Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 8 (28.1.1897)
- Date
- 1897-01-28
- Page
- – (sequence 9)
- Language
- German
- Belongs to
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»XXn i, Iatzrgm,. Erste Lkilncik M J\s 8 des,Israelit". Leitender Artikel. Somstn Lliphael AIrslh und dir MrueliNsltzeUeligionssesrllsihist lUjFtanhfnrt n.W. Von Director Dr. Mendel Hirsch. XXI. Von den größeren Arbeiten nennen wir noch die „Einleitung zum Jesajas." Sie ist im IX. Jahrgang enthalten. Sie schildert in lebhaften Farben und in lebensfrischer Anschaulichkeit Jesaiatz und seine Welt, zuerst die nichtjüoische, itj e Politik und ihre Moral, sodann die jüdische: Israels Bestimmung und seine zu derselben in so traurigem Gegensätze stehende Wirklichkeit. Sodann C! skijah und das den treuen Kern, den Träger der jü ischen Zukunft bildende Scheerith. Darauf das babylonische Exil und Cyrus, das Galuth und die Ge-ula. Zur Ausführung und Darlegung eines jeden dieser Grundgedanken werden, nach einer einleitenden Darlegung desselben, stets sämmtliche dahin gehörigen Aussprüche des Propheten zusammengestellt, so daß sie mit den verbindenden und erläuternden Bemerkungen ihrem Inhalte nach ein einheitliches Ganzes bilden. Gern hätten wir auch aus der Rubrik „I üdischesGemeindeleben"so manches angeführt, das noch immer von hoher Wichtigkeit ist und sicher das Jnteresie unserer Leser fesseln würde. Die besprochenen Erscheinungen und Vorgänge sind in vollem Maße typisch, mag es sich um die „Synagogen- und Gebete-Ordnung für die israelitischen Cultusgemeinden der Pfalz" (IV 251 ff.) handeln, oder um die Octroyiiung einer Synagogenverfassung daselbst, und deßhalb die Frage behandelt werden: „Was hat eine gesetzestreue Minorität neologischen Wünschen gegenüber zu thun?" — (VIII, 173 ff.), oder um die Conferenzen der Grand-Rabbins zu Paris und die dadurch in Frankreich angeregte Bewegung, (II und III), oder um „ein Stück Zeitgeschichte," das die Frage bespricht, wie sich eine jüdische Gemeinde einem Vater gegenüber zu verhalten habe, der grundsätzlich die Beschneidung seines Kindes unterläßt, (VI 62 ff.) — oder um „das Hamburger Attentat", wo die von einem neologen Rabbiner vollzogene Trauung einer nur bürgerlich geschiedenen Ehefrau und deren Folgen vom religionsqesetzlichen Standpunkte beleuchtet werden, (VI 417 ff. 467 ff. 595 ff. VI113 ff.) —- oder endlich um die herrlichen fünf „Aphorismen: Zum jüdischen Gemeindeleben," von denen wir vor Allem den dritten Artikel hervorheben, (IX S. 164 ff.) den klassischen „Prozeß eines jüdischen Schuhmachers," der in einer Reformgemeinde lebt und aus Gewissensbedenken, um des Princips willen, seinen Steuerkreuzer verweigert. In populärer Weise wird die Frage vor dem Forum der öffentlichen Meinung, des allgemeinen Rechtsbewußtseins erörtert, welches Recht dem einzelnen gesetzestreuen Juden in einem solchen Falle zur Seite stehe, und welche Gewalt es sei, ihn zum Beitrage zur Förderung eines von ihm perhorrescirten PrincipS zu zwingen. Diesen Prozeß hat Samson Raphael Hirsch im Jahre 1876 zu einem glücklichen Ende geführt! Köstlich ist darin auch die Richtigstellung der mißbräuchlich angewandten beliebten Schlagwörter, man dürfe nicht nasn p tsnie sein, temtw nro nr>w ma und ri'vnb b'si '->nrr, wie diese Sätze alle eine Gesammtbeit voraussetzen, die auf dem gemeinsamen Boden des Gottcsgesetzes steht, mit Nichten aber Anwendung finden auf einen Jephtha oder eine Mehrzahl, die eben die Verbindlichkeit dieses Gottesgesetzes leugnen. Wir müssen uns jedoch begnügen, auch auf diese Rubrik nur angelegentlichst zu verweisen. Aus der Rubrik: „Kritische Würdigung der für den gebildeten Leserkreis berechneten Erscheinungen der neueren jüdischen Literatur" erwähnen wir noch die Kritik des zuerst erschienenen vierten Bandes der Geschichte der Juden von G r ä tz, der die Zeit vom Untergang des jüdischen Staates bis zum Abschluß des Talmuds umfaßt. In diesem Bande gibt der Verfasser eine Reihe von Charakterbildern aller derjenigen Persönlichkeiten, die als die vornehmsten Träger der talmudischen Ueberlieferungslehre hervorragen. Er gibt eine bestimmte Charakteristik der Lehrwirksamkeit dieser Persönlichkeiten und bemüht sich, dadurch einen Pragmatismus der von ihm zu schildernden Geschichte der jüdischen Lehre zu gewinnen, daß er die Motive zu den von ihnen überlieferten und verbreiteten Lehren und Lehrweisen nicht in der Objektivität des von ihnen empfangenen und durch sie weiter getragenen Gesetzes erkennt, sondern sie aus der Subjektivität ihres Temperamentes, ihrer psychologischen Anlagen und ihrer — von dem Vers, übrigens größtentheils aller egoistischen Färbung entkleideten — hierarchischdiplomatischen Bestrebungen hervorgehen läßt. Sie sind ihm nicht Träger, sondern Schöpfer der Tradition. (II, 51.) S. R. H. erklärt nun, von einer dogmatischen Würdigung dieser Ansicht von Tradition, die eigentlich Nichttradition — oder nur abwärts, nur