Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 5 (18.1.1897)
- Date
- 1897-01-18
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- *^?svf*a^r*. z 7- 88 Leitung ist die Gemeinde aus 14 Mitgliedern zu der stattlichen Zahl von 300 Familien angewachsen. Und diese aus drei Nationalitäten (Schweizer, Elsäßer und Deutsche) zusammengesetzte, den verschiedensten Ortschaften in der Nähe und in der Ferne entstammte Gemeinde, verstand H. Dreyfuß oder „der Parnes", wie er schlechtweg genannt wurde, mit diplomatischer Gewandtheit zu einigen und zu einem großen einheitlichen Gemeinwesen zu gestalten. Unendlich viel hat er für die zahlreichen und in erfreulichem Aufschwung befindlichen Wohlthätigkeitsinstitutionen gethan, besonders rühmend darf die durch H. Dreyfuß in Hegenheim bei Basel erfolgte Gründung eines Asyls hervorgehoben werden, in welchem 18 altersschwache Israeliten unentgeltliche Aufnahme und Verpflegung finden. In religiöser Beziehung war er konservativ. Er war es, der vor 12 Jahren einen streng-orthodoxen Rabbiner an die Spitze unserer Gemeinde berief, und er stand unserem Rabbiner in schwierigen Lagen treu und mit dem Aufgebot seines ganzen großen Einflusses zur Seite. Besonders soll es unvergessen bleiben, wie er, als die Gemeinde die Anschaffung einer Orgel beschloß, seine Demission gegeben und dadurch die Spaltung der Gemeinde verhindert hat. Die Gemeinde ernannte gestern in einer außerordentlichen Generalversammlung den scheidenden Präsidenten einstimmig zum Ehrenpräsidenten, bat ihn, den Ehrensitz auf dem Almemor auch fernerhin beizubehalten und beschloß, ihm einen kostbaren Pokal zu widmen. — Möge es Herrn Dreyfus-Neumann noch viele Jahre vergönnt sein, sich am Aufblühen und an der Einigkeit der Gemeinde, die ihm ihre heutige Blüthe verdankt, zu erfreuen. Mit großer Spannung sah die Gemeinde der Neuwahl entgegen. Es ward, ohne Gegenkandidat, mit großer Majorität Herr Jsaac Dreyfuß- Strauß, ein Neffe des früheren Parnes, zum Gemeinde-Präsidenten gewählt. Dieser ist einer der wenigen, die auf dem Boden des gesetzestreuen Judenthums stehen und wird gewiß bestrebt sein, die Gemeinde, so wie sie bisher geleitet worden ist und im Sinne seines noch heute oft rühmlichst genannten Vaters, des frommen und gelehrten Leopold D r e y f u s b'7, zu führen. Briefkasten der Redaction. <$. Dr. in Genf: Selbstverständlich ist uns die Lcichenverbrennung verboten. Z. B. in Letsch: 18 März 1884 — 21. Adar 5644. Die Barmizwoh ist in diesem Jahre am 21. Adar-Scheni — 25. März. Die Sidra ist ’l’Dttf. £. H. in Wenkheim: Man nimmt den Tephach zu 9'/» Ctmr. an. Bei rituellen Entscheidungen können Sie sich jedoch darauf nicht verlassen. Eventuell müssen Sie unter genauer Angabe des Falles TPNttf machen. Kr. Z. in TvmeSvar: Es wird stets n"3 nur elf Monate Kaddisch gesagt. Am zweiten Adar-Scheni (Samstag, den 6. März) hören ^ie auf Kaddisch zu sagen. Wir glauben nicht, daß schon eine Agentur existirt. Wenden Sie sich gefl. direkt an die Import-Gesellschaft Palästina, Berlin, Werderscher Markt 0. I. Ä.r Betrag von M. 4 dankend empfangen. Die Adresse lautet: M. Jacobsen, Vorstand des Jsr. Stellen- Vermittl.-Veveins in Hamburg._ Letzte Nachrichten. Frankfurt a. M., 14. Jan. Sehr geehrter Herr Redakteur! Die Unterzeichnete Verwaltung des „Deutsch - Jsr. Kinderheims" zu Drez ersucht Sie um gefl. Aufnahme folgender Zeilen in Ihrem gesch. Blatte. Nach den „Mttth.'lungen des Deutsch-Jsr. Gemeindebundes" Nr. 44 oat Herr Dr. M. Silberstein, Mitglied des Bureaus, aus dem 7. Gemeindetage eine Aeußerung gelhan, die irrthümlich auf das Kinderheim in Diez vielfach bezogen wurde, und ihrem Inhalt nach geeignet ist, das Kinderheim zu schädigen, da das Unternehmen als „in fahrlässiger und unsolider Weise gehandhabt" bezeichnet wur)e. In Wirklichkeit bezog sich diese Kritik auf ein vor zwei Jahren in Diez versuchtes Privatunternehmen zur Unterbringung von Waisen, was aber der Uneingeweihte aus dem Wortlaut des gedruckten Referats nicht entnehmen kann. Die Unterzeichnete Verwaltung wandte sich deßhalb um Richtigstellung an den Vorstand des Gemeindebundes, woraus uns aus dem Bureau folgende Antwort zuging : „Zu meinen: Bedauern erfahre ich, daß eine von mir aus dem 7. Gemeindetag des Deutsch - Jsr. Gemeindebundes gethane Aeußerung auf das Deutsch-Jsr Kinderheim zu Diez bezogen morden ist. Wie fern mir irgend welcher Vorwurf gegen das Deutsch-Jsr. Kinderl,eim gelegen hat, ergibt folgende in meinem schriftlichen Bericht vom 6. November 1894 enthaltene Erklärung mit Bezug auf das Deutsch- Jsr. Kinderheim zu Diez: „„Ich stehe der Begründung eines Deutsch-Jsr. Kinderheims für Knaben und Mädchen, d. h. also einer Erweiterung des bestehenden Kinderheims für Mädchen, sympathisch gegenüber und würde auch bereit sein, falls der Deutsch-Jsr. Gemeindebund im Prinzip der Sache sein Interesse zuwenden wolle, diese Angelegenheit in mein Specialdecernat zu übernehmen, auch Damen dafür interessiren. Ich bitte die Angelegenheit auf die nächste Tagesordnung zu setzen."" Ich wiederhole hiermit ausdrücklich, daß ich das Deutsch- Jsr. Kinderheim angelegentlichst aufs Beste empfehlen kann und gestatte Ihnen die Veröffentlichung dieser Erklärung." Achtungsvoll Dr. Mar Silbers! ein. Die Unterzeichnete Verwaltung nimmt hierbei zugleich Gelegenheit, diese milde Stiftung allen unseren Glaubensbrüdern zu empfehlen. Das schöne am Waldessaume gelegene Heim beherbergt gegenwärtig über dreißig Zöglinge, die eine gediegene Erziehung und gute Pflege hier genießen. Wie öffnet auch jenen unglücklichen Kindern ihre Pforten, die, obwohl sie Eltern haben, doch mehr als verwaist sind, daß sie die Fehler der Eltern, denen sie ihr Entstehen verdanken, nicht büßen sollen und der Verwahrlosung anheimfallen. Ein ständiger Gottesdienst, der im Hause gehalten wird, hat die Verwaltung jetzt auch in die Lage versetzt, Verpflichtungen in Be-