Der Israelit
- Journal
- Der Israelit
- Volume
- 38 (1897)
- Issue
- Heft 3 (11.1.1897)
- Date
- 1897-01-11
- Page
- – (sequence 12)
- Language
- German
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48 50—100 Mark aus Hannov.-Munden: 1 Tabakspinnerlehrling , 1 Bildhauerlehrling, 1 Maschinenfabrik- Schlofferlehrling; aus Göttingen: 1 Mechanikerlehrling, '1 Hörer am Technikum zu Einbeck; aus Hckdesheim: 1 Zögling der israelitischen Erziehungsanstalt für Bodenkultur in Ahlem, 1 Hörer an der Polytechnischen Hochschule zu Hannover. Außerdem wurden zwei Prämien aus den Zinsen des von dem weil. H. Meyersfeld in Braunschweig testamentarisch vermachten Kapitals den beiden besten Lehrlingen gewährt. Die- Direction besteht aus den Herren Landrabbincr Dr. Lewinsky, Rechtsanwalt Oppenheimer, Gustav Sabel, M Friedheim, D. Goldberg, Rechnungssührer. Bromverg, 5. Januar. Im Jahre 1892 hat Jemand in Bomft in rechtsverbindlicher Form gerichtlich seinenDustritt aus der israelitischen Religionsgesellschaft erklärt, und zwar, wie er angab, aus religiösen Bedenken. Rach den gesetzlichen Vorschriften hätte er daher vom Beginir des Etatsjahres 1894 95 von Synagogenbeiträgen frei gelaffen werden müssen. Der Vorstand der Synagogengemeinde zog ihn aber trotzdem zu Beiträgen heran, mit der Begründung, S. wäre nicht aus religiösen Bedenken ausgeschieden, sondern weil ihm die Beiträge zu hoch wären. Als Beweis seiner Ansicht führte er an, S. hätte sich von den israelitischen rituellen Vorschriften nicht losgemacht, kaufe Fleisch von rituell geschlachtetem Vieh in Unruhstadt und besuche dort auch ab und zu die Synagoge. S. setzte durch seinen Anwalt beim Regierungs-Präsidenten in Posen durch, daß er in die Beitragspslicht nicht ausgenommen werden dürfe. Dagegen verwahrte sich der Vorstand und will die Angelegenheiten weiter bis in die höchsten Instanzen verfolgen. Hannover, 8. Jan. Der Regierungspräsident hat das Statut des Wohlthätigkeits-Vereins (Chewra- Kadischa) in Leer, über das in diesen Blättern bereits berichtet ist, genehmigt, und die ans der Gemeinde Ausgetretenen, deren Austritt übrigens nicht aus religiösen Gründen, sondern ans persönlichen Anlässen erfolgte, müssen sich den schweren Bestimmungen fügen. O e st e r r. - U n g a r. Monarchie. Wien, 4. Jan. Am 27. und 28. v. Mts. fand im Gemeindehause der israelitischen Kultusgemeinde in Brünn eine Versammlung der israelitischen Religionslehrer an den österreichischen Mittelschulen statt. Die Tagesordnung dieser Versammlung war folgende: Berichterstattung über den zu gründenden Verband der israelitischen Religionslehrer an den österreichischen Mittelschulen, eventuell Wahl des Ausschusses; Bericht über die in Betreff der Rechtsstellung der israelitischen Religionslehrer zu ergreifen- Schritte; Vortrag des Dr. Adolph Weiß (Wien): „Ueber die Stellung des israelitischen Religionsunterrichts an den österreichischen Mittelschulen"; Vortrag des Dr. Alerander Kisch (Prag): „Der israelitische Mittelschul-Religionslehrer im Verhältniffe zur Kultusgcmeinde und zum Gemeinde-Rabbiner"; Vortrag des Dr. Mar Grünfeld (Brünn): „Ueber den Jugendgottesdienst"; Anträge der Versammlungstheilnehmer. Vermischtes. Berlin Für Sünimlungen „zur jüdischen Volkskunde" sucht man die hiesigen Gelehrtenkreise und die gelehrten Gesellschaften Berlins zu interessiren. Die Anregung geht von der nur jüdische Mitglieder zählenden Henry Jones-Loge in Hamburg «ns, die einen unfangreichen Fragebogen versandt hat. Im Vorworte wird darauf hingcwicsen, wie zweckmäßig und nothwendig cs gerade für das Judcnthum sei, zur Erhaltung seiner Eigenart und der in ihm liegenderr moralischen Kraft Alles das treu zu bewahren, rvas sich auf Sitte urrd Brauch bezieht. Der Fragebogen erstreckt sich auf Namenkunde und Mundart, Redensarten, Spricknvorte, Kinderspiele, Jahres-, Hochzeit- und Volkslieder, Märchen, Schumrcn, Rälhsel, Sinnsprüche, Inschriften, Sagen, auf die Geschichte jüdischer Heroen, vor allem in Frankfurt. Worms und Mainz, aus Besonderheiten im Gottesdienste, auf Sitten und Gebräuche in der Familie und im Verkehrsleben, ans Heil- und Gesundheitsinittel, Volkshcilkunde, Volkstracht unb Hausbau. Das Buch fcum recht interessant werden. Wien 29. Dczenrber. Die zweite Sitzung des neugewählten nieder österreichischen Landtags brachte ungeheure Skandalszeucu. Die antisemitische Landtagsmehrheit hatte sich dahin geeinigt, keinen Jude,, in einen Ausschuß zu wählen, weshalb schon gestern der Advokat Dr. Benedikt bei der Allsschußmahl durchfiel, obwohl er gar nicht meör Jude ist. Budapest. Wie man aus Budapest berichtet, hat Rcichsrathsabgcordnctcr Gras Theodor Andrassy der israelitischen Gemeinde in Galezeez (Zempliner Eomitat) 20,900 Gulden zur Erbauung einer Synagoge gewidmet. Letzte Nachrichten. Mainz, 10. Januar. Mit hoher Genugthuung erfüllt es uns, wenn wir sehen, welch' hervorragenden Vertreter unsere Sache jenseits des Oceans hat, und mit welcher Anerkennung ein hochangesehenes nichtjüdisches Blatt, die R e w - 2) o r k e r Staats-Zeitung, die geachtetste und verbreitetste deutsche Zeitung in Amerika, von ihm und seinen Leistungen spricht. Wir lesen dort in der jüngsten Nr. vom 21. Dezember: Unter den jüdischen Geistlichen auf der Ostseite der Stadt nimmt keiner einen so hohen Rang ein, als Rabbiner Dr. P h i l i p p K l e i n, ja man kann sagen, daß er fast allein dasteht in der Vereinigung tiefer rabbinischer Gelehrsamkeit, akademischer Bildung und klassischer Beredtsamkeit. Am jüngsten Sabbat hielt er über „Die U n st erb lich k eit desJudent h u m s" eine gediegene Predigt, welche auch nicht