Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 5 (18.1.1897)
- Date
- 1897-01-18
- Page
- – (sequence 13)
- Language
- German
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MMWMMWWWWWWMWMWWDWMWWWWWW 89 zug auf Kaddischsagen zu übernehmen, und Manchem, dem der Kindersegen versagt geblieben, ist hier zur wohlthätigen Mithilfe an einem gottgefälligen Werke und zur Schaltung seines Andenkens hienieden Gelegenheit gegeben. Die Verwaltung des Deutsch-Jsr Kinderheim zu Diez. Wien, 13. Jan. Gestern starb der Präsident der israelitischen Cultusgemeinde Herr Gustav Simon. Die israelitische Cultusgemeinde betrauert tief den Verlust eines Mannes, der ein langes Leben hindurch alle seine Kräfte, sein Wissen und Können in den Dienst der Gemeinde gestellt, die ihn auch, nachdem er lange Jahre als Vicepräsident fungirt, bei der Neuconstituirung der Großgemeinde Wien in ehrender Anerkennung seiner reichen Verdienste zum Präsidenten gewählt. Gustav Simon hat aber auch durch mehr als ein Jahrzehnt im Gemeinderathe der Stadt Wien gewirkt und sich wesentliche Verdienste erworben. Alles, was zur wirthschaftlichen Entwicklung, zur. Hebung des Verkehrs, zur Linderung der Noth der Armen beitragen konnte, fand in Gustav Simon einen warmen und unausgesetzt thätigen Vertreter und Förderer. Mit offenem Auge und einem durch Lebenserfahrung gereiften Verstände trat er zielbewußt für die Interessen des materiellen und geistigen Fortschrittes ein, ein Humanist im Grunde seines edelfühlenden Herzens und ein begeisterter Anhänger der Selbstverwaltung der Stadt durch ein verständnißvolles Bürgerthum, wie es Wien nach der lähmenden Zeit bureaukratischer Bevormundung zu ungeahnter Entfaltung und Blüthe gebracht. Mit Gustav Simon ist einer aus dem kleinen Kreise jener selten Erwählten geschieden, die Dr. Felder mit seinem vollen Vertrauen beehrt hat. Dieses Vertrauen ist nur Denen zu Theil geworden, die es verdient durch ihren festen politischen Sinn und die Lauterkeit ihres Charakters. Mit der Schaffung Neu-Wiens hat sich Gustav Simon aus dem öffentlichen Leben, dessen seltsam turbulente Entwicklung den feinfühligen Mann mehr und mehr abstieß, vollständig zurückgezogen. Dem Wohlthun hat Gustav Simon keine Schranke gesetzt, und die letzten Jahre der zunehmenden Noth haben an seine milde, stets zur Hilfe bereite Hand sehr schwere Anforderungen gestellt. Der Heimgegangene erreichte ein Alter von 79 Jahren. Vor einigen Tagen wurde er von einem Schlaganfalle betroffen, dem er Mittwoch Abends um 8 Uhr erlag. Freitag Vormittag fand unter großer Teilnahme das Leichenbegängniß statt. Zahlreiche Freunde des Verblichenen folgten dem Sarge auf den Friedhof, wo die Prediger Dr. Güdemann und Dr. Schmiedl, ferner Dr. Stern namens der Cultusgemeinde und Dr. Nechansky namens des fortschrittlichen Parteioerbandes im Gemeinderath dem Verblichenen ehrende Nachrufe hielten. Dr. Nechansky sprach als Anhänger der Grundsätze der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit, welche auch heute noch trotz Allem und Alledem zahlreiche begeisterte Bekenner zählen. Anzeigen. Für den folgenden Theil ist die Redaktion nicht verimtwortlU /Lin |. Mädchen (Waise), aus sehr guter Fam., im Hauswesen erfahren und musskal., sucht Stelle als Stütze u. Gesellschafterin per 1. od. 15. Febr. Off. sub « 6210b an Haafenstein u Vogler A -G, Mannheim (15b Q»ür uns. an Samst. u. jüd. ü Festtage streng geschlossenes Geschäft suchen wir per bald oder Frühjahr, gegen monatliche Vergütung, einen Lehrling aus guter Familie. (261 G. Blnmenthal & Co, W-inband>una, Breslau. Kkhrrljlkllkgksiuh. Suche zu Purim anderweitig Stellung. (259 A. D Richard, NeligionSlehrer u. Cantor (nicht Schochet). Beaumarais, b. Saarloui«. /Line persecte, str -relig. iSr. Köchin wird nach Frankfurt a. M. in gutem Hause gesucht. Schriftl. Off. unt. 6286 an die Geschäftsstelle dss. Blattes. (Zlüd. Mädchen wünscht zu \y Fkbr. Stelle bei einzeln. Herrn oder Dame, od. zur Führung klein. Haushalts. Off. u. «. K. an Otto Albert's Bnchhdlg., Solingen. (270 /Lin ordentlicher Junge kann sofort eintreten b. Meier Levi, Metzger, Groß-Bieberau. (269, ein besteh. Geschäft, gleichviel w. Branche, einrnheirathen, und durch eis. Fleiß dasselbe zu vergrößern. Gest. Off. auf dieses ehrenhafte Gesuch, mit gefl. näher. Mittheilung d. Verhältnisse unter Z. M. 859 an Haafenstein und Vogler AG, Hamburg. 14b Heirath. Ein gesetzter strebs. j Man«, Jsr., 35 Jahre alt, in Hamburg, auS der Tabakbranche, ebenf. mit der Cigarrenfabrikation und Lotteriegrichäft vollk. vertraut, wünscht durch eine paffende Heirath selbstständig z. werden, wozu demselben Gelegenheit geboten ist, durch Gründung e. Cigarren- und Lotte, iegeschäftS in größerer Stadt. Derf. sucht daher e. junge Dame od. Wittwe mit Vermögen zwecks Heirath, ev. wäre ders. auch geneigt, in junger Mann, israelit., sucht (%J Stelle als angehender Commis Reflectanten wollen sich unt. Nr. 271 an die Gefchäftsst. dss. BlatteS wenden. WLehrling zu Ostern gesucht. (275 77T LS*. Wagner, Schlächtermeister, Halberstadt. MZir suchen Pr. 1. Mai od. früher bei hohem Lohn eine tüchtige (272 isr. Köchin, welche befähigt -st, ein. großen Haushalt selbstständig zu führen. I. EttaS N. Co., Barmen. @nche per sofort einen kräftigen Bäckergesellen Meldungen mit GehaltSansprüchen u. seitheriger Thätigkeit sind nt richten an (257 Albert Ranmann, Bäckermeister, Bisses, bei Echzell (Oberhessen). AlNche für meine Tochter (18 Jahre alt) in e. feineren Hause an einem feineren Platze für gleich nach Ostern eine Stelle zur Erlernung des Haushalt., Familien-Penstonate nicht ausgeschlossen. Gefl. Okfertett mit Preisangabe u. Nr. 266 an die Geschäftsstelle dss. Blatte«.