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Der Israelit · 1897-01-18 · Heft 5 (18.1.1897) · page 11

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 5 (18.1.1897)
Date
1897-01-18
Page
– (sequence 11)
Language
German
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81 Vereine Thatsache werden zu lassen. Die ausscheidcnden Vorstandsmitglieder Gut und Sillmann — (Sölu wurden wiedergewählt. Um eure bessere Frequenz der Bezirkskonferenzelt herbeizilführen, wurde jedes anwesende Mitglied gefragt (die abwesenden sollen sich schriftlich äußern) welchem der 5. Bezirke (Cöln, Bonn, Düsseldorf, Niederrhein und Hagen) eszngetheilt werden wolle. (In Parenthese sei bemerkt, daß die nächste Bezirkskonferenz der Bezirke Cöln und Bonn am 27. Januar Nachmittags zu Siegburg stattfinden wird, wozil nicht nur die Conferenz-, Vereins- und Gemeindemitglieder, sondern alle Freunde unserer Bestrebungen freundlichst eiingeladen und willkommen sind. Stunde und Lokal werden demnächst durch die jüd. Zeitungen veröffentlicht werden). Da die Zeit schon weit vorgerückt war, mußten einige Punkte der Tagesordnung vertagt werden. Um Vs' Uhr schloß der Vorsitzende die Versammlung und bald warell die Mitglieder wieder an den Ort ihrer idealen, Berufsausübung geeilt, um manches Gehörte im stillen Kämmerlein reiflich nochmals zu erwägen und die gewonnenen Resultate im Schnlzinnner zunl Segen der jüd. Jrlgend zu verwerthen. Unseren Mitgliedern mögen die Vereinsversammlungen werthvoll und nutzbringend, anregend und belehrend sein, den diesem machtvollen Ringen und Streben noch fernestehenden Berufsgenossen rufen wir das Dichterwort zu: „Immer strebe zum Ganzen, und kannst Du selber kein Ganzes werden, so schließ' all ein Gallzes Dich an." (Anmeldungen nimmt der Unterzeichnete Schriftführer, Cöln Molktestraße 58, sowie der Vereinsvorsitzende, Herr Rabbiiler Dr. Lazarus, Königsplatz 3:;, jederzeit gerne entgegen. Ebenso wollen diesenigen Vereinsnlitglieder, die inl Laufe dieses Jahres in eine Unterstützungskasse einzutreten beabsichtigen, bei einem der Genannten sich zei tig me lden). Die vom Verein herausgegebene Denkschrift, ein Werk lnühevoller Arbeit, an welcher sich außer dem Vereinsvorsitzenden besonders die Collegen Goldschmidt, Gut, Salomon-Jserlohn und Busch-Mülheim betheiligt haben, giebt an der Hand eines reichen statistischen Materials ein erschöpfendes Bild von der traurigen Nothlage jüd. Lehrer. Sie wurde vor kurzem den einzelnen Landtagsabgeordneten zugesandt, um dieselben über diese so sehr der gesetzlichen N e g e l u n g bedürfende Frage auszuklären. Wir sind gern bereit, Eremplare davon, soweit der Vorrath reicht, kostenfrei zur Verfügung zu stellen. Köln, im Jan. 189'/. Der Schriftführer: Gut. Zeitungsnachrichten und Correspondenzen. Deutschland. Berlin. Eine reizende Entdeckung haben die „Mittheilungen aus dem Verein zur Abwehr des Antisemitismus" gemacht. Bekanntlich wirft man heutzutage oder eigentlich schon lange den Juden einen eigenen widrigen Geruch vor, in jedem Falle aber die Vorliebe für Zwiebel und Knoblauch und man glaubt wegen der Wirkung dieses Geschmackes schon durch die Rase den Juden von weitem erkennen zu können. Nun hat der Gelehrte der Mittheilungen feststellen können, daß den alten Germanen derselbe Vorwurf gemacht wird. Der galloromanische Rhetor Sidonius Apollinaris hielt sich über den Zwiebel- und Knoblauchgeruch der Burgunder oder übervaupt der Germanen auf (Carmen XII, Ausg. v. Mischne, S. 709, citirt von Dr. F. G. Schultheiß. Globus 1892 (Bd. 6!, S. 239). Ferner warnte Papst Stephan IV. die fränkischen Könige vor einem Ehebündniffe mit den Langobarden, der foetentissima gens, von der auch das Geschlecht der Aussätzigen seinen Ursprung habe! (Im Jahre 769 oder 770, Jaffe, Biblotheka IV, 159 Globusabende). Der Priester einer Ansiedelung von Friesen erinnerte diese daran, daß sie von allen Kolonisten den Slaven die verhaßtesten seien: saue foetet eis oder noster. (Helmold chron Slavorum I. 64). Burgkimstadt. Vergangenen Samstag, den 9. Januar (xv) hielt der neugewählte Distr.- Rabbiner Herr Dr. E. Goitein, bisher Rabbiner in Marienbad, seine Antrittspredigt. Durch den I. Vorstand der Gemeinde Herrn Siegm. Kupfer und von einer Schülerin herzlichst begrüßt, bestieg Herr Dr. Goitein die Kanzel, dankte gerührt für die freundlichen Begrüßungsworte und erörterte sodann die Aufgabe des Seelsorgers in Israel, in einer äußerst geistreichen, selbständigen Rede, welche auf alle Anwesenden einen tiefen Eindruck machte. Die Gemeinde hat alle Ursache, sich über die gemachte Acquisition zu freuen, denn Herr Dr. Goitein hat sich wiederholt als gewandter und tüchtiger Kanzelredner gezeigt, der es besonders versteht, seine Zuhörer zu ergreifen und für die erhabenen Ideen des Judenthums zu erwärmen und zu begeistern. Den Distr.-Gemeinden gratulieren wir zu der getroffenen Wahl. Schweiz. Basel, 12. Januar. Am 1. Januar ist Herr A. Dreyfus-Reumann von dem Amte des Gemeinde-Präsidenten, welches er seit 33 Jahren mit großem Geschick und mit musterhafter Pflichttreue verwaltet hat, freiwillig zurückgetreten. Unter seiner

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