Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 5 (18.1.1897)
- Date
- 1897-01-18
- Page
- – (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2448705-2448711--43217-2492255- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
79 die ganze Welt von einen: Ende bis zum anderen erfüllten. Die Macht der Natur und die der Menschen erwiesen sich diesem Volke nicht gewachsen. Vor dem schwachen, wehrlosen Völkchen hatten sich die Fluthen des Meeres getheilt und die Erlösten zogen trockenen Fußes durch die Wogen, welche den Tyrannen den jähen Tod brachten. Und trotz dieses wunderbaren Eingreifens der Gottesmacht in die Geschichte dieses Völkchens, hatte der mächtige, raublistige und waffengeübte Stamm der Amalekiter den dreisten Muth die Gotterlösten zu überfallen, um sie ohne jeden Vorwand gänzlich zu vertilgen. Und die eine Mofishand hat sich stärker als der ganze amalekitische Kriegstroß erwiesen. Dies hörte Jitro und er gewann aus diesen Thatsachen die Ueberzeugung, daß der Gegensatz zwischen dem Gesetze Gottes in den Menschen und dem in der Natur nur ein scheinbarer ist, daß das ganze Universum denjenigen zulächelt, die bereit sind das Gesetz ihres Gottes hinzunehmen, daß die Meeresfluthen selbst zurücktreten und denjenigen den Durchgang gestatten, welche bereit sind sich unter das Regime des Gottesgesetzes zu stellen, und daß keine Menschenmacht auf Erden stark genug ist, diesen Zug aufzuhalteu. Das was Jitro hier gehört, hat sich in den Jahrtausenden, die zwischen uns und jener Zeit liegen, unzählige Male an Israel in seiner Gesammtheit und an jedem treu zum alten Stamme haltenden Einzelnen wiederholt. Mächtige Strömungen und gewaltige Fluthen wollten uns den -Weg verlegen, aber „große Wasser konnten die Liebe nicht verlöschen und Ströme sie nicht fortschwemmen." Die Jahrtausende legen Zenguiß für die Wahrheit des Prophetenwortes ab: '-2 -F- -2 7KE" xb TO :x -rs 2-22 -2p- >2 .”[2 -]72“ X^ 7727777-27- N“? L'X „Wenn Du dahinziehst durch Fluthen, bin ich bei Dir, und durch Slröine sie werden Dich nicht sortschwemmen, wenn Du durch Feuer schreitest wirst Du nicht verbrannt und die Flammen ergreifen Dich nicht." (Jesaja Eap. 43, V. 2.) Auch cm den Amelekitern hat es uns nicht gefehlt, aus denk schweren Leidensgangc durch „die Wüste der Völker." Sie sind von der Bildfläche der Geschichte geschwlkndeil uub Israel hat bei allen beiden und Nöthen gesiegt. Das alles haben wir gehört nicht nur, sondern zum Theil mit erlebt und an uns selbst erfahren. Aber viele haben aus dem was sie an sich uub ihrem Volke erlebt nicht die Folgen gezogen, die der heidnische Priester aus Midjan zog, als er die Theilung der Meeresfluthen und den Sieg Israels über Amalek — hört e. Sie haben den innigen Anschluß an den alten Stamm nicht gesucht, den Jitro gedrängt durch diese Kunde in der Wüste gefunden. — Deßhalb mahnt uns das was Jitro gehört hat, es ihm nachzuthun und unser Ohr nicht den Thatsachen zu verschließen, die mit zwingender Nothwendigkeit uns drängen, unsere Heiligthümer aufzusuchen und bei ihnen die Zufriedenheit und das Glück zu finden, welche die Welt uns versagt, und die der Anschluß an Gott und sein Gesetz uns allein zu gewähren vermag. Sabbatstudien. Von Rabb. Dr. B. Königsberger in Pasewalk. Zu NdL'2 'O. 2. B. M. 13, 18: Zu den Worten 'hv nnren vx-w- -;2 geben die Midraschim mannigfache Erklärungen. Man lese in der Pesikta des Rab Kahana (ed. Buber) nach, wo auch (Note 101 u. 102) Näheres angegeben ist. Darnach bekundet L-nrn:, daß von den Israeliten, die in Egypten^gewesen, entweder nur ein Fünftel oder ein Fünfzigstel oder ein Fünfhundertstel herauszog, während die Uebrigen, welche widerspenstig gewesen, während der drei Tage der dichten Finsterniß in Egypten gestorben waren. Rach anderen Deutungen bringt die Mech i l t h a, wonach c-fc-sra entweder „gerüste t" (nach Josna 1, 14; vgl. das Targum dort) oder genauer, „mit fünf Arten von Waffen ausgerüstet" bedeutet, wie (ierusch. Sabbat VI, ed. Krotosch. 8 b) ru^pi «p "err 2~r:, „Schwert, Bogen, Panzer, Wurfspieß und Keule", oder „die fünf Bücher Mosis" sind. Auch die Erklärung R. Josa's sei erwähnt: „im fünften Geschlechte zogen sie aus, nämlich Jacob, Levi, Kehoß, Amram, M o s ch e h. Eine andere Erklärung, im Targum Jonathan, lautet. ^2: s'bvv NL'277 -in „ein Jeder mit fünf Kindern". Wenn im Midrasch A g a d a h (ed. Buber, p. 143) gesagt wird: ausgerüstet, d. h. mit allem Guten, so bezieht sich das wohl auf die Geschenke, die die Egypter den Israeliten vor ihrem Auszuge nach göttlicher Anweisung als Lohn für ihre mehrhundertjährige Arbeit gaben; der T a r g u m j e r u s ch a l m t (fog. Fragmententargum) hat aber: X22 xi2-r2 p--i2, was sich vielleicht auf die guten Eigenschaftcit und edle Gesinnimg der Israeliten beziehen soll. Kap. 14, V. 4 und 17. Die Ausdrückeund 77-722x1 erinnern an die verschiedenen Bezeichnungen der Verstocktheit Pharaos bei den 10 Plagen. Und es ist schwer, bei diesen den sprachlichen Unterschied einheitlich zu begründen. Vielleicht läßt sich folgender Gedanke verwerthen. Da, wo Pharao eine Befreiung von der Plage erlebte und seinen königlichen Ehrgeiz ungetrübt zur Geltung kommen konnte, steht (8, 28), -72271- (8, 11).