitischen Jntrigllen rrnd Manöver, die in den Verein hineingetragen wurden, unmöglich geworden sei, das zum Bau des Theaters nothwendige Geld auf dem Wege der Zeichnungen aufzutreiben. Um aber das Theater doch zu Stande zu bringen, und zwar ein Theater mit antisemitischer Parteitendenz, beschloß die gestrige Versammlung, sich an den gegenwärtigen Wiener Gemeinderath mit dem Ansuchen um eine „thatkräftige Unterstützung" zu wenden, dafür der Gemeindevertretung eine entsprechende Vertretung im Ausschüsse einzuräumen und den Bürgermeister Strohbach um Uebernahme des Protcctorates über den Verein für sich und für seine Nachfolger im Amte zu ersuchen. Damit ist der nunmehrige Charakter des Jubiläums-Theater-Projectes genügend deutlich gekennzeichnet. Uebrigens sprachen es in der gestrigen Versammlung alle Redner mehr oder minder i

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