Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 4 (14.2.1897)
- Date
- 1897-02-14
- Page
- – (sequence 5)
- Language
- German
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57 der Protest. Dekan Herr Weigl unserer Vorstandschaft ein lierzl. Glückwunschschreiben zur Einweihung und die Bekundung seiner Freude, daß nun auch wir ein würdiges Gotteshaus gefunden haben. Dresden. (Konservative und Antisemiten.) Im Briefkasten der „Antis. Korresp." vom 24. Dezember lesen wir: „Was sagen Sie aber dazu, daß, während ein großes Geschrei darüber erhoben wird, die Antisemiten brächen stets in konservative Kreise ein, der konservative sächsische Mgeordnete Herr David Sachße aus Merschwitz ganz naiv für die nächsten Wahlen den antisemitischen Wahlkreis Meißen-Großenhein für sich in Anspruch nimmt, um in Nossen-Döbeln Herrn Hofrath Mehnert Platz zu machen? Wenn nach den nächsten allgemeinen Neichstagswahlen sämmtliche konservative Mandate im Königreich Sachsen verschwunden sein werden, werden Sie und manche Andern einsehen, wohin die ihörichte Verhetzungspolitik der „Dresd. Rachr." geführt hat." — Die Anführung des Vornamens „David" hat offenbar den Zweck, den konservativen Sachße zum Judenabkömmling zu stempeln. Herr S. führt die Vornamen David Otto Bernhard und ist stark antisemitisch behaftet. O e st e r r.-U n g a r. M o n a r ch ie. Aus Ungarn. Vor mehreren Wochen erst ist in diesen Blättern über das Ableben des Herrn N. Schwarz Vst, Oberrabbiner in H.-Müd berichtet worden. Kaum wölbte sich das kühle Grab um die irdische Hülle dieses Frommen, als uns schon die schmerzliche Kunde ereilte, daß der weit über Ungarn bekannte 2pr ps;n 2m r: der Plutnoker Rabbiner nach einer längeren Krankheit im Alter von 61 Jahren gestorben ist. Derselbe, ein jüngerer Bruder des berühmten M.-Csather Goen n, war eine anerkannte Autorität auf talmudischem Gebiete. Man wandte sich an ihn in den schwierigsten religiösen Fragen. Der Pietät und dankerfüllten Anerkennung seiner trauernden Gemeinde und ist es zu verdanken, daß seine Responsen auf alle nr vn» dem Drucke übergeben werden. Man konnte die Größe des Verstorbenen theilweise ermessen, als man auf seiner Bahre eine große Anzahl seiner vielen aufgebahrt sah. Ruhig im Denken, aber fest und entschieden im Auftreten, um jüdische Anliegen zu verfechten; bescheiden in der klarsten Weise, war er gegen Reich und Arm liebenswürdig, freundlich und wohlwollend. Er war ein Meister in nprei c*b\ Sein Verlust wird in allen Gegenden Ungarns beklagt, da er ein glänzendes Beispiel uneigennütziger Schaffensfreudigkeit und Selbstlosigkeit war, der nur lebte und-ftrebte, um den jüdischen Geist zu heben und zu befestigen, mm p'2inb mntii zu sein. Wie ein Blitz aus heiterem Himmel traf uns ganz unerwartet die erschütternde Nachricht vom Ableben des Rabbiners der sephardischcn Gemeinde zu S.-a.-Ujhcli nv'v ms cttvt xtrnp xm px;n rn der auf der Durchreise von Makau nach Groß-Wardein unterwegs in Vökes- Csaba seine reine Seele rrirv ’cb b'bz aushauchte. Es wäre müßiges Beginnen und würde den Nahmen dieser Blätter überschreiteit, wollte man all das aufzählen, wss in diesem Mann alles lebt/:, oder, schildern, was größer war: sein tiefes Wissen oder seine wahrbaste GotteScrgebung. Soviel ist gewiß, er war ein würdiger Nachfolger seiner großen, weltberühmten Ahnen, ein beispielgebendes Mitglied seiner hervorragenden Familie, seines weltberühmten Großvaters «'Vf ntrs '.ts trnpn :t, Verfasser des mir ntrs r-irn ,ntrc nctv r und seines Vaters, Rabbi Salomon Läb kvt, Oberrabbiner in Marmaros-Sziget, Verfasser der trefflichen Werke 2-2 2T -b rs", welche in der Jetztzeit und in der Vergangenheit den Stolz und die Zierde des echten JudenthumS bildern War ihm der t.t mim eigen, so war er in der rmsp ein Ehasid. Was das Schwert im Kriege, war das Wort arrf feiner Zunge. Mit seinen glühenden Reden voll Liebe fiir Gott utld die Ernnnah, wußte er selbst bei irreligiösen Leuten bis in den Schlupfwinkel ihres Gewissens eirizudrirrgert unb sie von der eingeschlagenen abschüssigen Bahn abzutenle r. Im 41. Jahre ging er von dannen, mtb wird sein zu frühes Ableben tief beklagt; wieviel hätte er noch wirken können. Von allen Seiten, zu Tausenden, strömten die Leidtragenden zu feiner Beerdigung, welche in Sziget erfolgte, herbei, wo ihm fein berühmter älterer Bruder, Oberrbb. Deitelbaum-Szigct, wie auch die Rabbinen Grünwald-Huszt, S. Schreiber-Beregszasz, Ehrcnfeld-Süros-Patak tt. v. A. s'-irsn widmeten und seine vielen Tugenden schilderten. Möge rvn fernerhin uns vor solchen Verlusten bewahren und uns Trost und Kraft spenden. .p> \:i er,ss*; ts cpnsn r>'2'2 Vermischtes. Deutsch Kreuz. Bei der am 25. v. M. stattgcfmidcncn Vorstandswahl, wurde nach einem heiligen Wahltainpfe der hier allgemein beliebte Herr Gcrson itali, ein unseres unvergeßlichen Rabbiners p’CDXls* Y“D mit einer '^i Majorität zum Präses des Vorstandes gewählt. Herr Gcrson Kotz erfreut sich der ungctheilten Smnpathien aller Mitbürger ohne Unterschied der (Konfession — und ist er der einzige Jude hi r, welcher ra. 25 Jahre in der hiesigen „Gelneidercpräs''ntanz'' gewählt und nenn Jahre -bercits als ^Bize-Bürgermcister" fungirt, in welcher Stellung er bereits Vieles zu Gunsten unserer Glatchensgenossen wirkt hat. '' nCN ip\n. Budapest Der Pfarrer I. B. Knezitts. welcher feine Gläubigen Jahre hindurch gegen die kirchcnpolitische Gesetzes-