Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 5 (18.1.1897)
- Date
- 1897-01-18
- Page
- – (sequence 10)
- Language
- German
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diesem Jahrhundert nur noch zwei Mal vor; im Jahre 1899 wird sie aber gar 25 Tage betragen. *) Dritte ordentliche Generalversammlung des Vereins;üü. Lehrer in Rheinland und Wrflphalen. Am 31. Dez. wurde zu Barmen, Restaurant Schützenhof, Altermarkt, die dritte ordentliche Generalversammlung obigen Vereins abgehalten. Seitens des Vorstandes der Barmer Synagogengemeinde waren die Herren Wahl und Bloch erschienen. Außer Herrn Rabbiner Dr. Koch—Barmen betheiligten sich auch Herr Rabbiner Dr. Weingarten - Ems an den Verhandlungen der Lehrer. Nachdem der Vereinsvorsitzende, Herr Rabb. Dr. Lazarus—Köln die Erschienenen begrüßt hatte, wies er in zündenden Worten anknüpfend an einen Midrasch darauf hin, daß unser Volk allezeit das Gefühl innigster Zusammengehörigkeit und die wahre Gottesverehrung gefördert habe Besonders uns Lehrern müsien diese beiden Ideale hoch und heilig sein. Die schönen Conferenzen des Vereins sollen diesen hehren Zwecken dienen und nächst der Begeisterung für den hohen Beruf, jüdische Kinder zu braven Menschen und echten Juden zu erziehen, auch die innige Zusammengehörigkeit der jüdischen Lehrer wecken und fördern. Nächst dem Schutze Gottes versanken wir gar viel der edlen Negierungsthätigkeit unseres Kaisers, da im deutschen Vaterlande die Pflege der Gottes- und Menschenliebe kräftig unterstützt und gerne gesehen wird. Hell und brausend tönte alsdann das Hoch auf unseren Landesfürsten durch den weiten Saal. In markigen, herzlichen Worten begrüßte alsdann Herr Rabbiner Dr. Koch—Barmen die Lehrer und rief ihnen das vielsagende ntor sn zu. Als dritter im Kreise der Theologen sprach Herr Bezirksrabbiner Dr. Weingarten—EmS den Vereinsmitgliedern sein warmes Interesse für die edlen Bestrebungen des rührigen rheinischen Vereins aus und ließ den Worten gleich die Thal folgen, indem er den Mitgliedern die Mittheilung machte, daß kranke Lehrer als Kurgäste des Vereins „Emser Heilquelle" gerne ausgenommen würden, wenn ne eine Bescheinigung über die Gehaltsverhältnisie, ein ärztl. Attest und unsere N Es sei gestattet, hier darauf hinzuwcisen, daß in allernächster Zeit im Verlage von Poppelauer's Buchhandlung, Berlin, ein Merkchen unter dem Titel: „Ein neuer Maphteach" OTiy jrap? KHn nn£D erscheint, das, in ähnlicher Darstellung wie der obigen, die Möglichkeit bietet, alle derartigen Umrechnungen innerhalb eines Zeitraumes von 1655 Jahren mit Leichtigkeit auszuführen. Es umfaßt nämlich die Zeit vom Beginn der festen jüdischen Zeitrechnung (unter Hille! II.) bis 100 Jahre über die Gegenwart hinaus — von 345 bis 2000 der bürgerlichen Zeitrechnung. Mitgliedskarte einsenden. Der Schriftführer las nun das Protokoll der Versammlung vor, welches einstimmig genehmigt wurde. Kollege Sulmann— Köln hielt hierauf ein Referat über das Thema: Welche Methode ist die geeignetste für den liebersetzungsunterricht aus dem Hebräischen? Auf Wunsch des Herrn F. Schach wurde die Discusston über die Thesen, die Herr Sulmannn aufgestellt hatte, verschoben bis nach dem Vortrage des Herrn Schach über „Neuhebräische Literatur", da die Diskussion über beide Vorträge sich vereinigen laste. Herr Schach gab zuerst einen kurzen geschichtlichen Ueberblick über das Entstehen und die Entwickelung der neuhebräischen Literatur, führte besondrs dieBedeutung eines Mappu, Gordon, Suwlenski u. A. näher aus und ging dann zur Methodik des hebr. Sprachunterrichtes über, bezeichnete die bisher angewandten Uebersetzungsmethoden als verfehlt und empfahl als einzig geeignet erscheinende Methode, diejenige, die beim Erlernen der französischell und englischen Sprache angewendet werde, da auch die hebräische Sprache keine todte und vergangenheitliche, sondern eine lebende, gegenwärtige und zukünftige sei. An der Hand geeigneter hebräischer Lesebücher sollen die jüdischen Kinder hebräisch denken und sprechen lernen, was bis jetzt häufig nicht geschehe. Nachdem der Beifall verrauscht war, entwickelte sich eine sachliche, anregende Diskussion, die um l'U Uhr abgebrochen und um 2-^/4 Uhr wieder ausgenommen wurde. Es würde den Nahmen eines Zeitungsberichtes lveit überschreiten, wollte ich all' die schönen Reden pro und contra auch nur auszugsweise mittheilen. In einem besonderen Referate versprach der Schriftführer, die Thesen des Herrn Sulmann und Schach methodisch zu beleuchten und die Resultate der nächsten Versammlung vorzulegen. Als Deputirter des D.- J.-G.-B. erschien Herr Dr. med. A p f e l—Cöln und begrüßte namens des Gemeindebundes in herzlichen Worten die Lehrer. Auf seinen Wunsch trat die Versannnlung in die Berathung ein, auf welche Weise eine Vereinigung des Vereins mit der Unterstützungskasse des Vereins israelitischer Elementarlehrer Westfalens und der Rheinprovinz (Sitz in Esten) erzielt werden könne, ohne dem einen Theile auf Kosten des anderen zu große Opfer aufzuerlegen. Das Vorstandsmitglied des jüd. westdeutschen Lehrervereins, Herr I. R a n s e n b e r g—Neuwied, theilte mit, daß wahrscheinlich auch der letztgenannte Lehrerverein sich gerne einer Vereinigung der rheinischen jüdischen Lehrervereine anschließen würde. Die Versammlung beauftragte hierauf den Vereinsvorstand, sich mit dem Essener und dem südwestdeutschen Vereinsvorstande in Verbindung zu setzen, um endlich die allen jüdischen Lehrern Rheinlands und Westfalens am Herzen liegende Vereinigung der drei bestehenden