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Der Israelit · 1897-02-14 · Heft 4 (14.2.1897) · page 4

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Journal
Der Israelit
Volume
38 (1897)
Issue
Heft 4 (14.2.1897)
Date
1897-02-14
Page
– (sequence 4)
Language
German
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Seele ging hinauf zu dem Schöpfer, der sie gegeben. Herrje gegen drei Uhr versammelten sich seine zahlreichen Freunde im Sterbehause. Hier hielt Sr, Ehrwürden der Oberrabbiner einen tiefergreifenden -raen; der Redner begann, wie vor etwa Zwei Jahren die treue und fromme Gattin und Mutter, die Wohlthäterin der Armen und Pflegerin bedürftiger Kranken dahingegangen sei, und daß jetzt dieses echt jüdische Haus ganz verwaist sei; diese-Haus, welches zahlreiche Talmide Chachomim gerne ausgesucht, weil der Hausherr sie geehrt und ihren Ausführungen Verständniß entgegengebracht Hache, wie seine schöne und werthvolle Sammlung Halachischer und agadischer Werke bekunde. Jacob Cohn war einer der Begründer des Synagogenverbandes, dem er eine Reihe von Jahren wirkungsvoll vorgestanden, er war der Präses der „Alten und Neuen Klaus", eines Institutes, welches kraft seiner Statuten und rropr die alleinige Aufgabe habe, für?rnm rzb und ihre Verbreitung und Erfüllung zu wirken, er war thätiges Mitglied fast aller Wohlthätigkeitsvereine und bei den meisten gehörte er zum Vorstande. Seine mn» von dieser Welt war eine erhabene; aber, fuhr der Redner fort: rc üb app er lebt fort in seinen Kindern, die er mit seiner frommen Gattin zum Guten erzogen und die seinen Ermahnungen in der Todesstunde folgend, ihn auch in ihren Nachkommen fortleben lassen werden. So wird sein Geburtstag nicht sein Todestag, sondern umgekehrt letzterer sein Geburtstag zu einem besseren ewigen Leben sein su nvn dv z:z. Auf die jüngste rnvvn bezugnehmend, sagte der gedankenreiche Redner '2 bmtr rnr bit app na* x*t, b* nrw "ir, -pni rw pimo-prru, auch erinnerte er daran, wie der Verstorbene vor Jahren mit seiner edlen Gattin auf ein Gelübde hin, als diese von schwerer Krankheit genesen, nach dem heiligen Lande pilgerten und wie sie daselbst mit vollen Händen ihre Gaben vertheilten, damals ernannte man ihn zu einem rpnpn p» bv xnw und immerfort war sein Interesse für ^sotr pn, gehörte er doch dem hiesigen Komitee mpr nenn an. Der schöne und geistreiche RLan machte einen ersichtlich tiefen Eindruck auf die trauernden Angehörigen und nicht minder auf alle zahlreich erschienenen College» und Gemeindemitglieder. Zum letzten Scheidegruß ließ sich noch der Klausrabbiner pnjr® wo mno vernehmen , der seinem trauernden Herzen über den Verlust seines Freundes und Beschützers, dessen Initiative er sein Amt verdanke, in wahrhaft ergreifender Weise Ausdruck verlieh. Es würde zu weit führen, des Redners Citate aus Talmud und Midrasch hier wiederzugeben, sie waren alle gut gewählt, dem Charakter und Wirken des Entschlafenen vom Redner schön angepaßt. Die vorgerückte Stunde, es war mittlerweile dunkel geworden, ließ es nicht zu, noch weitere Redner antreten zu lassen. In Berlin, woselbst Dienstag Vormittag die .map stattfand, dürften die dortigen Freunde wohl noch ihren Empfindungen Ausdruck verliehen haben. Tcvm r'jjt ebeh ■f? nrwi pcn }*p^ H. B. Amberg (Bayern), 12. Jan. (Synagogeneinweihung.) Etwa 18 Jahre brlveien die hiesigen, 18 Familien zählenden Israeliten, eine freie Vereinigung, seit Novbr. 1894 eine staatlich anerkannte isr. Kultusgemeinde. Im August 1896 kauften wir ein äußerst schönes und praktisches, ruhig gelegenes Haus, in dessen Parterre-Räumlichkeiten wir, mit Hilfe von Spenden Hiesiger und Auswärtiger, darunter eine hochherzige Gabe von M. 5000 von Frau Baronin v. Hirsch-Gereuth in Paris, einen verhällnißmäßig sehr schönen, mit Gasbeleuchtung eingerichteten Betsaal einrichteten. Zur Zeit haben wir noch keinen Anschluß an ein Rabbinat und so hielt Herr Dr. A. Eckstein, Distrikts-Rabbiner von Bamberg die Weihrede, dessen Worte einen tiefen Eindruck auf Juden und Christen, welche unserer Einladung zahlreich folgten, hinterließ. Herr Bürgermeister Heldmann, in Amts-Uniform mit der großen goldenen Halskette, nahm aus der Hand des Frl. G. Theimer, welche den von Herrn Distrikts- Rabbiner Dr. M. Weinberg in Sulzbürg (Oberpfalz), verfaßten Prologvortrag, den goldenen Schlüssel und versprach in erhebender, feierlicher Weise, daß die Stadt die Synagoge als Gotteshaus schützen werde, gleichzeitig der Gemeinde Glückwünsche darbringend. Hierauf folgten in würdiger Weise die üblichen Emweihungsceremonien. Am Abende vorher sandte

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