Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 5 (18.1.1897)
- Date
- 1897-01-18
- Page
- – (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2446951-2448705-2448711--43215-2492253- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
XXXVIII. Jahrgang. M 5 Jer Israelit. Ein Kentrak-Hrgan für das orthodoxe Iudenlhum. Begründet von Dr. Ife&tirauu in Vtsinr Montag, de« 18. Januar 5657 (1867). Leitende Artikel. Mas ^itro hörte. Mainz, 15. Januar. (Zu Paraschat ivr.) fozb *x nvy nrx b: nx ntys fnn pe jna njp vzv'' »E’-afös ^XIV" rx n x»»n '2 »y hxiL"'?' „Es hörte Iilro, der Priester Midj ans, der Schwiegervater Mosch eh's, alles was Gott M o s ch e h und Israel seinem Volke getHan hatte, als Gott Israel aus Mizrajim führte." Obwohl das, was Jitro hörte, hier ausdrücklich genannt wird, so hält das die Weisen doch nicht ab in der Mechilta und nach ihr im Talmud (Traktat Sebachim, Fol. 116) nach dem zu fragen, was Jitro wohl gehört und was ihn bestimmt haben mochte, sich Israel anzuschließen. Die Antwort auf diese Frage greift aus der Fülle von Wunderthaten zwei heraus, welche Jitro veranlaßt haben, Midjan und seinen Priesterstand zu verlassen und das Gottesvolk in der Wüste aufzusuchen. Es war dies die Theilnng des Meeres und der Kampf mit Amalek. . psy nsn^c' r:o c rx’-p? xn ysty nyioty ns Daß unsere weisen Kenner und Erklärer des Gotteswortes nicht den in diesem Satz genannten Auszug aus Egypten als dasjenige ansehen, was Jitro gehört und was ihn zum Anschluß an Israel bewogen hat, dürfte seine Begründung in dem Umstande finden, daß die Erfahrung Jitro's nicht mit nn' X77 Jitro sah, sondern mit nrv petpn Jitro hörte eingeleitet ist. Stellen wie ist? e" '2 2pr xnn p^2 x*?n u. a. zeigen darauf hin, daß eine Wahrnehmung, die durch das Auge vermittelt wird, ein vorliegendes Objekt, einen gegenwärtigen Zllstand zum Gegenstand hat. Dinge und Geschehnisse dagegen, von welchen man hört, pflegen gewöhnlich der Vergangenheit anzugehören, sie müssen bereits geschehen und abgeschlossen sein, wenn die Kunde von ihnen zu uns gelangt, wenn wir von ihnen hören. Der Auszug von Egypten war nun ein geschichtlicher Akt, der zu Jitro's Zeit noch nicht abgeschlossen war. Er war erst im Begriff sich zu vollziehen, ja er dauerte genau genommen 40 Jahre, so lange bis die Erlösten das Ziel ihres Auszugs, das den Vätern verheißene Land erreicht hatten. Von ihm kann daher nicht gesagt werden, daß ihn Jitro gehört habe, er war ja selbst Zeuge desselben, wie er sich eben zu vollziehen im Begriffe war. Gehört, konnte somit Jitro nur die bereits unmittelbar vorher erzählten, einzelnen Parthieen des Auszugs haben, das sind eb.n: die Theilung des Meeres und der Kampf mit Amalek. Wir haben demgemäß in den Worten "2: ^x-v" nn 'n x’arn abweichend von der üblichen Uebersetzung den Auszug aus Egypten nicht als Gegenstand des von Jitro gehörten, zu erblicken, sondern wir betrachten dieselben als die nähere Zeitbestimmung. Zur richtigen Würdigung des von Jitro Gehörten ist ein Blick auf die ganze Situation erforderlich, welche den Nahmen für die l eiden markanten Ereignisse bildet. Der überwältigende Eindruck, den die wunderbare Befreiung Israels aus Egypten und das jähe Ende seiner Tyrannen in außerisraelitischen Kreisen zurückgelassen hatte, wird in der Geschichte Israelwiederholt betont. Daß die Völker, welche die Kunde vernahmen, vor dem Siegesläufe eines Volkes zitterten, das bei aller äußeren Schwäche und Wehrlosigkeit so ungeahnte Erfolge errungen hatte, besingt schon das Lied der von Knechtschaft und Tod Befreiten am Gestade des soeben durchschrittenen Meeres. Nur wenige hatten aber eine Ahnung davon, wie sie nur diesem Volke näher zu treten brauchten, um die Furcht in Hochachtung, die Scheu in Verehrung um-