Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 5 (18.1.1897)
- Date
- 1897-01-18
- Page
- – (sequence 2)
- Language
- German
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-7 -7^ * 78 zuwandeln. Einer dieser wenigen war Jitro. Priester in Midjan hatte er schon seit einer langen Reihe von Jahren dem flüchtigen Sohne des in tiefer Sklaverei schmachtenden Volksstammes seine Tochter und seine Heerden anvertraut. Von dieser Heerde rief der Gottesruf Moscheh hinweg zur Befreiung seines Volkes. Die Befreiung war vollbracht und unter der Führung seines Befreiers waren die Erlösten eben im Begriff durch die Wüste zum Gottesberg zu wandern und dort das Gesitz Gottes entgegen zu nehmen, der ihnen die Freiheit geschenkt. „Da hörte Jitro, der Priester von Midjan, Moscheh's Schwiegervater, alles was Gott an Moscheh und und Israel seinem Volke gethan, als Gott Israel aus Mizrajim führte." Wie nun Jitro das Gehörte ausfaßle und wie die Jitro'fche Auffassung sich von derjenigen seines Schwiegersohnes unterscheidet, ist so ungemein charakteristisch, daß es sich verlohnt auf die feinen Nuancen zu achten, welche diese Verschiedenheit zum Ausdruck bringen. Der Schwiegervater hört in erster Reihe nicht was Gott an Israel, sondern was er an Moscheh gethan. Der einst flüchtige Schafhirte war Führer eines großen Volkes geworden, wird die neue Würde nicht nachtheilig auf die unter ganz anderen Verhältnissen geknüpften, verwandtschaftlichen Beziehungen eingewirkt habend Jitro führt dein königlichen Schwiegersohn Weib und Kinder wieder zu, von welchen er sich in Folge seiner Sendung hatte trennen müssen. Die Namen der Kinder und die daran sich knüpfende Bedeutung wird nachdrücklich hervorgehobcn. Der bloße Name seiner Kinder mußte dem inzwischen zu Ehren und Würden gelangten Vater, die Erinnerung an die Zeit wecken, in welcher er atlch Fremdling in frenrdem Lande, durch die gastliche Aufnahnre im Jitro'schen Hause von Pharaos Schwert mit Gottes Hilfe gerettet wurde. So sucht der Schwiegervater den Schwiegersohn in der Wüste auf, aber sofort das erste Zusammentreffen bekundet die unveränderte Bescheidenheit Moscheh's. Er geht seinem Schwiegervater entgegen, wirft sich vor ihm zu Boden, küßt ihn und beide treten, nachdem sie sich gegenseitig begrüßt, in das Zelt. Nun hört Jitro aus Moscheh's eigenem Munde was Gott an Pharao und Egypten gethan. Die Person des Erzählers tritt dabei im Gegensatz zu Jitro's Auffassung vollständig in den Hintergrund. Was Gott gethan, hat er nur bxiv" rr* by Israels wegen gethan. Auch waren es nicht ausschließlich erfreuliche Erlebnisse, sondern nxb.-n die ganze Mühseligkeit der Wüstenwanderung, wie die Erlösten Hunger und Durst und sogar dem tückischen Schwerte Amaleks ausgesetzt waren. Jitro ringt die Erzählung seines Schwiegersohnes eine Huldigung Gottes ab, die in den Worten "f 71s gipfelt. Er hat von den das VefreiuttgSwerk begleitenden Mühseligkeiten nur gehört. Für Moscheh und Israel, die sie erlebt und noch zu getvartigen hatten, war die Zeit für eine solche Huldigung noch nicht gekommen. Die durch diese Trübungen noch nicht vollständig empfundene Freude der Erlösung seitens Moscheh's und Israels spricht Rabbi Pappus dahin aus: ntrcS x'n rcx ciee h er: 7^2 nrr *iex** 7-- "ex* nrDtr 7*2 nax ’tb' Unsere tteberlieferung läßt es unentschieden, ob dieses Zusammentreffen Jitro's mit Moscheh und Israel vor oder nach der Gesetzgebung am Sinai stattgefunden habe. Aber so viel steht fest, daß die Thora uns die Bekehrung des heidnischen Hohenpriesters v 0 r ihrer Offenbarung am Sinai erzählt. Durch diese bloße Grnppirnng dürfte die bedeutsame Wahrheit ausgesprochen sein: M a n b r a u ch t nicht Jude zu sein, man braucht die Offenbarung der Thora am Sinai nicht zu kennen, u u d also a u ch nicht anzuerte n neu, m a 11 brau ch t nur ein erleuchteter M e n s ch z u sein, und ein gewecktes Ohr für die geschichtlichen T h a t s a ch e n z u Hab e n, w e l ch e d e n B 0 d e n bilden, auf w e l ch e m sich die Geschichte I s r a e l s e r h e b t, u m sich Israel und den göttlichen W a h r h e i t e n a n z u - schließen, die es durch alle Zeiten und Zonen zu tragen von Gott berufen ist. Wohl stellen sich den Träaern dieser göttlichen Wahrheit Schwierigkeiten aus Schutt und Tritt entgegen. Die Natur scheint sich dagegen zu erheben und die menschliche Gesellschaft hat sich dagegen verschworen. Nach den Gesetzen der Natur hat das winzige materiell schwächste Völkchen unter den übrigen Völkerriesen keinen Boden in der Gegenwart und keine Aussicht für die Zukunft. Es steht mit seinen Diktaten des Rechts und der Liebe, des Heiligen und Re nen, mit seinen Verboten des Gemeinen und Lieblosen vielfach in schreiendem Gegensatz zu den Sitten und Unsitten seiner ganzen Umgebung. Dieser fortwährende Gegensatz, dieser aussichtslose Kampf gegen die Macht der Natur und der Menschen schreckt viele ab, die Reihen der Mächtigen, Jmponirenden zu verlaßen und sich auf die Seile der verkannten Schwachen zu stellen. Auch ein erleuchteter Geist, wie es in der heidnischen Welt Jitro war, mag lange mit diesen Vorurtheilen gekämpft haben. Scbon in Egypten unter den Rathgebern Pharaos zeigt er sich vorurtheilsfrei gegen die an Israel verübte pharaonische Härte. Aber er hatte den Muth noch nicht für seine Ueberzeugung zu leiden. Er floh aus der glänzenden Stellung am königlichen Hofe, aber er unterdrückte seine Überzeugung. mn TMn byb nn rretr nrr j g Aber jetzt hörte Jitro Dinge, Thatsachen, welche